Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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59 — im abgelaufenen ersten Jahre ihres Bestehens. Daraai hielt Br. A. Grünb a u m einen anziehenden Vortrag über „die Kunst bei den alten.Hebräern", in welchem namentlich die Baukunst, die Poesie undjdie Musik im alten Israel im Anschluss an die Bibel und die Werke der neueren Gelehrten zu eingehender Behandlung kamen. Es folgten dann die Be grüssungsreden der Delegirten. Nachdem durch unseren protok. Sekretär Br. Dr. Kaufmann "die Glückwunsch briefe und Depeschen der w. Schwesterlogen — 40 an der Zahl — verlesen worden waren, sprach Präs. Br. Oettinger allen Gratulanten den herzlichsten Dank der Loge aus, dankte namentlich den anwesenden' Delegirten für ihr Erscheinen und gab dem Wunsche Ausdruck, dass das neue Arbeitsjahr der Loge ein Jahr des Lichtes und des Lebens für die Brüder und ihre Familien und die anwesenden Gäste, ein Jahr des Sieges und des Segens für die Bundesidee sein möge. An die, akademische Feier schloss sich das Fest bankett, an dem sich ca. 120 Personen betheiligten, dasselbe wurde durch einen von Br. Dr." Münz verfassten stimmungs vollen Prolog eingeleitet, der von Frl. Bertha. Heil bronner in sehr schönet, sympatischer Weise zum Vortrag gebracht wurde. Die Pausen zwischen den einzelnen Gängen wurden durch Festlieder (von den BBr. Dr. Weinstock und Ju 1. Oppenheimer) sowie durch musikalische und gesangliche Einzelvorträge aufs Angenehmste ausgefüllt. Mächtigen Beifall erweckte ein von Br. Dr. Münz neu bearbeitetes und einstudirtes Festspiel, in welchem die 3 Haupt fugenden des Ordens: Wohlthätigkeit, Bruderliebe und Eintracht sowie die Freude darch 4 junge Damen (Frl. Apfelbaum, Frl. ü 11 mann, Frl. Kiemann, Frl. Aal) in reizender Weise verkörpert wurden. Die Reihe der Trinksprüche eröffnete Br. Präs. Oettinger mit einer herzlichen Begrüssung der Anwesenden, insbesondere der auswärtigen Gäste. In Anknüpfung an die hohe Bedeutung Nürnbergs in Vergangenheit und Gegenwart gedachte darauf Br. Dr Feilchenfeld der beiden erhabenen Fürsten, die stets innige Beziehungen zu Nürnberg gepflegt und das Gedeihen der Stadt mit besönderem Wohlwollen gefördert hätten, 'S. M. des Kaisers Wilhelm IL und S. k. H. des Prinzregenten Luitpold. In fein durchdachter Rede pries alsdann Br. Dr. Münz die Verdienste der Berliner Grossloge um die Entwicklung der deutschen1 BBr. Logen im allgemeinen und insbesondere der Maimonides - Loge und weihte sein Glas der Grossloge und dem Exekutiv-Comite*. Den Schwesterlogen und ihren anwesenden Vertretern galt der Trinkspruch des Br. Dr. G e s s n e r, der sich nicht versagen konnte, die benachbarte Mainstadt W&rzburg, mit der ihn mannigfache persönliche Beziehungen verbinden, und ihre Loge ganz besonders hervorzuheben. Im Namen der fremden Delegirten dankte Br. Präs. Cohn aus Würzburg für das ihm bewiesene freundliche Entgegenkommen in Nürnberg und für die herzlichen Worte des Vorredners. In gebundener Rede hielt darauf Br. Cohnstamm einen begeistert aufgenommenen .Toast auf die Damen. Br. Ross widmete dem Beamtenkörper der Maimonides - Loge herzliche Worte der Anerkennung. Br. Präsident Oettinger dankte zum Schluss allen, die sich um das Gelingen des Festes verdient gemacht, namentlich demVergnugungs Comite. als dessen stellvertretender Obmann Br. Dr. Münz eine besonders vielseitige und in jeder Beziehung" erfolgreiche Thätigkeit entfaltet hatte. Fröhlicher Tanz hielt die meisten Theilnehmer des Festes noch bis in die frühen Morgenstünden vereint. Aus dem Jahresbericht des Präs. Br. Oettinger sei Folgendes hervorgehoben: Die Mitgliederzahl der Maimonides- Loge ist im Laufe des ersten Jahres, von 22 auf ti(i gestiegen. Es wäre uns nicht schwer gewesen, .diese.-Anzahl noch zu erhöhen; aber mit Recht ist anser Vorprüfuugsausschuss bei der Empfehlung neuer Kandidaten Von der Ansicht-ausgegangen, dass-nur das Beste für unsere Zwecke gut genug sei. Es fanden während dieses Jahres 38 Sitzungen statt, die durchschnittlich von 3« Brüdern besucht*'waren. Wenn sich hierdurch ein lebhaftes Interesse der Brüder an den Logenarbeiten bekundet, so bleibt, doch noch sehr viel in der Zukunft zu leisten, um' immer mehr Kräfte zu werktätiger Arbeit heranzuziehen. In unseren! ersten Geschäftsjahre wurde ein Betrag von mehr als 2000 Mk. für wohlthätige Zwecke verwendet. Wir nahmen auch au Liebes werken unserer auswärtigen Brüder Anteil, soweit es unsere »schwachen Kräfte erlauben, wir waren bei Verschiedenen Veranstaltungen änderer Logen vertreten und sind> uns der Interessengemeinschaft aller BBr.-Logen und ihrer Zusammengehörigkeit zu einer grossen Vereinigung stets bewusst geblieben. Aussei den Insallationsfeiern in Heilbronn'und neuerdings in Kaiserslautern betheiligte sich unsere Loge durch Delegirte bei dem 10jährigen Stiftungsfeste der Union- Loge in Pilsen, bei den Stiftungsfesten der Frankfurt-Loge und der Rhenus-Loge zu Mainz; bei manchen anderen Veranstaltungen waren wir durch zufällig an den betreffenden Orten anwesende Brüder der Maimonides-Loge vertreten. Bei unseren Sitzungen erfreuen wir uns auch zuweilen des Besuches von Brüdern aus anderen, meist süddeutschen Logen, wie Würzburg, München, Stuttgart, Heidelberg, Frankfurt, aber auch aus entfernteren, wie Berlin, Breslau, Kattowitz, und hatten ihnen manche angenehme Anregung zu danken. - Während der Sommerferien nahmen einzelne unserer Brüder anzwanglosen Logen-, Zusammenkünften in Bädern, namentlich in Bad Kissingen und Norderney, Antheill; in Kissingen wurden die Zusammenkünfte sogar mehrfach von unserem Präs. Br. Oettinger geleitet. Geistige' Anregung und Belehrung, die mit Recht gleich von Anfang an als besonders wichtiger Zweck unserer' gemeinsamen Thätigkeit hervortrat, würde theils durch grössere Vorträge in Gegenwart von Damen und Gästen, theils durch kürzere Vorträge und Referate im Jtreise der Brüder dargeboten. Dabei wurden wir, namentlich in der ersten Zeit, von auswärtigen Brüdern in dankenswerther Weise unterstützt. Schon in einer unserer ersten Sitzungen im Februar erfreute uns Br. Hugo S c h Le s in g e r aus Frankfurt a. M., durch einen äusserst inhaltreichenMnd fesselnden Vortrag über Ziele und Zwecke der Bnei-Briss-Lögeri. In einer Märzsitzung gab uns Br. Expräs. Joachim-.ans'Berlin eine eingehende Belehrung über die Organisation unseres Ordens in Deutschland. Beide Vorträge waren in hervorragendem Maasse geeignet, uns über die Aufgaben desf Ordens, und seine wichtigsten Einrichtungen zu orientiren.. Vorträge vor Damen und Herren hielten im März 1903: Br. Dr. Münz über : „Leben und Wirken von Moses Mendelssohn" und Br. Dr. Feilchenfeld über nDie Memoiren der Glückel Hameln." In zwei Logensitzungen desselben Monats