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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-12-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 9 - Dezember
Date
1904-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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schenkten» oder gespartem Gelde in die Büchsen ttiun; dieselben werden halbjährlich geleert, und der Inhalt wird t arme Kinder verwendet. Auch nach aussen hin hat sich unsere Vereinigung betätigt, indem sie sich an der Gründung des jüdischen Frauen- I indes betheiligte. Dieselbe War im Anschlass an den interj ationalen Frauenkongress in Berliu (funi 1904) geplant, ,.iid es wurden die beiden Vorsitzenden, Frau Fanny Blau ind Frau Ella Seligmann, hierzu nach Berlin deligiert. Zu lern internationalen Frauenkongress konnten wir Deligierte nicht entsenden, da unsere Vereinigung erst nach Schluss desselben durch Beitritt zum Bunde deutscher Frauenvereine Bedingung hierzu geschaffen hatte. , Ins Auge gefasst ist eine Jugendgruppe Als einleitenden S hritt .veranstaltet die Frauenvereinigung verschiedene Vortragscyklen für junge Mädchen — auch für solche, die nicht unserer Vereinigung angehören — über jüdische Geschichte und Litteratur, über häusliche Krankenpflege und Hygiene sowie über Frauenpflichten. Was das gesellige Zusammensein anbetrifft, so haben wir von einem sehr schönen Purimfest zu berichteu, das von allen Theilnehmern als in jeder Beziehung gelungen bezeichnet wurde. Zum Schluss entledigen wir ir s der angenehmen Pflicht', allen den Vereinen zu danken, die unsere sociale Arbeit durch!ire bereitwillige l'nterstützung gefördert haben, insbesondere ilera Hauspflegeverein, dem israelitischen Hilfsverein, dem Almosenkasten und der Verwaltung des Gemeinde-Hospitals. Vor allem aber sind wir der Frankfui t-Loge zu Dank verpflichtet für all das, was sie für das Zustandekommen und Gedeihen unserer Vereinigung gethan hat. Wir hoffen, dass vorstehender Bericht gezeigt hat, mit ^elch freudigem Eifer und schönem Erfolge unsere Vereinigung ti-beitet, und so wollen wir dem - Wunsche Ausdruck geben, lass uns ein weiteres Jahr auch weiter fördert in dem, was wir erstreben und erreichen möchten. B. Sonderberichte. I. Bericht des socialen Comites. Das sociale Comite, unter dem Vorsitz von Frau D r. H oi r o v i t z , arbeitet seit dem April dieses Jahres in ständiger Gemeinschaft mit dun hiesigen Hauspflegeverein. Diese Verbindung mit genanntem Verein ist insofern von grossem Vorhtil, als sie dem Comite die erforderlichen pekuniären Mittel sichert und zugleich den Rückhalt gewährt, welchen eine gm irganisirte, durch längere Praxis erprobte Geschäftsführung u bieten in der Lige ist. Das Comite hat denn auch ganz len Arbeitsplan des Hauspflegevereins zu dem seinigen gedacht. Auch in denjenigen Fällen, die der Hauspflegeverein einen Statuten gemäss nicht übernehmen darf und deren Kosten das Comite deshalb aus Mitteln der Frauenvereinigung bestreitet, wird ganz nach dem bewährten Vorbild verfahren. Zur Behandlung gelangten seit dem April 1904: Gemeinsam mit dem Hauspflegeverein .... 36 Fälle, davon sind noch im Gange ........ 12 „ durch das sociale Comite allein *......' 19 „ davon sind noch im Gange........ 6 „ Im Laufe der Arbeit des Comites hat sich die Notwendigkeit eines Voiraths an Kleidungsstücken, Wäsche und dergl. ergeben. Durch reiche Spenden' zahlreicher Mitglieder der Vereinigung ist eine wöchentliche Verthßilung ermöglicht worden. Unter der Leitung von Frau Schlesinger findet dieselbe an jedem Mittwoch, von 10%— U Uhr statt. Anschliessend daran tagt das Comite von 11—12 Uhr. II. Bericht des geistigen O o m i t c s. Das geistige Comite, unter dem Vorsitz von Frau D r. Heinemann, hatte für die Vorträge an den Vereinsabenden Sorge zu tragen. Es fanden sieben Mitgliederversammlungen statt, in welchen durch Vorträge und Referate mit nachfolgender Diskussion Anregung und Gelegenheit zu gegenseitiger Aussprache gegeben wurde. Es sprachen: Frau Dr. Blau über: „Unser Arbeitsprogramm". Hei r Dr. Seligmann über: „Das Problem der jüdischen Kultu ■ . Frau Emma Kahn über: „Die Zukunft unserer Töchter". Frau Dr. Höxter über: „Einige Gedauken über Mädchenerziehung''. Herr Dr. Heinemann über: ,,Die Frau im alten Griechenland'-; Frau Selma Schwabacher über: „Leonardo da Vinci". Frau Dr. Blau über: „Der internationale Frauencongress". Frau Dr. Seligmann über: „Die Gründung des jüdischen Frauenbundes". Fran Dr. Horovitz über: , Die Thäfigkeit des socialen Comites". Frl. Contor über: „Welches ist die. zweckmässigste Art der Wohlthätigkeit, um dauernd die Lage unserer armen Glaubensgenossen zu bessern'"!' i ■ III. Bericht des geselligenu*nd des ökonomischen Comites". Das gesellige un l das ökonomische Comite traten für «las Purimfest vom 6. März 1904 gemeinsam in Tnätigkeit. Durch lebende Bilder aus dem jüdischen Familienleben, durch deklamatorische, instrumentale und Gesangsvorträge wurde die zahlreiche Zuhörerschaft gefesselt Den Saal hatte die liebenswürdige Freigebigkeit eines Herrn der Frankfurt-Loge reich geschmückt. Das kalte Büffet fand lebhaften Zuspruch, ebenso die Blumen-, Cigarren- und Likörbuden, die — von einem Mitglied der Vereinigung gestiftet — für die. Armen rechlichen Ertrag brachten. Für die diesjährige Chanukkafeier arbeiteten beide Comites in Gemeinschaft mit den Herren des Geselligkeitsausschusses der Frankfurt-Loge mit schönem Erfolge. Das ökonomische Comite besorgte die für die regelmässigen Vereinsabende nothwendigen Anordnungen und verfügt schon Uber eiu kleines Inventar, meist aus Geschenken aq die Vereinigung stammend. Der Kassenbericht ergiebt eine Einnahme von zusammen Mk. 3504,67, darunter Ertrag des Purimfestes Mk. 1010,75 und Geschenke Mk. 1170,72. Nach Bestreitung der Ausgaben verbleibt ein Ueberschuss von Mk. 845,67 bei der Vereinigung und Mk. 308,85 , beim socialen Comite derselben. » * * - Dieser Bericht ergiebt ein stattliches Bild von der segensreichen Tnätigkeit der Frankfurter' Frauen-Vereinigung

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