Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1905-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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- 26 — K Kraft zunächstin der eigenen Mitte kämpfen, gegen alle Mächte der Finsternis* eine neue Waffe. Möge sie ausserhalb und innerhalb loserer Reihen Sie,? auf Sieg ei ringen. In dieser Gesinnung geben wir der Hoffnung Ausdruck, dass Gottes Segen auch weiterhin auf lhuen, Ihrer verehrten Frau Geniahlin. der edlen unermüdlichen Genossin Ihres idealen Strebens ruhen möge, auf dem Werke Ihres Lebens und seiner glücklichen Weiterführuug und Vollendung. Ilue."~Hinen stets dankbare und getreue Frankfutt-Loge XX No 372 Dr. J.Blaa ' Dr.R.Kaufmaun Präsident. Schiifttührer. Marburg, den II. Dezember 1904. Hochgeehrte Herren und Brüdei! Das Glückwunschschreiben, mit dem Sie mich beehrt haben, hat eine grosse Freude ober mich gebracht, und die warme persönliche Art, in der Sie mein Streben anei kennen und. auch der Mithülfe meiner Frau so herzlich gedeuken. verpflichtet mich Ihnen, zu innigem Danke. Es ist ein schönes Zeiclren für unseren Bund und unseren Orden, dass die Bestrebungen der Brüder um die Fortbildung der Wissenschah beachtet und gewürdigt werden. Und es ist besonders tröstlich, wenn die Grenzbeziehungen zwischen der allgeineitien Wissenschaft und der des Julenthums beobachtet werden, so dass der erfrischende Wie lerhall geweckt wird. Sie weisen mit Recht darauf hin. dass es die Pflicht der Wahrhaftigkeit war, welche die Würdigung des Jirdenthums in meiner systematischen Ethik forderte.' Meine Begeisterung für das Judenthum wurzelt in der Ueberzeugung von «lern ethischen Werthe'unserer Gotte.-idee: im Zusan menhange meker wiss»T.- schattlichen Einsichten steht mein Judeuthum. Daher schätze ich mich besonders glücklieh darüber, dass es mir vergönnt gewesen ist. bevor ich mit grösseren Arbeiten über die Idee des Judenthums hervortrete, die Bedeutung dei selben innerhalb eines philosophischen Systeus aufzuzeigen. Es Ist nicht der Iustinct der Anhänglichkeit an Confes-ion und Stamm, dem ich die Leitung in meinem jüdischen Bewusstseiu anvertraut hätte, sondern philosophische Methodik,;<>weit sie mir gegeben ist, und geschichtliche Coutrvlle haben mir den Weg gewiesen und licht erhalten Aus diesem Gedanken schöpfe ich besonderen Muth. In der wissenschaftlichen Arbeit darf man an den Erfolg nicht denken, geschweige ihn berechnen. Die religiösen Dinge aber verrlechtetf sich unvermeidlich mit der praktischen Kultur. Daher dürfte hier ein Ausblick und eine Sehnsucht verstattet sein. So ist es denn meine innigste Hoffnung, zu deren -Aussprache Ihr Glückwunschschreiben mich ermuthigt, dass dieses Buch, welches sich des Gottes Israels rühmt, von unseren Glaubensgenossen mit dem Interesse, dem Ernste und dem Verständniss aufgenommen und nach Kräften verarbeitet' werden möchte wie die grosse Sache an sich dies fordert, wie solche Gelegenheit in unserer heutigen schwierigen Lage aber ganz besonders zu nutzen sein möchte. In dieser Hinsicht hat es einen neuen sachlichen Werth, dass Sie das Erscheinen dieses Buches begrüssen. Ihre Anerkennung ermuthigt mich so nicht allein zum rüstigen Weiterstreben, sondern sie ei öffnet mir zugleich die froLe, über Alles erwünschte Aussicht -auf die unmittelbare Einwirkung auf unsere Glaubensgenossen. Mit innigstem Danke bleibe ich in unverbrüchlicher Treue von ganzem Herzen der Ihr ige H. C o h e n. Aus dem Jahresbericht des Präs. tfr. Dr. Blau am Stiftungsfeste der Frankfurt-Loge. I nsere Loge, die am Ende des vorigen Berichtjahres 300 Mitglreder zählte, hat in diesem Berichtjahre einen Zuwachs von 29 Mitgliedern erfahren, wozu 3 zwar aufgenommene, aber noch nicht eingeführte Bewerber treten. An Neuanmeldungen, die vom Anmeldeausschuss bereits aeeeptht sind, liegen 8 vor. Dem gegenüber steht ein Verlust von fi Mitgliedern, die der grause Tod aus unserer Mitte gerissen und denen wir jederzeit ein treues und dankbares Gedenken bewahren werden. Ihre Seelen, sowie die unseres früheren Mitglieds, Br. Alfons Jacobson, mögen nach dem frommen Worte unserer Väter aufgenommen sein, in den Bund des ewigen Lebens! In dem vergangenen Jahre war die Frankfurt-Loge nui an der Gründung einer L^ge, der in Metz, und iwar dank fast der ausschliesslichen Tätigkeit eines in diesen Dingen allerdings besonders bewährteu Bruders betheiligt Wenn man bedenkt, dass die Frankfurt-Loge im Jahre 1902 Ibei mehr als 4, im Jahre 1903 bei 4 Logengründungen in hervorragendem Maasse mitwirkte, so kann es keinem Zweifel unterliegen, dass die propagandistische Thätigkeit der Loge, in der sich nach der Ueberzeugung unserer Besten ihre höchst« Kraft zeigt, nachgelassen. Wenn nun auch aus verschiedenen, hier nicht näher zu erörternden Gründen der Mangel propagandistischer Tätigkeit nicht einen Schluss auf ein Erlahmen der propagandistischen Kraft überhaupt zulässt, so giebt ei uns doch Veranlassung, darüber nachzudenken, inwiefern i und inwieweit nach dieser Richtung die hierzu berufeneu Kraft« unserer Loge einzusetzen haben werden, um der Frankfurt- Loge in uu-erem Orden den alten^Ruhm der Logengründerii] par excellence zu erhalten und djesen Ruhm womöglich zu mehren. Eine erste Rolle in unserem Logenleben spielt dUi geistige Thätigkeit. Ist es doch eine Hauptaufgabe unserer Logen, den Brüdern, welche nach des Tages Last und Mühe sich zusammenfinden, ideale Nahrung zu bieten, jene Nahrung, die den Geist und damit die Würde jedes Einzelnen hebt, sein Gemüt stärkt und sein Herz aufnahmefähig macht für alles Grosse und Erhabene im Menschenleben. Geselligkeit und Wohlthätigkeit sind gewiss zwei sehr wichtige Fakforen im Logenleben, aber man kann sie aus demselben — wenigstens zeitweise — ausschalten, und die Loge wird weiter existiren und ihre Existenzberechtigung behalten. Schalten Sie aber das geistige Leben aus der Loge aus, so haben Sie ihr den Lebensnerv unterbunden. Diese Ueberzeugung ist in Bruderkreisen so allgemein, dass das geistige Leben einer Loge als Maassstab tür ihre Werthschätzung, für ihre Bedeutung im Orden gilt. „Die und die Loge arbeitet gut,