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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-12-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 9 - Dezember
Date
1904-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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wusste er vieles Interesse abzugewinnen. Dann aber, als er die neuen Brüder begrüsste, als er sich insbesondere den Söhnen unserer Brüder zuwandte — sein eigener Sohn war ja unter den Kandidaten — da war alles wieder im Banne der festlichen Stimmung, die uns den ganzen Abend gefangen hielt. ,,Wohlthätigkeit, Bruderliebe und Eintracht*, diese 3 Pfeiler unseres Ordensbaues setzte unser Br. Präs. den neuen Brüdern in ihrer ganzen, hohen Bedeutung auseinander. Damit war die eigentliche Einführung, nicht aber die stimmungsvolle Feier beendet. -» Br. Expräs. Bloch brächte die Glückwünsche der Berliner Logen, insbesondere der Reichsloge, die sich an dem Autblühen der Berthold Auerbach-Loge freue, wie die Mutter am Gedeihen des Kindes. Namens der zahlreichen auswärtigen Delegirten beglückwünschte uns unser verehrter Br. Hugo Schlesinger Frankfurt, der an diesem Abend seinen jüngsten (vierten) Bruder unserer Loge zuführte. Er feierte die Berthold Auerbach- Loge mit Worten, deren Wiedergabe dem Mitglied dieser Loge die Bescheidenheit verbietet. Ernst und Freude zugleich durchzog die Versammlung, als Br. Präs. unseren lieben Br. Herrmann Abraham begrüsste, der zum ersten Male nach seinem schweren Unfall unter uns weilte. Br. Abraham erwiderte. Vor uns stand ein Mann, den das Schicksal wohl zerschmettern, aber nicht beugen kann. Er legte Zeugniss dafür ab, dass Bruderliebe bei uns kein leeres Wort sei, er dankte dafür, dass die sorgende Aufmerksamkeit der Brüder ihm manche schwere Stunde erleichtert habe. Keinen gab es unter uns, der nicht tief ergriffen zuhörte, und manch einen sah man, der sich der Thränen nicht erwehren konnte. Br. Louis Sachs hatte es übernommen, in der kurzen, für den geschäftlichen Theil der Loge übrigbleibenden Zeit, eine kleine Uebersicht über die Thätigkeit des Ordens auf dem Gebiete der Ausbildung von Krankenpflegerinnen zu geben. Br. Sachs machte es möglich, uns in wenigen Minuten einen sehr lohnenden Ueberblik zu verschaffen' 4ind so den neuen und den alten Brüdern Einsicht in einen wichtigen Zweig der Ördensthätigkeit zu gewähren. Der Vortrag des ^Hallelujah* schloss die schöne Feier. Ein ebenso schönes Bruiermahl hielt 380 von uns dann noch lange — vielleicht zu lange — zusammen. Wenn wir auf das Fest zurückblicken, so dürfen wir eine gewisse stolze Genugthuung empfinden. 25 auswärtige Delegirte, 90 Br. der Dtsch. Reichsloge, 95 Br. der Montefiore-Loge und über *250 Br. unserer Loge nahmen Theil. Eine solche Sammlung der Br. zu stände gebracht zu haben, das rechnen wir uns als Verdienst an. Mancher, der nur dem Namen nach zu uns gehörte, hat sich auch im Herzen bei dieser Feier wieder zu uns gefunden. Der Erfolg aber, auf den wir stolz sind, er gilt in erster Linie nicht der Berthold Auerbachloge, er gilt vielmehr dem Orden und unserer grossen Sache. Wir konnten ihn nur dadurch erringen, dass unsere lieben Schwesterlogen, insbesondere die Berliner uns die aus der Zahl der Erschienenen sich ergebende thalkräftige Unterstützung gewährten. Dafür können wir ihnen nicht genug danken. Nichts bereitet uns grössere Freude als das i rständnisvolle Entgegenkommen, das die Schwesterloger «j dieser glänzenden Kraftprobe des Ordens uns bewiesen ha on. Alfred Story, prot. Sekr. ■ : ■; /~ •-- Erster Jahresbericht . " der ' Frauen Vereinigung der Frankfurt L< je in Frankfurt a. M. für <lwi Zeitraum vom 15. Decomber 1!X).'! bis 16. Deceniher XU. A. Allgemeiner Bericht Wir sehen nuumehr auf ein Jahr des Bestehens un>erer Vereinigung zurück und können mit Genugthuung konstatireo, dass dieses eine kurze Jahr nach verschiedenen Richtungen hin unserer Vereinigung schöne Erfolge gebracht hat. Am 16. Dezember 1903 wurde nach lebhafter Debatte, in der das Für und Wider eines Zusammenschlusses nach alleD Seiten hin erwogen wurde, die Frauen Vereinigung der Frankfurt-Loge begründet. Durch regelmässige Zusa künfte, durch Meinungsaustausch, durch belehrende Vorträge ist seitdem ein schönes Gefühl der Zusammengehörig1^... - weckt worden. Aber auch die praktische Thätigkt in unserer Vereinigung hat sich in ungeahnter Weise fruchtbar entwickelt. Wie bei der Gründnng scharf betont wurde, sollte die Vereinigung in keiner Weise das Odium einer sogenannten. Concurrenz in Wohlthätigkeitssachen auf sich laden und vor allen Dingen "nicht zur Decentralisation der hiesigen Wohlthätigkeit beitragen. Wann auch immer Bittgesuche an die Vereinigung herantraten, immer hat sie sich mit dem Unterstützungscomite der'Loge, dem israelitischen Hüfsverein, der weiblichen Fürsorge oder anderen Vereinen in Einvernehmen gesetzt. i Als schönsten Erfolg unserer Thätigkeit können wir unsere Verbindung mit dem Hauspflegeverein bezeichnen. Unsere Vereinigung hat sich demselben als jüdische Abtheiiong angeschlossen und dadurch einem grossen Nothstand abgeholfen. Viele arme jüdische Frauen hatten ehedem Iiber auf eine rationelle Pflege verzichtet, als das3 sie sich au den allgemeinen Hauspflegeverein gewandt hätten; manche Frauen wussten früher überhaupt nicht, an wen sie sich wei;!en sollten. Dem ist nnn jetzt in bester Weise abgeholfen und damit ein grosses Stück socialer Arbeit geleistet. Es ist ans gelungen, vielen jüdischen Frauen Wochenpflege und Krankenpflege zu Theil werden zu lassen, und zwar ausschlies^ ch durch jüdische Frauen, denen auch dadurch ein neuer •> werbszweig eröffnet ist und die sich sehr gut bewähren. A!:es genauere ist aus dem Sonderbericht des socialen Comi j3 ersichtlich, welcher auch von der Vertheilung von Kleidun sstücken an Arme zu erzählen haben wird. Um unsere Kinder frühzeitig daran zu gewöhnen, au'.h der armen Kinder zu gedenken, haben wir Sparbüchsen anfertigen lassen, die in den Kinderstuben aufgehängt wer<!< u sollen. Die Kleinen sollen ab und zu einige Pfennige von

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