Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Date
- 1904-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Schiffen gesorkt werden. Diese Aufgaben sind zu losen von Comites, die jedes einzelne Land im Anscbluss hu die bestehenden zuständigen Organisationen selbständig zu schaffen bat, insofern; sie nicht vorhanden sind. Die nötigen Informationen air jene Comites sollen durch, ein ständiges Bureau, das alle erforderlichen Materialien zu sammeln hat, herbeigeschafft werben. Der Zusammenhang zwischen den einzelnen Ländern wird gewährleistet durch periodisch wiederkehrende Konferenzen entsprechend derjenigen, wie sie in Frankfurt a. M. zur Zeit stattgefunden hat. Diese Anschauungen der Versammlung fanden ihren Ausdruck in den nachstehenden Resolutionen Davon aasgehend, dass .in keiner Weise irgend etwas Unternommen werden darf, was zur Auswandeiimg ermuntern könnte, wird beschlossen: 1. Dais die einzelnen Länder Vorsorge treffen, damit ' die osteuropäische Auswanderung von Land zu Land überwacht werde. 2. Dass ein Bureau mit dem Sitze in Berlin für In formationszwecke gebildet wird. Die daselbst ein gehenden Informationen werden den zuständigen Organisationen zur Verfügung gestellt; die Organisationen behalten das Recht der unmittelbaren Einziehung von Informationen. Dis Bureau in Berlin wird seitens des „Hilfsvereins der Deutschen'Juden'- und der „Gross-Loge für Deutschland U. 0. B. B." ins Leben gerufen. 3. Dass periodische Konferenzen zur Behandlung der öst ichen Emigrationsfragen zusammentreten. Die Einberufung steht 'dem Vorsitzenden des Berliner Bureaus für Informationszwecke zu, oder sie rindet statt auf Antrag einer der grossen jüdischen Wohlfah|rtsorganisationen. . Nach Annahme dieser Resolutionen, die fast einstimmig von der VeiSammlung gebilligt wurden, ging man zur Erörterung vor Detailfragen betreffend die Lage einzelner Länder und Städte über. Das Ergebnis dieser Debatten lässt, sich kurz-in folgender Weise zusammenfassen. Da die Auswanderung infolge starker Ansammlungen in den Gi osssti Ldten Englands und infolge der vielfach traurigen Verhältnisse des jüdischen Proletariats in Amerika keine Aussicht auf eine Linderung der Noth bietet, so erklärten sich die verschiedenen Organisationen bereit, zur Besserung der Lage' der )steuropäischen Juden in deren Heimathlähdern nach allen Dichtungen, insbesondere auch durch die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten entsprechend den Landesgesetzen helfend beiiutrageD. Der Vorsitzende, Herr-James Simon, schloss mit Dankesworten die durchaus harmonisch verlaufene Versammlung mit dem Ausdruck der Hoffnung, dass die gefassten Beschlüsse zum Segen der Glaubensgenossen gereichen werden. Br. Tjimendorfer führt dann des weiteren aus, dass schon am 11. Dezember eine Sitzung stattgefunden hat, um zunächst den oben angeführten Beschluss ad 2 zur Ausführung 2ü bringen.) In dieser Sitzung ist das Büreau gebildet worden durch Berufung der Herren Dr. Nathan und Dr. Elstädter als Vertreter des Hilfsvereins der Deutschen Juden und der Brüder Timendorfer und Berge], die Grossloge für DfcUüclilaxd vi Mietend — Es ist aossei dem beschlossen worden: 1. Die Herausgabe eines Koiresp mdenzblattes unter dem Xameu „Central-Informatiousorgau für Auswanderungsangelegenheiten, herausgegeben vom Hilfsverein der deutschen Juden und der Grossloge für Deutschland.'• 2. Die Logen in Ameiika-für die Aufgaben der Organisation hinzuzuziehen und Informationen mitdenselbenauszutauschen. 3. Das Institut der Grenzcoxites weiter auszubauen. , Schliesslich theilt Bi: Timendorfer mit, dass am 18. Dezember das beim Hil^veiein bestehende l'ntercomite für Galizien zu einer Sitzung einberufen werden wird, um über die Regelung der galizischen Lehrliugsfrage zu berathen. Hierbei soll vornehmlich festgestellt werden, wer die Kosten für die galizischen^Lehrliuge während der Lehrzeit tragen soll. Die nächste Sitzung des General-Comites wird für deu 22. Januar 1905 in Aussicht genommen. Es ist das die 100. Sitzüng die er Kötperschaft, und soll aus jliesem Aula^s ein gemeinsames Mittagessen der Mitglieder des General Comites a rangiert weiden. Das Bureau für Statistik der Juden gibt von Januar 1905 ab eine „Zeitschi ift für Demographie und Statistik der Juden" herauf und wird die Grossloge um Abonnement auf diese Zeitschrift ersucht. Die Versammlung beschliesst, auf zwei Exemplare dieser Zeitschrift zu abonnieren. Eine Loge ersucht unter ausführlicher Motivierung um Berufung eines Ex Präsidenten in das deutsche Landes-Comite, der auf dem Gebie' der Auswanderung besondere Erfahrungen besitzt. Diesen. Ersuchen kann nicht entsprochen werden, da die Anzahl unserer Vertreter in dem deutschen Landes-Comite durch wiederholte - Beschlüsse anf zwei Mitglieder begrenzt ist, dagegen soll die Zuziehung dea betr. Bruders durch unsere Mitglieder in dem Comite empfohlen werden, falls essich um Errichtung weiterer Grenzcomites handeln sollte. In der nächsten Sitzung des General-Comites sollen die Berichte der Mitglieder dieser Körperschaft über deren Besuche indenTochterlogen erstattet werden. Die betr. Brüder sind demgemäss zur Abstattung der Besuche bei den ihnen zugewiesenen^ Logen bis zur Sitzung des General-Comites zu ersuchen. Die Petenten in Metz haben für die dort zu errichtende Loge den Namen „Lothringen Loge" gewählt. Mit Rücksicht darauf, dass gegen Logennamen, jdie einen geographischen Begriff' darstellen, vielfach innerhalb unseres Distrikts Klagen geführt werden, soll den Petenten in % Metz nahe gelegt werden, der dortigen Loge lieber eipeu anderen Namen vielleicht den eines deutschen Dichters wie Goethe oder Schiller beizulegen, besonders den Schillers, dessen lOOjähriger Sterbetag demuächst allerorten begangen werden wird. Bezüglich der Unterbringung galizischer Lehrlinge durch die Logen unseres Distrikts ist mehrfach die Frage gestellt worden, wer die Kosten für diese Lehrlinge tragen soll, resp wie dieselben aufzubringen sind. Mit Rücksicht auf die am 18. Dezember stattfindende Sitzung des galizischen Untercomites des HilfsVereins der deutschen Juden, wird dieser Gegenstand bis zur nächsten Sitzung vertagt. Der bei der Grossloge geführte neaeCentr.al-Fonds ist im Verlauf des Jahres ausserordentlich in Anspruch ge-