Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 8 - November
- Article
- Beilage zu Nr. 8
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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Nim noch etwas: ..Wenn man Nahrungsmittel x<--''- kaufen will, müss man sauber kommen. Kskann 't . *' v " nicht jeder einen sputen Kock, es muss al>cr jeder •- J t - . einen sauberen Kock mit .angehathen kn<">*>ten anhaben." Der Mann i-t mir für . jeden l<?ath dankbar, kommt :i '4- Mal in der Woche zur •ungelegensten Zeit« liefert mir einen I heil lies Krf-es ah untl -drückt mir -eine Gefühle jedesmal m rührend unbelrollcncr W eise aus.. Den grössten, I heil «Ter Buchungen besorge ich in seiner otler er in meiner (icgenwart. Seme Fische sjiufc vorzüglich, der Kundenkreis wächst und wenn die heurigen I clilf mg*.- ihm den Bezug 'der;Fische nicht unmöglich machen, wird sieh sein fic-ehaft hoffentlich gut entwickeln. Sie-eilen audiesen beiden l allen. . dass es" - . - " ■ . . /- \:e! Müht* und Arbeit kostet. I-euten.. die -in ganz anderen Verhältnissen aufgewacbs'en -ind. einen nstiindigen Krwerb /.u verschaffen. < duckt es;' >er. -> i-t die Befriedigung gross. l ivd rick*h mit einem fJcbicte k/»rmt.en wir lins grossjL' Vcrdi<rns.fe verschallen und gr« »sseifl kisches v< a-Uenzen. Bei der L"iikenniniss dieser Leute mit unseren Landesgesetzen, bei ihrer lneffahrenheit in geschäftlichen Dingen.- bei der Verworrenheit ihrer: aBöfemcineil Verhältnisse-und . - f. bei dem l'm-iande. da-- Abmachungen fast nie In*<r>räcjser. •schrrttiieher Form erfolgen., darf c- cht Wunder ' nehmen, dass die 'iali/ianer \ lel |>P'/es-iren und dass die Art. w ie diese Prozesse geführt werden, viel Anstoss ifrregt. Ks i-t bereits mehrfach der Versuch gemacht v. "iilen. Prozesse der < iali/ianer unter sich den adi ntlichen fierichten zu entziehen und Cor Iii -i>ekt[)'-r--»ich. deren l'rtheil sieh die Streitenden inti rwerfen. /tun Austrage zu bringen. Es'nfüsstc * - . . mit aller Kncrgie dahin gewirkt werden und dazu ae darlte es v« >r Allem voller I nterstüt/ung seilen- - unserer jüdischen Anwälte, dass} -diese - Prozesse \..M der < icneht-tafcl vollkommen versebwindeii. Fnd noch Lins. Die 'i.dizianer. die unter fremden \ crhaltnissen aiil'gewachsen -ind. können wir nur -schwe r an unsere geordneten Verhältnisse ge\\. ■Ilnen. Aber es erwächst uns die heilige Pflicht, ihre Kinder, ilie init unseren Kindern aufwachsen, in unseren Anschauungen zu erziehen sie zu ehrlichen, zu reinlichen, zu pllichtreucu Menschen, zu gleichberechtigten.Mitgliedern unserer fiemeinde heranzuziehen.' Kine Tojehter eines un-erer würdigsten Brüder, des verewigten Herrn f)r Merzbacher hat für djese Kindel einen Kinder garten. vorerst im.. bescheidenem Aluassc, 'eingerichtet und wird ''zur Vcrgrösserunlg desselben demnächst die Mitw irkung der Loge sich erbitten I >iesc Umsihr im , reichstem Maasse zu Theii werden. Aber nicht genug damit. \\"'ir müssen ■•der heranwachsenden galjzischen 'lugend unser« grösste Sorgfalt zuwenden. Wir müssen, die Schulkinder zur pünktlichen - Bearbeitung de.i Schulaufgaben anhalten, wir müssen dafür sorgen. " dass. sie frisch giAvaschen und gekämmt" zw Schule kommen, damit nicht die Lehrerin gezwungen i-t. all die Kinder, die nie gebadet Werde.!! und keinen geeigneten Kaum besitzen, esind dies \ eririuthlich nur die gali/isehen abgesondert \on den übrigen zu setzen. Durch eri solches (jhetto im Kleinen wird das (iclühl der Menschenwürde l«-i diesen Kindern im Keime erstickt und LcrnbegKT.de' und Khrgei/ unterdrückt. Wir müssen im Vereine mit den Kelig;>mslehrern erzieherischen Kinlluss auf die ge- Säimmte galizische lugend gewinnen, tHer finden ili< Lehrer, die fiemeinde und de Logen ein w^eite-. hoffentlich dankbares l eid -für ihre Thätigkeit. Meine Brüder!. Sie haben vielleicht nicht gew us-t, wie viele Hilfsbedürftige in Ihrer nächsten Sähe I.mf Sie harren, welch igros-c Arbeit in der hiesigen galiziaiiischen Kolonie noch unser wartet. Stimmen Sie nicht ein in die Lästerungen derer, damit antisemitischen Augen aui ihre' ilauben«- "bruder herabschi/n. Bleiben sie sich bewusst dass auch ll^e eigenen Vater erst jene Kultur-" -liife sich erringen mussteii. auf der Sie selbst •/heute -stehen. Dedken Sie daran, dass- 'nicht *■ * ' ' eigene" Schuld. s< >n'dern das \ erbrechen der Ahnen derer, die auch heute uns überall ausschliesseu m< >chten. jene auf eine niedrigere Stufe herab--" gedrückt. Iiiuder! .Auch jene sind Ihre Brüder. auch ihnen gegenüber sind Sie zu Wohlthun, Bruderliebe und Lintracht verpflichtet. . z . %■ i *' ' l!/i--l..tii..-k. ••' Max Colin ilnli A M. Bni-krt/ti. Ilciliii SU". Itittcrstr 7s