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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-08-01 · Nr. 6 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 6 - August
Date
1904-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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75 Damen anderer Confessionen in allen Bureaus nach und nach Einzug halten,, ist bei uns — in Suddeutschland wenigstens — die Scheu vor bezahlter Arbeit selbst bei der ärmeren weil liehen Bevölkerung noch nicht überwunden und ein junges israelitisches Mädchen, das sich selbstständig machen will, gehört zu den Seltenheiten. Wenn andererseits in Betracht gezogen wird, dass die Versorgung der Töchter bezw. die Ansammlung einer Mitgift für dieselben meist das Hinderniss lür eine ganze Familie ist, zu einer wirtschaftlichen Besser Stellung zu gelangen, so ergibt sich schon daraus, dass für uns das Augenmerk gerade darauf zu richten ist, arme jüdische Familien von der Sorge um die Zukunft ihrer Töchter zu befreien und ihnen dadurch eine freiöre Bahn zu schaffen, mehr für sich selbst und für die Ausbildung ihrer Söhne thun zu können." Auch diese Angelegenheit wird Gegenstand der Berathüng innerhalb des General-Oomites in seiner nächsten Sitzung sein. In Berlin besteht ein Deutsober Verein für Kinderasyle, der nach seinen Statuten die ihm überwiesenen Kinder' von Haltefrauen ihrer Religion erziehen lassen muss. Während dem Verein Haltefrauen christlicher Confessionen beliebig zur Verfügung stehen, ist es ihm bisher .nicht gelungen, jüdische Haltefrauen zu gewinnen. Der Kinder - Asyl - Verein ersucht die Grossloge für Deutschland, ihm bei Auffindung jüdischer Haltefrauen behilflich zu sein gelinge das nicht, dann müssten zu seinem Bedauern Kinder jüdischer Confession von der Aufnahme ausgeschlossen sein Infolge dessen ist der Frauenverein der Berliner Logen gebeten worden, dem Verein für Kinderasyle jüdische Haltefrauen nachzuweisen, da es doch höchst bedauerlich wäre, wenn * . ' / ■ . jüdischen Kindern die Wohlthat jenes Vereins nicht zutheil werden könnte. Hoffentlich entspricht der Frauenverein jener Bitte, denn sonst müsste sich die Grossloge an andere Instituter wenden. Noch eine ganze Reihe weiterer Momente Hessen sich hier anführen, indessen mag hiervon'in diesem Artikel .davon abgesehen werden, denn was hier zwanglos hervorgehoben und registriert worden, dürfte ausreichen, um zu erweisen, was Eingangs betont worden: wie der Orden in Deutschland bestrebt ist, der Allgemeinheit zu dienen, die soziale Lage der Glaubensgenossen zu heben und zu bessern. Aus den Sommerfrischen. Engelberg (Schweiz). 23 Juli 1904. Auf Veranlassung des Br. Commerzienrath M. Baruch, Dalberg-Loge:Worms und des Br. August Kohn,*Glückauf- Loge in Essen-Ruhr fanden sich am Mittwoch, den 20. Juli d. J. Abends 9 Uhr in dem wohlbekannten Restaurant ,.Bierli-Alp" in Engelberg mit ihren Damen folgende Brüder zusammen: Baruch, M., Commerzienrath, Dalberg-Loge, Worms, Levy,]Wilhelm, Frankfurt-Loge, Fraukfurt a. M. Reich, Gustav. „ „ „ Lussheimer, Joseph, August Lamey-Loge. Mannheim, K o h n, August, Glückauf-Loge, Essen-Ruhr, Bloch, Louis, Unitas-Loge, Strassburg i. E. Lippmann, Louis, Unitas-Loge, Strassburg i. E. Die Anwesenden beschlossen, für die Dauer der Saison jeden Mittwoch Abend 9 Uhr in oben genanntem Restaurant zu einem gemüthlichen Beisammensein mit Damen zu erscheinen. Die " jeweils in Engelberg anwesenden Brüder sollen durch Anschlag in den Gasthöfen und Kuranstalten aufgefordert werden, mit iluvn Augehörigen dem Kränzchen beizuwohnen so lange Sommerfrischler in genügender Anzahl in Engelberg verweilen. Unseres Wissens ist es das erste Mal, dass in einem Kurorte der Schweiz eine Zusammenkunft unserer Brüder stattfand Aus den Logen des VIII. Distrikts. Berend Lehmann-Loge in Halberstadt. Am 15. Mai wurde/ die neue Logenhalle in feierlicher Sitzung eingeweiht. Das, Ereigniss hatte für unsere Loge um so grössere Bedeutung, als mit dem neuen Heim eine bleibende Stätte gewonnen ist. In der Gemeinde Halberstadt hat sich ein Verein rCasino" gebildet, dem die meisten Mitglieder der Berend Lehmann-Loge angehören, und dieser Verein hat in seinem neu erbauten Vereinshause ein neues Local der Loge vorgesehen, so dass unsere Arbeitsstätte .nun unter „ei gene m DJa c h" ein Heim gefunden hat. Diese Errungenschaft wurde von allen Rednern des Tages als eine Folge des Logengedankens hervorgehoben, in * erster Linie vom hochw. Grosspräs. Br. Timendorfer, der sich bewogen gefunden hatte, persönlich hierherzukommen um die Weihe des neuen Heims vo^jjehmen. Auch von dieser Stelle sagen wir hierfür unseren besten Dank. Die Festloge wurde eröffnet durch den Präsidenten des verflossenen Termins Br. Expr. Benjamin Hirsch, und seine warmen Worte versetzten schon bei Beginn die zahlreich anwesenden Brüder und Gäste in die weihevollste Stimmung. Mit den Worten des Königs Salomo: „Es sei der Ewige, unser Gott, mit uns, so wie er mit unseren Vätern gewesen. Er verlasse uns nicht, und gebe uns nicht auf," flehte er den Segen Gottes herab auf unsere Loge und den Orden, dessen Wirken im Sinne seiner Devise Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht auch ferner zum Besten der .Tuderiheit gedeihen möge. Sodann übernahta der hochw. Grosspräs, den Vorsitz und gab seiner Freude Ausdruck, <iass es der Opferwilligkeit gelungen, solchen Erfolg wie die Errichtung dieses Heims zu erzielen, und dass es ihm zur besonderen Genugthuung gereiche, diese Weihe zu vollziehen. Er wies darauf hin. dass die Berend Lehmann-Loge treu jederzeit ihre Pflicht erfüllt, auch in manchen Dingen — Ferien -Colonie, — Jugend-Verein i-gung — durch Initiative sich aus- - gezeichnet habe, ermahnte^in Treue der höchsten Eigenschaft eines Ben-Briss zu verharren, und treu zu bleiben der Sache des Ordens und'des Judenthums durch That und Beispiel, durch Förderung des Friedens und der Eintracht. Der Br. Grosspräs, erinnerte' auch daran, die Propaganda innerhalb und ausserhalb der Loge nicht ausser Acht zu lassen, und seine so herzlich«* Worte wirkten sichtlich eindrucksvoll auf die Hörer.

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