Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 8 - November
- Article
- Beilage zu Nr. 8
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal additional
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4864325-6028963-6074096-6074097--0765-4864923- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
hiitjuKtä*' Hielt. ward uns diese neueste Speeles desAvissenschaftlichen Antisemitissmus vorgeführt / ' upl gelängten wir zur 'Erkenntnis, dass dieser Abart des'Rassen-Antisemitismus nur auf wissenschaftlicher Basis entgegenzutreten sei; in einem N'ecrolog, den unser hochverehrter Rr. Dr. Werner dem heimgegangenen Gelehrte^ Dr. Moritz Lazarus widmete, lernten wir von Neuem „Die Ethik des Judenthums" kennen und liehen, in zwei weiteren Referaten des nämlichen opferfreudigen Hr. über „Bibel und Babel" und ..Kant und das Judenthum" drängte sich uns die Leber zeugung auf. dass die Religii msphilosophie aller Zeiten und Völker direkt oder ipdirekt, bewusst "der itnbewusst auf die Rehgionsphilosophie, auf den Moralkodex des Buches der Bücher zurückzuführen ist. Lassen Sie uns 1. Br. u. *Schw. der Hoffnung Ausdiuck geben, dass uns auch nach dieser Richtung hin das neue Arbeitsjahr neue Anregung und Belehrung bringen möge, lassen Sic uns aber das Gelöbnis daran knüpfen auf philantropischem und socialem Gebiete neue Aussaat auszustreuen, auf dass neue Blütheil und Früchte dem Boden der München-Loge entkeimen. ' ' ' j. .11. V ' .'■ '■" ...Mortuos plango" Den Dahingeschiedenen weihe ich die Trauerklage. ..Dem dunkeln ^Schoss der heil'gen Knie Vertrauen wir der I lande That. Vertraut der Sämann seine Saat Und hofft, dass sie entkeimen werde Zum Segen, nach des Himmels Rath. Noch köstlicheren Samen bergen Wir trauernd in der Erde Schoss Und hoffen, dass er aus den Sargen Erblühen soll zu schönrem Los.'' An der Wende der Jahre, als Israel sich zu seinem Neujahrsfeste rüstete, da halfen wir draussen auf der Stätte/des Friedens einen Sarg bergen, der die irdischen Ueberreste eines Kxpräs. der München-Loge enthielt und eine Woche spater weihten w ir hier dieTrauerklage dem Bruder, der ein volles Jahr den Haliirfier der München'' Loge geführt hatte. Das lebenswahre Bild, das damals von 'berufener Seite von dem - Wirken und Wesen unseres verewigten Kxpräs. Dr. K u g e n M e r z b a eher vor unserem geistigen Auge entrollt wurde, es enthebt mich der Aufgabe, hier nochmals auf die schier unausfüllbare Lücke hinzuweisen, die dicker Tod in den Reihen unserer Brüder gerissen, Ihnen nochmals vorzuführen, wie in dem Verklärten, um mit dem Dichter zu sprechen. das* Starke und Strenge eines abgeklärten, energischen Willen^ mit dem Zarten und Milden der Versöhnlichkeit und Bruderliebe für ä 11 e"Glaubensgenossen sich einte und paarte, wie in ihm der g o 1 d r e i n e Charakter, das Silber, dejf Be-. redsamkeit und die e i s e r ne religiöse', ünerscliülterliche Uebcrzcugung zu einer " idealen Form zusammenschmolz. Aber das ei n e Moment nvchtp ich unserer damaligen stimmungsvollen Trauerloge, die uns allen noch in. Krtnncrung lebt, ergänzend nachtragen] Für u.ns-'Brüdcr; war es das Tragischste, dass ihn jene tückischt- Krankheit, die seinem Leben ein Ziel setzte, .'gerade in jenem Jahfe befiel, da er .als Meister auf'-. dem I'räsidentenstuhle der München-Löge , sassV dass er wohl' in die Reihe der. Expras. -unserer Loge getreten, dass er aber das ersehnte gelobte Land des Mitrathens und Mitthatens im Kreide der Grossloge '/nur von lerne erschauen,' infolge seines Leidens aber nicht mehr betreten .konnte.. Und noch zwei weiteren Mitstreitern, den Br, Isidor Braum,ann und Adolf Bacher mussten wir die Trauerglocke läuten; auch in diesen Beiden betrauern wir den Heimgang von zwei Gef;ib.rtc». die, solange es ihre Gesundheit gestattete, dem . Rufe der Glocke jur .Mitarbeiterschaft bereitwilligst Folge leisteten. . . i . . " Wie aber die München-Loge am Rüsttage des Neujahrsfestes von einem ihrer besten Bruder für immer Abschied nehmen musste." so wollte : es e>n fragisches Geschick, dass jehe grosse, deutsche Loge, die uns von jeher als M.uttcr,- und V u s t e r - Loge galt, am Rüsttage <des'Ver; söhnungsfestes einen der idealsten, opferfreudtgstsn J und thatkräftigsten Meister des deutschen Stuhles in die Erde betten musste. Was Expräs. Julius V I o t k e der Frankfurt-Loge der*Gross löge für Deutschland, der Gemeinde.-Frankfurt:- . allen philantropischen Institutionen des deutschen Judentums, dem deutsch-israelitischen Gemeinde bund. der Jewish Colonisation Association, was - er alf diesen Organisationen während 'seines nur zu kurzen Krdenwallens gewesen, das. I. Br.. ist mit Eioldcnen Kettern eingetragen in die Geschichte s> r , j* ■ des deutschen Judenthums, . oder richtiger des (icsammtjudenthums, denn unter -den Herzens-; tönen, welche von der harmonischen Persönlichkeit Julius I'lotke ausgingen, fehlte nrcht das zarte und weiche Moll, mit welchem er uns Vorschläge zur Hebung-des sozialen und Bildungniycaus der. armen Glaubensgenossen in denkleinendeutschen. Landgemeinden unterbreitete, noch das"Iv<•rtissimo — 49 —