Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 7 - Oktober
- Date
- 1904-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN, im Oktober 1904. No. 7. Bericht der Grossloge für Deutschland u. o. B. B. Nachdruck sämmtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. Fernsprecher: D. Wolff, VI, No. 4619, Wilhelmstrasse 118. Dr. Hermann Staub geboren den 31. März 1856. gestorben den 2 September 1904. Der Sommer 1904 hat unserem geliebten Orden einen weiteren, überaus schweren -Verlast gebiaeht. Unser Br. Justizrat Hermann Staub, Expräs. der Bertliold Auerbach-Loge, ist am 2. September TJ04 seinen laugen .•*;'•» ■;*-•*-„• *•.".*' ' uud schweren Leiden erlegen. . . " . Der Verlust, er ist nicht nur für den Orden ein überaus schwerer, der Tod Staubs isV ein unersetzlicher Verlust für die Deutsche Rechtswissenschaft; ein harter Schlag für die Deutsche Anwaltschaft : ein Verlust für die gesammte Menschheit. Dass die Bedeutung Staubs allseitig aueikanut worden ist. ergab die Theilnahme "an seiner Moutag, den >. September 1904 erfolgten Beerdigung. Tausende waren erscheinen und jedem Einzelnen sahman. es an, dass er ein Trauernder war. Die Trauerversammlnng setzte sich aus allen Schichten der Gesellschaft zusammen. Besonders zahlreich waretf die Berufsgenossen des Verstorbenen erschienen und noch zahlreicher die Mitglieder derj'Berliner Lugen und eine Anzahl Delegiiter von auswärtigen Logen. * f Die Trauerrede hielt Br. Rabbiner Dr. Weisse, der in formvollei*eter Rede die edle Eigenart der Persönlichkeit des Verstorbenen, seine arbeitsfrohe tfatnr und die Liebe zu seinem Näjjjsteii^childerte. Br. Rabbiner Dr. K o s e n t h a 1 aus Breslau, schilderte den Lebenslauf Staubs, seines einstigen Scmrrers, und seine warm empfundenen Worte, die aus ergriffenem Herzen kamen, gingen zu Herzen. Der stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Anwaltskammer im Bezirk des Kammergerichts schilderte den „Juristen" Staub uud Justizrat Lembergsprach auf das tk-tste ergriffen, namens der Freunde des Entschlafenen. Hierauf trat der Gross-Präsident an die Baiire des Verstorbenen und hielt folgende Ansprache: Hochgeehrte Trauer-Versammlung! Mit dem Verstorbenen war ich seit unserer Jugend in herzlicher Freundschaft verbunden, und was die Freunde an Staub verloren, das hat sein treuester Freund ebenso ergreifend wie gerecht geschildert; ich bin Berufsgenosse,, des \'erstorbenen, und was diese und die gesammte juristische Welt an Staub verloren, ist ebenfalls von berufener Seite ausgeführt. Nicht als Freund, uicht als Berufsgeuosse, trete ich an diese Bahre, sondern namens des Unabhängigen Ordens Btfei Briss, als erster Beamter desselben im Deutschen Distrikt; namens der 62f Logen im Deutschen Reiche,. Von denen Einzelne Delegirte heute hierher gesandt haben, trete ich an diesen Platz, um auch unsererseits unserem tiefen Schmerz über den Verlust eines unseier ältesten und besten Mitglieder Ausdruck' zu geben. , Im Jahre 1882 ist unser Orden auf deutschen Boden verpflanzt und bereits einige- Monate später ist Staub Mitglied desselben geworden. Er war Mitbegründer der Berthold Auerbach-Loge uud sehr bald deren Präsident. So litnge es eine Grossloge für Deutschland giebt, war Stanb..Mitglied derselben und bis zu seinem Tode war er Vorsitzender desjenigen Gerichtshofes, der über die sachlichen und persönlichen Differenzen innerhalb unseres.;Ordens entscheidet. — Itf" seiner Heimatbprovinz Schlesien war er für den Orden propagandistisch tätig und seiner hei1 vorragenden Beredsamkeit ist es mit zu danken, dass uns dort Arbeitsstätten entstanden sind. Lange .Jahre hindurch war Staub einer der eifrigsten Logenbesucher und durch die Verbindung des Rechtsfreundes und des Menschenfreundes in seiner Person erfreute er uns doppelt durch seine lichtvollen Ausführungen und nach den Arbeitssitzungen, beim gemüthlichen Beisammensein bildete er den Mittelpunkt der Gesellschaft in Folge seiner Liebenswürdigkeit", Bescheidenheit und seines stets schlagfertigen, aber nie verletzenden Witzes. Bei der allgemeinen Liebe und Verehrung, deren sich unser verstorbener Br.y Staub wie überall, So namentlich auch bei uns erfreute, war es natürlich, dass die Nachricht von seiner schweren Erkrankung auf uns Alle geradezu lähmend wirkte.1 l ud wenn uns die Wissenden auch schon früher mittheilten, dass sein Ende voraussichtlich unaufhaltsam sei, so wollten wir es nicht glauben j wir hielten unsere Thränen zurjick und hofften und hofften. Nun ist es vollbracht; unsere Hoffnungen sind zu Schanden geworden, die Thräneni die wir so lange unterdrückt haben, sie dürfen frei* strömen. Aber sollen wir wirklich an dieser Bahre nur klagen und weinen? Nein, hochgeehrte Trauerversammlung! Herr Rabbiner Dr. Weisse bat bereits ausgeführt, dass dies des grossen Toten nicht würdig wäre. Es wäre' aber auch ungerecht. An der Bahre eines Mannes, der die Welt mit seinem Rufe erfüllt hat, an der Bahre eines Mannes, der t in seinem Berufe