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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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theilt der Präsident mit, dass der 1. Vicepräsident Br. Wisloch vor Kurzem das 50. Lebensjahr erreicht hat, und diesen Tag in aller Stille begangen, wodurch der Grossloge die Gelegenheit genommen war, auch diesem verdienstvolleu Mitgliede der Grossloge die freudige Antheilnahme zum Ausdruck zu bringen. Namens der Grossloge gratulirt der Grosspr. dem Br. Wisloch nachträglich auf das Herzlichste! Für «1 i e in Metz zu errichtende Loge wird, nachdem Br. Wisloch referiert hatte, wobei er besonders die Verdienste des ßr. Eugen Cahen-St. Johann hervorgehoben, der Freibrief einstimmig bewilligt, und auch der Name für diese Loge „Lothringen- Loge" bewilligt. Audi für Lissa, von wo eine Petition mit einigen $0 I uteiSchriften eingeganger-, wird, nachdem Br. Placzek belichtet hatte, der Freibrief einstimmig bewilligt, und spricht der Prä«, all' denen den Dank .!< r Gutsloge aus. die sich um die Gewinnung von Metz und Lissa tür unsere gute- Sache verdient gemacht haben. Von Br. Dr. Maretzki war der Antrag auf A b - iialtuug einer Grosslogensitzung auch 1005 H woiden. Dieser Antrag wird von ßr. Dr. Maretzki zurückgezogen. Es, leitete ihn bei der Stellung dieses Antrages diia Absicht, einen nochmaligen Beschluss darüber herbeizufühieu. ob aulässlich des 25 jährigen Bestehens des 1 »rdens in Deutschland eine Geschichte unseres Distiikts _ h^-t ausgegeben werden soll. Werde diese Frage bejaht, so müsse nlme jede Verzögerung das Werk in Angriti genommen werden, dessen Herstellung sicherlich eine sehr lange Zeit in Anspiuch nehmen dürfte. Eine nochmalige Stellungnahme zu dieser Augelegenheic sei um deshalb erforderlich, weil sich der Durchführung des Planes bisher schon ausserordentliche S liwierigkeiten entgegengestellt haben, die Br. Dr. Maretzki detailliert bezeichnet. Nach kurzer Debatte beschließt die Yeisimmlung den einmal gefassten Beschluss, die Geschichte inserer Distrikts zum 25jährigen Bestehen herauszugeben, aufrecht zu halten, und mit der Abfassung des Geschichtserkas Br. Dt. Maretzki allein zu betrauen^ Die Frage der Beschickung der diesjährigen o,nveatioB wird dadarch erledigt^ dass Br. Bergel einstimmig mit unserm dtesbezügl. Mandat betraut wird. Der Punkt der* Tagesordnung „Bericht über den Beguck in denLogen seitens der Mitglieder des Gen.- < >m.i: rutt eine längere Debatte hervor, in welcher zunächst bet uit wird, dass bisher nur der kleinere Theil unserer Logei besucht wurden. Die Berichte hierüber seien erst in den letzten Tagen eingegangen, und müssen durch den geschäftsführenden Ausschuss gesichtet werden, bevor das Gen.-Com. sich mit den einschlägigen Fragen, die in dea Berichten behandelt w gestimmt, indessen erden, beschäftigen könne. Dem wird zu- ' allseits gewünscht, dass diejenigen Mitglieder des Gen.-Cokn., die bereits- Besuche ausgeführt haben, ihre Erfahrungen ic der heutigen Sitzung austauschen mögen. Parui berichten die Br. Lieb hold, Goldsteiu. Beer. Flörsheim. Wisloch, Bloch, PIacsek und Kenlpner über die Eindrücke, die sie bei ihren Besuchen in den Logen gewonnen, wobei mancherlei Mängel eben* o\aber~ auch viele Vorzöge angeführt wei den. An der Debatte biet über nehmen auch die Br. Su-smann und Schuck Autheil. und soll für die nächste Sitzung des Gen.-Gom. über diesen Gegenstand auf Gruud der eingegangenen Berichte seitens des geschäftsführenden Ausschusses ein umfassendes Referat erstattet werden. Zu dem Antrage auf Tragnng der Kosten für die Versicherung unsererSchwestern gegen' Unfall etc. seitens der Grossloge hat Br. Liebhold folgendes Referat erstattet: ..Der Grossloge sind bisher 6 für hie ausgebildete Schwestern von dem Verein zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen in Berlin überwiesen worden, davon sind 5 placiert, eine harrt noch der Unterbringung. Die (»000 Mark, die für die Krankenpflegerinnen-Einrichtung seitens der Grossloge jährlich ausgesetzt worden sind, wurden bisher bei Weitem nicht verbraucht, weil nicht genügend Schülerinnen vorhanden waren. Das scheint jetzt , anders werden zu wollen, denn 4 Schülerinnen sind noch in der Lehre, 2 werden inoi Laufe dieses Frühjahres eintreten, undes ist mit Sicherheit anzunehmen,1 dass noch weitere. Meldungen von brauchbaren Schülerinnen eingehen werden. Also um tüchtigen Nachwuchs braucht uns nicht mehr bange zu sein; je mehr unsere immerhin noch neue Einrichtung bekannt wird, je mehr die jüdische Bevölkerung durchdrungen wird von der Befriedigung, die dieser edle und angesehene Beruf gewährt, um so bessere Elemente werden sich uns als Krankenpflegerinnen anbieten, besonders da die Ausbildung keinerlei persönliche Kosten macht, und der Beruf eine gegen alle Fährlichkeiten des Lebens gesicherte Stellung bietet. ', . Anders allerdings liegt die Sache mit der Unterbringung der ausgebildeten Schwestern. Wir sind überzeugt, jede, auch die kleinste Loge hätte den Wunsch, eine jüdische Krankenschwester in ihrer Stadt zu haben. Darüber brauche ich mich nicht des Weiteren auszulassen, die Vorzüge der jüdischen Schwester für die jüdische Familie und speciell für die armen jüdische Familien hat Br. Dr. Feldmann in Stuttgart in seiner bekannten Broschüre erschöpfend und überzeugenddargelegt. Aber wird es auch jeder Loge möglich sein, wenn ihr eine Schwester angeboten wird, so gern sie es möchte, und so sicher auch ein Wirkungskreis für die Schwester zu finden wäre, dieselbe anzustellen, d. h. ihr das zu garantieren, worauf jede Schwester nach der Bestimmung der Grossloge Anspruch hat? Das wird nicht der Fall sein. Die Grossloge verdient den allergrössten Dank, dass sie die Ausbildung jüdischer Krankenschwestern energisch in die Hand genommen, und. .freigiebig die Mittel zur technischen Ausbildung bereit gestellt hat. Der erste wichtigste Schritt war damit allerdings gethan. Wenn man aber gemeint hat, damit hätte die Grossloge alles geleistet, was man von ihr billiger Weise verlangen könnte, und die Schwestern, einmal untergebracht, wären in der Lage, ihren Unterhalt annähernd selbst zu verdienen, so war das entschieden ein Irrthum. ' 7 Die -Bestreitung der einmaligen Ausbildungskosten ist geringfügig gegenüber den dauernden Unterhaltungskosten, die den Einzellogen zufallen, und die wohl mit 1500 Matk nicht zu hoch bemessen sind. Von dieser Summe wird durch bezahlte Pflegen nur ein verhältnissmässig geringer Theil gedeckt] Diese 1500 Mark sind schon für die mittelgrossen Logeri eine recht erhebliche Summe, und imstande, eine Loge in der Ausführung ihrer sonstigen Aufgaben und

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