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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 9 - Dezember
Article
Beilage zu Nr. 9
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. «. Beilage Dezember 1904. Pt zum Bericht der Grossloge für Deutschland U. 0. B. B. Die Gesundheitsvefhältnisse der Juden. ) '■■ ' Br. Dr. M*aretzki. I. %' Immer und imitier erregt es Staunen urtd Verwunderung, dass der jüdische Volksstamm sich ziemlich unversehrt erhalten hat, in allen Zonen der Knie tn >tz verschiedener klimatischer, politischer, wirlltschaftlichcr, socialer Verhältnisse sich durch den Wechsel der Zeiten in seinem innem Bestände kaum verändert durchgeschlagen . hat, trotz materieller und geistiger Bedrückung in «einer Gestaltung und Lebenskralt init nur gernigen Veränderungen sicli erhalten hat. „Ks giebt für diese Verhältnisse kaum ein analngon in der Geschichte der \"olker" spricht Glatter in seiner Studie der Lebenschancen der Israeliten. So haben seit einem halben Jahrhundert Aerzte, National- 'Ökonomen und Statistiker aller Lander sich der .Mühe Unterzogen, die Judenheit auf ihre Gesundheitsverhältnissc zu prüfen, ihre Beobachtungen und Ergebnisse zu veröffentlichen. Ks liegt eine Fülle von .Material, allerdings zerstreut und in verschiedenen Sprachen vor, so dass es Jur einen 'Nichtsprachkundigen unmöglich ist, die Arbeiten zu lesen und zu verwerthen. Im vorigen Jahr ist eine Arbeit von Dr. Hoppe'i in Königsberg erschienen', der ' das gesammte Material in begrenzter Form, zusammenfassend und doch übersichtlich und eingehend behandelt. Das Ergebnis dieser Studie ist so interessant und werthvoll, giebt über' Vieles klaren Aufschluss? bringt Belehrung and Winke für die künftige Lebensweise „für die bessere Ausgestaltung unserer Gesundhcitsverhältnisse", dass es nützlich und werthvoll 'l Dr. II. I{o|>|><- Krankheiten und Sterblichkeit bei Juden lind Nichtjuden. Zuhlen and Tunellen sind dem Uuche entnommen. erscheint, sie den Brüdern zum fleissigeil Studium vorzulegen. — Und wahrlich, es ist an der Zeif, dass wir uns ernstlich mit diesen Dingen'/beschäftigen. Schon lange haben einsichtsvolle Männer unseres Glaubens gemahnt, den'Gesundheitsverhältnissen unseres Yolksstammes eingehende Aufmerksamkeit zu widmen, auf verschiedene l'ebclstände hingewiesen. Die junge«; Generation rührt sich auch auf diesem Gebiete, sucht durch praktische Maassnahmen gesundljeitschädigende Einflüsse hinwegzuräumen,'; eine Sanierung des jüdischen Yorkskörpers herbeizuführen.. I )ie Gesundheitsverhältnisse der Juden zeigen eine ganz bestimmte Kntwicklung ' und eigenartigen t'harakter, der durch die gesammte Judenheit fast ausnahmslos zu verfolgen ist. Auf der einen Seite haben die Juden eine grössere Lebensfähigkeit und Lebenskraft als die Völker, unter denen sie leben, auf tlcr anderen Seite eine geringere Vermehrung, kleinere Geburtsvziffer;' auf der einen Seite eine geringere Erkrank,ungsziffcr, vor allem eine grössere Immunität gegen ansteckende, sogenannte Infectionskrankheiten, auf der anderen Seite ein erhebliches lebergewicht in Nervenleiden (im allgemeinen Sinne gebraucht)'. I ha reiche statistische Material hat -der Ver fasser zusammengetragen, das ich zur Erhärtung der obigen Thatsachen etwas ausführlicher dar-, legen will. Zunächst ergiebt die Statistik, dass-; die Sterblichkeit der Juden in allen '.Ländern > wesentlich geringer ist, als bei den Nichtjuden. So starben in Breussen 1841—1860 auf 1000 Personen bei den Christen, i0,2 M- 28,2 W \ei den Juden 19,8 M. 17,1) W; nach einem anderen — 50 —

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