Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus den Logen des VIII. Distrikts. Berend Lehmann-Loge in Halberstadt. Aus dem erstatteten Detailbericht geht hervor, dass die Berend Lehmann- Loge in der Zeit vom 1. April 1903 bis 31. 'März 1904 £8 Sitzungen abgehalten hat,'unter durchschnittlicher Beteiligung von 14 Mitgliedern. An Unterstützungen verschiedener Wohlthätigkeitsinstitutionen. hat sie M. 1364,50 ausgegeben, -r- Ihre Sitzungen verliefen anregend, sie zog alles in den Kreis ihrer Verband langen, was das Judentum berührt, und erzielte hiermit das rege Interesse aller am Orte selbst ansässigen Brüder, sodass diese ziemlich regelmässig die Sitzungen besuchten. — Die Berend Lehmann-Loge fühlt in ihrem Bericht einen Vortrag des Br. Geh. Regieruugsrat Prof. Dr. Kohen-Marburg über „Grundideen des Judeutums" auf..— Sie unterhält seit Jahren bereits, wenn auch nur in kleinerem Umfange eine Ferienkolonie, und um diese auszugestalten und zu erweitern, hielt sie eine gemeinschaftliche Beratung mit den Logenschwestern ab, wobei beschlossen worden, einen Bazar zu arrangiren, was auch durchgeführt worden, und einen Reinertrag von über M. 1300 erbrachte. — Der Mitteldeutsche Logenverband, dem auch die Berend Lehmann- Loge angehört, beschäftigte diese in mehreren Sitzungen; sie bedauert den vom Verband gefassteu Beschluss ant Einstellung der Reihenvortiäge. — Das wichtigste Ereigniss für die Berend Lehmann-Loge im abgelaufenen Jahre bildete der Einzug in das eigene Logenheim, eine Angelegenheit, die während des Termins wiederholt in den Sifzungen behandelt wurde. In Halberstadt besteht ein ...jüdisches Casino"; in demselben hat die Berend Lehmann-Loge nun ihre Stätte aufgeschlagen, und sie erhofft hiervon manchen Vorteil für die Loge und deren Mitglieder. Ein Uebelstand, der von vielen Logen btklagt wird, ist von der Berend Lehmann- Loge durch Beschluss beseitigt worden, und zwar fortan sollen Rundschieiben an die Brüder nur in geschlossenen Couverts versendet werden. — Zur Heijbeischatt'ung des Materials, das die Grossloge von den Tochterlogen behufs Schaffung der Geschichte des Ordens in Deutschland erbeten hat, hat die Berend Lehmann-Loge ihre bisherigen protokollierenden Sekretäre verpflichtet; diese sollen aus den Protokollbüchern das Material ausziehen, zur übersichtlichen Zusammenstellung desselben hat sich Expräs. Br. Dr. A. Hirsch bereit erklärt. -- Auch der Beschluss der Berend Lehmann- Loge zu ihren Vorträgen und Festlichkeiten die Wittwen und erwachsenen Kinder verstorbener Brüder regelmässig einzuladen, dürfte besonders denjenigen Schwester logen zur Nach* achtung dienen, die, wurüber häufig geklagt wird, das gleiche zu thuu unterlassen haben.. — Ist die Berend Lehmann-Loge an Zahl der Mitglieder auch nicht gross, so geht doch aus ihrem Bericht hervor, dass selbst eine kleine Loge segensreich zu wirken vermag, wenn sie sich ihrer Aufgabe bewusst bleibt, und dieselben zu lösen den ernstlichen Willen hat. Gabriel Rlesser-Loge In Tborn. Bevor wir über das 5. Stiftungsfest berichten, werfen wir eiuen kurzen Rückblick über unsere Arbeiten im vergangenen Termin. ' Unsere Mitgliederzahl hat sich vermehrt, da wir 13 neue Brüder aufgenommen haben. Dagegen sind 3 Brüder nach Berlin verzogen und durch den Tod des Vicepr. Br. Paul Jacob haben wir einen schmelzlichen Verlust erlitten. Im Laute des Jahres hielten wir 80 Sitzungen ab, die mit Erledigung der laufenden Arbeiten, sowie durch anlegende Referate und Diskussionen ausgefüllt wurden. Es hat auch ein Vortrag von einem Br. in offener Löge stattgefunden, an dem die Familienangehörigen zählreich teilnahmen. Die( regelmässigen Sitzungen waren zahlreich-besucht und 'hatten wir auch öfter das Vergnügen . auswärtige Brüder bei uns zu sehen. Auch den Wohlthätigkeitsbest'rebungen sind wir gerecht geworden, indem wir Instituten irnd Anstalten unsere Hilfe angedeihen Hessen und Uuterstützungsgesuche, soweit sie der Loge geeignet erschienen,, berücksichtigt haben. Unser Schwesternbund lässt armen Kindern Näh- und Handarbeitsunterricht ertheilen, auch werden täglich die Schularbeiten beaufsichtigt, ebenfalls wird für gute Kleidung der Kinder gesorgt. Die Pnege der Geselligkeit Hessen wir uns auch angelegen sein. Es fanden mehrere Familienabende in unseren behaglich eingerichteten neuen Räumen statt, im Sommer wurde ein Ausilug mit den Kiudern veranstaltet und zu Chanuka eine Feier, an welcher die Schülerinnen sowie die Kinder unserer Angehörigen theilnahmen. Bei der Feier unseres ">. Stiftungsfestes hatten wir die Ehre, den Vertreter der hochw. Grossloge *Br. Expr. Bergel, den w. Expr. Br. Levy der Borussia-Loge in Danzig und den w. Präs. Br. Jacobsohn von der Ostpr. Loge in Osterode hier zu begr üssen. Die Festloge' iJegann mit der Einführung von 8 Br. durch den Expr. Br. Jacob, die Verpflichtung der Beamten für den neuen Termin nahm der Expr. Br. Bergel vor, der in seiner Ansprache ' die Bestrebungen und Ziele des Ordens erläuterte und durch die zu Herzen gehenden Worte die Brüder aufs neue begeisterte. Im Anschluss an die Festloge fand in den Sälen des Artashof unter grosser Betheiligung ein Festbanket mit Damen statt, das mit einem schwungvollen Prolog^ den eine Schwester gedichtet hat, eingeleitet wurde. Während des Festessens sprachen nach dem Kaiseatoast des Br. Dr. Kosenberg die Delegierten Expr. Br. Bergel, Ex^rr. Br. Levy, die Br. Präs. Wolff und Br. Rechtsanwalt Feilchenfeld. Letzterer toastete auf die Damen, worauf eine Schwester mit einem Toast auf die Brüder in Versen, antwortete. Der Vortrag einiger Lieder sowie die Aufführung einer Pantomime mit Tanz von Angehörigen der Loge, fand ungeteilten Beifall. Ein Ball beschloss das wirklich schöne Fest, das wohl alle Theilnehmer mit dem BeWusstsein verliessen, angenehme ßtunden verlebt zu haben. - Stuttgart-Loge in Stuttgart. Am us. Februar d.-J. feierte die Loge ihr 4. Stiftungsfest, welches durch die gleichzeitige . Einweihung des neuen Lokals «öd Einführung von 11 Kandidaten einen erhöhten Glanz bekam. Das neue Lokal, Kurzestrasse 4 gelegen, welches ebenso gediegen als geschmackvoll eingerichtet ist, machte auf die zahlreich erschienenen Brüder der Stuttgart-Loge, sowie die als Gäste anwesenden Brüder der Schwesterlogen den allerbesten Eindruck.' Wir sind fioh,, dass dem bisherigen, immer unleidlicher gewordenen Zustand ein Ende gesetzt ist und (He Löge ein würdiges Heim gefunden hat, in welchem sie hofft, auch-recht häufig auswärtige Brüder begrüssen zu können. Aus dem anlässlich des Stiftungsfestes gegebenen Rechenschaftsbericht ist folgendes hervorzuheben: Die Stuttgart-Loge tiat in das Jahr 1,903 mit 98 Brüdern. Jm Laufe des Jahres