Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 52 — besten (4-selNchaftskreisen. so dass aur eine erspriessliche 'Thätigkeit auch dieser Loge gerechnet werden kann. Die Installation vollzog iu Behinderung des Präsidenten Br. Timendorfer der 1. Vicepräsident der Grossloge Br. Joseph Wisloch, assistirt vom Grosssekretär Br. Wolff. dem Expräs. Maximilian Stein und dem Br. Dr. Rosenack- Bremen in gewohnt feierlicher Weise. In seinen Auslührungen zeichnet Br. Wisloch das Leben' und Wirken Esras, und er erkennt in der Wahl dieses Namens für die Loge das Be^, -stieben der Petenten, stets zur Ehre des Judentums wie für <las Wohl ^ier gesammten Meusclrfieit tätig sein zu wollet Naeb erfolgter Einführung von -50 Kandidaten, 2 fehlten und Werden später vom Präsidenten eingeführt werden, schritt Hr. Wisloc h nach kurzer Pause zur I'nstaHatiou der Beamten die er gleich wirkungsvoll vollzog. Zum Präsidenten ist Br. Dr. E. Adler erwählt worden. *in Mann, dessen ganze Tätigkeit. <jlaubenstreue und soziale Stellung dafür bürgt, _lass unter seiner LeituDg. die Esra-Loge segensreich zu wirken stets bestrebt sein wird, und so darf auf eine gute Zukunft dieser Loge gerechnet werden. Den Freibiief der F.>ra-Loge übergab Br. Wisloch dem neugewählten Präsideuten Br. Dr. Adler mit einer gleichfalls herzlichen Ansprache, worauf Expräs. Maximilian-Stein der Esra-Loge. die Glückwünsche der Grossloge abstattete, sowohl naclr Form als nach Inhalt ~ gleich vollkommen. ül Logen waren durch - Delegierte vertreten, und auch diese brachten der jüngsten S-h Westerloge die herzlichsten Glückwünsche entgegen, wofür Br. Dr. Adler namens" der Esra-Loge mit der Versicherung dankte, dass alle Biüder seiner,Loge bestrebt sein werden, das Gute zu fördern. Nach Erledigung aller weiteren Formalien darjkxt noch Br. Wisloch namens der Grossloge allen deren, die Anteil an der Errichtung der Esra-Loge haben, worauf die Sitzune, die nachmittags 4 Uhr ihren . Anfang 'genommen, um 7 Uhr nach dem Ritual geschlossen war.Itj. Gegen 8 I hr begann das Festmahl unter Beteiligung von Damen, das ganz vorzüglich ausgestaltet war, den angenehmsten Verlalf nahm und sicherlich bei allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird. Der II. österreichische Brudertag. Beiicht des Expräs der ,,Austria' Rechtsanw. SfekelJ Bielitz). . ■ y. Im Sinne desauf dem voi jährigen I. Brudertage gefassten Beschlusses fand der II. ö,terr. Brudertag am Sonntag, den 11. Mai 1904, in Krakau statt. Die Tagung war von den 5 benachbarten BB. - Vereinigungen, namentlich von der Austria (Bielitz). Solidaritas (Krakau,. Morawia (Brünn). SHesia (Ttoppau) und Leopolis (Lemberg) beschickt. Die Zahl der auswärtigen BBr. . hielt der der Mitglieder der Solidaritas fast die Waage, am stärksten war die .Austria'' i Bielitz) vertreten. Vom s. w. Verbände war mit der Leitung der Expi ä«\ Dr. H o r o w i t z aus Krakau betraut worden. Das Programm lautete: 1. Begrüssung. 2 Erziehungsfragen. Referent: Br. Direktor Schwarz (Silesia). Korreferent: Br. Dr. Schreier. 3. Fortentwicklung der galiz. Hilfsaktion Referenten : Br. Dr. Steiner (Austria) und Expräs. Dr. Hirsch (Solilaritas). 4. Wie soll die Oeffentlichkeit über die Ziele und Zwecke unseres Bundes aufgeklärt und zur Mitarbeit für dieselben gewonnen werden? Äeferent: Expräs. Dr. Stekel (Austria). 5. All'älliges. ' lje. Stimmung des Ortes für den nächstjährigen Brudertag. jl Kurz nach 10 Uhr Vormittags ei öffnete der Vicej der Solidaritas Expi äs. Dr. Fischler die Tagung und übergiebt die Leitung dem s. w. Verbands - Delegirten Exp s. Dr. Horowitz. Dieser schreitet nach kurzer Begrfiss g der Erschienenen zur Bildung des Bureaus und nominirt Zustimmung der'Versammlung zu Vicepräs die BBr. Exp Dr. Sonnenschein (Silesia) und Dr. Stekel (Aust . i) und 2 Schriftführer aus der Reihe der Gäste. Der Punkt 2 wird bis zum Erscheinen des Referen; u vei schoben und an Stelle dieses Programmpunktes der Punk t verhandelt. Expräs. Br. Dr. Stekel führt im Wesentlichen aus; Bei allem Streben nach innerer Erstarkuug obliege es nach dem jetzigen Stande unserer österreichischen Vereinigun denselben, die Oeffentlichkeit in gewissem Sinne heranzuziehen. Gebietet dies doch die stets verlesene Vorschuß, Israeli -n zu vereinigen zur Hebung der Kultur und der Moral ,An Hand dieses Pflichtgebotes ergebe sich von selbst, 1. dass wir, ohne infolge eicer starren Disziplin zu willenlosen Werkteigen herabsinken, in öffentlichen Wirken durch das Prinzip der Eintracht uns so sehr gebunden fühlen, dass in den Au stehenden die Uebeizeugung von unserem brüderlichen Zusammenhalten Platz greife, 2. dass wir uns nicht nur wolilthätigen Werken nicht entziehen, sondern vielmehr in solchen Dingen, an der Spitze marschieren und die Aussensteher.il i mitreissen; 3. dass wir die Erziehung und Fortbildung unst Glaubensgenossen fördern und zu diesem Zwecke Schulen, Toyubeehallen u. dgl. errichten und gründen helfen; 4. dass wir bei besonders passenden Gelegenheiten — hier fühlte Reduer das Ableben des s. w. Ordenspräs. Br. Levy an — in bedeutenden Journalen der Wirksamkeit des Bundes gedenken, endlich 5. dass wir dort, wo wir öffentlich aufzutreten verpflichtet sind, (z. B. bei Begräbnissen von BBr.) oder uns ■ hiezu verpflichtet fühlen z. B. in Versammlungen von durch uns gegründeten Vereinen unter Vermeidung jeder Geheimniskrjlmerei unsere Ziele in würdiger Weise hervorheben. Die Ausführungen des Referenten fanden sofort im Punkte J durch den w. Expräs. Dr. Lustgarten (Krakau) eii Ergänzung, indem er beantragte, es möge durch entsprechen Maassnahmen dafür gesorgt werden,. damit ein allgemein-' Fonds zur Unterstützung nothleidender BBr.) geschaffen un I hiedurch Aussenstehenden ein Anlass zu übler Nachrede benommen werde. Dieser vom Referenten aufgegriffene Zusat; wurde jedoch nach kurzer Debatte von der Versammlun abgelehnt. Eine stellenweise sehr erregte Wechselrede rief den Punkt l (Presse) hervor und fand derselbe ebenso viel Sympathi als entschiedene Gegenmeinungen. In der That wurde ii bezügliche These des Referenten ebenso wie der Punkt bei der Abstimmung abgelehnt, während die übrigen These:. (1-3) fast einstimmige Annahme fanden. Eine sehr eingehende Besprechung fand der 3. Programm punkt (Fortentwickelung der galiz. Hilfsaktion). In treffender Rede schilderte der Referent auf Grund eingehender statistischer Studien die durch den mangelhafter' Volksschulunterricht hervorgerufenen Uebelstände in dei jüdischen Bevölkerung Galiziens. Auf diesen Mangel führt *