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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 5 — Ziele zu hemmen und sie zu hindern, sich nenen Aufgaben zuzuwenden, eben weil der Haushalt der Schwester fast alle verfügbaren Mittel in Anspruch nimmt. Und die kleineren Logen, zu denen doch die meisten in unserem'Orden zählen, werden bei ihrem geringen Etat garnicht daran denken können, eine Schwester bei sich anzustellen,, wenn sie den, ganzen Unterhalt der Schwester, wie es die Giossloge zur Zeit verlangt, bestreiten sollen. An Aufgaben würde es aber auch in den kleineren Städten nicht fehlen : giebt es auch nicht vorwiegend Pflegen bei wohlsiluiiten jüdischen Familien, für welche auch bisher gut gesorgt war, so steht in der Pflege der ärmeren Volksschichten auch der anderen Konfessionen ein weites Thätigkeitsfeld für die jüdische Krankenschwester offen, und hier wäre ein Platz, deutlich zu zeigen, dass die Juden gerne bereit sind, auch ihren armen christlichen Mitbürgern nacli Kräften beizustehen. Bei Krankheit in armen Familien, besonder bei Erkrankung der Familienmulter ist es oft gar traurig mit der Pflege bestellt, dafür kann jeder Kenner der Verhältnisse Beispiele in Menge anführen. liier könnte die Krankenschwester unsäglich viel Gutes stiften, uud viel Elend lindern zu Ehren-des Judenthums, zu Einen unseres Ordens. Aber soweit dürfen wir bei den gegenwärtigen Verhältnissen garnicht denken, und die kleinen Logen müssen verzichten auf diesen Lieblings wünsch, fällt es doch den mittleren Logen schwer eine oder gar zwei Schwestern zu unterhalten. Wäre aber vielleicht doch eine Veringerung der Kosten lür die Einzellogen möglich, könnte nicht die Last auf mehr Schultern veiteilt, und so die ganze Krankenschwestern angelegenheit auf eine breitere Basis gestellt werden? Bisher haben ja schon in sehr uneigennütziger Weise die grossen Logen, die bereits ihre eignen Krankenschwestern haben und auf die Logenkrankenschwestern gar keinen Anspruch machen, an den Kosten für deren Ausbildung theilgenommen, und man darf sicher von dieser Seite auch auf ein weiteres Entgegenkommen rechnen. Man sollte meinen, die Grossloge, die sich die Ojerauf sieht über die Krankenschwestern vorbehalten hat, die den Vorsitzenden des Krankenschwesternausschusses bestimmt, die diesen Ausschuss kontrollirt, und sich von den Kranken Schwestern monatlich berichten lässt, und auch die von ihr erwarteten Ueberschüsse nach § 10 der darüber geltenden Bestimmungen zunächst überwiesen haben will, sollte auch dafür ein Aequivalent bieten, indem sie dauernde Pflichten übernimmt, d. h. an den laufenden Unterhaltungskosten der Schwestern sich betheiligt. Deshalb ist der Antrag der August-Lameyloge, ,,die Grossloge möge die Kosten der Versicherung der Krankenschwestern gegen 1'ufjll etc. mit 250 Mark pro Kopf und Jahr, übernehmen", sehr zu begreifen, und der Empfehlung und Unterstützung würdig. Damit könnte manches Hemmniss, das sich der gedeih liehen Weiterentwicklung unserer Krankenpllegerinnenfrage in den Weg zu stellen scheint, wegfallen, und eine flotte Entwicklung könnte Platz greifen. Hätten die kleineren Logen eher Aussicht, eine Schwester anstellen zu können, sie wären sicher auch eifrig bestrebt, brauchbare Schülerinnen ausfindig zu machen, während sie, und das ist rein menschlich sehr leicht zu begreifen, sonst doch in ihrem Eifer für die das ganze Judenthum ehrende Sache erlahmen könnteu. Vorläufig könnten die in Frage kommenden Betrage wohl noch aus den laufenden Mitteln der Grossloge )-■■■ stritten werden, in Zukunft aber, wenn die Grasslage eine weit grössere Anzahl voa Krankenschwestern den Einzeiligen wird zur Verfügung stellen, und das hoffen irir mit Sicherheit^ wird es sich freilich darum handeln, diese Summen, die einige tausend Mark wohl nie überschreitep Werden, anderweitig zu beschallen. Und sollte es nur auf dem Wege ein. i kleinen Beitragserhöhung gehen, ' die segensreiche uud eminent propagandistische Einrichtung der jüdischen Krankenschwestern wäre auch dieses kleine' Opfer werth.'' Br. Liebhold geht auf d\e "einzelnen .Momente seines Referates ausführlich ein, und ersucht dem oben bezeichneten Antrage zuzustimmen. ('orteferent Br. Ad, Mayer betont demgegenüber, dass die Krai-keirpflegeeinrichtung der Grossloge im Jahre 1905/06 durch Einsteilung einer grösseren Anzahl Schülerinnen ohnedies .mindestens 8000 Mk. Kosten .verursachen dürfte und es mit Rücksicht auf jden Vom Finanz- Oomite erstatteten Etatentwurf pro '£905 '>»'> nicht zu verantworten wäre, noch weitere Körten auf die Grosslogenkasse zu übernehmen. Je grösser die Zahl uusecer-Schwestern,* desto mehr wächst auch -die" Last für die Versicherung derselben, wenn diese von -der Grossloge, allein getragen werden soll. Anders wenn die,einzelnen Logen den jährlichen Betrag von Mk. 250.-- pro Schwester zu leisten haben. Br. Mayer stellt einige Ausführungen des Br. Llebhold' richtig, und ersucht, den vorliegenden Antrag abzulehnen. An der Debatte hierüber betheiligen sich noch die BBr. Placzek. Kuznitzky, Flörsheim, Levy, .Heinemann, Oallmann und G^ldstein, worauf der Antrag mit 8 gegen 8 Stimmen abgelehnt w ird. Ein von Br; Flörsheim gestellter Unterantrag, die aus den vorliegenden Anträgen erwachsenden Kosten vorläufig auf 2 Jahre von der Grossloge zu übernehmen, wird gleichfalls abgelehnt, und zwar mit S gegen 7 Stimmeu.- Das Finanz Coniite der Grossloge erstattete folgenden E t a t - V o r a'n s c h l a g p r o 1 9 0 5 / O 6 : „Dem Wünsche des geschäftsführenden Ausschusses entsprechend überreichen wir Ihnen in Folgendem einen Etatvoranschlag pro 1905, wobei wir indessen bemerken müssen, dass unser Abschhiss pro 1904 erst nach einiger Zeit wird fertiggestellt werden können. -■- Demzufolge beruhen unsere Angaben im Voranschlag pro 1905, soweit solche' nicht bereits durch Bewilligungen der Grosslogen-Organe festgelegt sind, auf Schätzungen, die indessen sich jals zutreffend' erweisen dürften. — .' . I 1 ' " - * " ■ :'t ' Bei dieser unserer Aafßtellung" lehnen wir uns an die alljährlich erstatteten Finanzabschlüsse an und giebt dieses Formular wohl auch die zulässigste Uebersicht. — Schliesslich wollen wir einleitend hoch bemerken, dass wir den Mitgliederbestand per Ultimo 11)04, von welchem die Beiträge für das erste Quartal 10()ä zu berechnen sein werden, auf 0000 angenommen haben. — Diese Annahme dürfte .zutreffen, höchstens eine kleine unwesentliche Differenz ergeben. A . E i ri nähme n : 1. Von Gt)00 Mitgl, zumT Grosslogenfouds ä M. 5.—. M. 8i M«K». — 2. „ rfiOOO „ „ Neuen Centralj "Foods . . aM. 3.— 'M. 1*000.— 3. 1905 einzunehmende* Zinsen . . . . .. ■). .. 2Q>H>- / - M. ölK-MH).— I

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