Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Article
- Beilage zu Nr. 2
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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einer Stadt im südlichen Theil der Vereinigten Staaten, in welcher das Jndenthum ^igentlich , man kann es wohl sägen , eine neue Erscheinung, war. Denn kaum 25 Jahre waren vergangen, seit die ersten Juden in jener Stadt sich angesiedelt hatten, und schon war dort eine blühende Genleinde, und schon kannte, nachdem er wenige Jahre in seinen Beruf sich eingelebt hatte. Levi als der Auserkorene erscheinen, in einer Loge unseres geliebten Ordens, welche dort begründet worden war. einewichtige Rolle zu spielen. Ks ist nicht bedeutungslos, d.iss diese Loge7 vielleicht auf seinen Antrieb,; den ^Nanien, Zacharias Frankel-Loge erhielt, uii damit zweierlei anzudeuten, den Zusammenhang unseres geliebten < >rdens in beiden Hemispljacren, in Europa sowohl wie in Amerika, einerseits und andererseits das Interesse unseres I Indens für das geistige Leben iles Judenthums, das in idem N'amen Zacharias Krankel, des unsterblichen Seminardirektors in Breslau, eines «1er Begründer der Wissenschaft des Judenthums. verkörpert sein sollte. Derallgemeine "Ruf drängte'} ihn akpr bald, aus seinem stilleih friedlichen \yirken herauszutreten, und es wird sich a noch [Gelegenheit bieten, im Laufe des Abends darauf zurückzukommen. Im Jahre 1897 nach 21 jähriger Th.itigkcit kam er nach New Vork: aber ihrh ging bereits ein grosser Name : voraus, ein guter Ruf. der besser ist. wie es im Prediger heisst, . als die höchsten Kniengüter. Man sah bereits jin ihm den berufene« Vertreter unserer Rechte, lunserer Ideen, unserer Ideale und kaum 48 Jahre alt. für das vflentHchc Leben noch ein sehr jugendliches Alter, wurde er berufen, an die Spitze ■unseres < »rdens zu treten, der gnisste und weitreichendsten Gemeinschaft in Amerika, deren Zweige sich weit ausdehnen nach Kuropa. ja. bis nach dem Orient. Nur vier Jahre sollte es ihm beschieden sein, in diesem Amte zu leben. Was er in diesen vier Jahren geleistet hat. steht mit goldenen Lettern verzeichnet nicht nur im Buche des < Vdens. nicht nur im Buche des Judenthums, nein, in dem Buche der Welt- ' geschiente, l'nd nun inmitten seines Schaffens ( und Wirkens .ist dieser Zweig vom Sturmwind uns abgesägt Avorden. Ein schwerer Anfall von Gclbsucht fesselte ihn an das Krairkenbctt. und eine Operation', die am" Donnerstag vor 14 Tagen an ihm vollzogen wurde, raubte ihm den Rest seiner Kraft. Am 13. Januar ist er gestorben und ein TruiorHirtl ging durch die ganze Welt. Und am 15. ist er zur letzten Ruhestatt in New Vork begraben worden. An seiner Bahre sprach der Prediger des Tempel -Kmanuel Worte, die für uns von hohem' Interesse sind. Kr erhob die Klage Davids über Saul und Jonathan: .„Der Stolz Israels, auf deinen 1 leihen ist er gefallen. Warum mussten sterben die Helden?-' - ciriO Krage, die in der ~< ieschichte Israels leider so oft sich enieuerth.it. Denn.zu den schweren Schick salsschlägcn. die ein unerforschlicher Rathschlus-. über unsefj Volk verhängt, kommt auch <ler als einer der sph\verstcnr dass unsere besten Männer in der Iilüthe der Jahre vlon i uns abberufen Werden. Das ist -ein trauriges Verhängnis» für . unser Volk, wenn die Grosseil von uns scheiden und die. Kleinen'an ihre Stelle treten. Und.dann sagte er. der ihn sicher genau gekannt: ..Kr wareine, der stärksten intellektuellen Kräfte des Judenthums. Kr war im letzten Grade ein Idealist, aber er hatte .die praktische Idee, alle Dinge auf eine Basjs der Arbeit zu stellen. Er war ein Staatsmann in Israel und ein treuer Anhänger des Judenthums zugleich und zwar nicht nur aus Pietät, sondern auch aus Studium und fester L'eberzeugnng. Noch vor 'JO Jahren war er ein .Anhänger 'des Rationalismus, aus dem" er aber aus tiefen'Studien nur die librtscquenz gezogeil hat. dass er ein treuer und energischer Verfechter für Israels Glauben und Recht geV'orden ist. Kr war ein klarer Denker und kräftiger Schriftsteller, ein glänzender Redner Und er besass vor allem die seltene Gabe des Kühre'rs'-. Un.d dann trat ein anderer, ein wirklicher Staatsmann. Simon Wolf, an die Bahre des teuren Toten, mit dem er zusammen gekämpft, gestritten und gelitten hat und rief ihm in tiefster Be wegung Worte des Gedenkdns und der Trauer nach. Kr schloes mit den Worten: „Triend. Brother. Jew . t amerade. Leadcr. American — auf Wiedersehen!" Auch damit den Zusammenhang unseres geliebten < »rdens bekundend, dass die Trauer um den Präsidenten des amerikanischen Districts eine gemeinsame ist für alje Anhänger des U. ' >. B. B. Und, bevor noch die letzten Schollen auf das Grab des teuren Toten fielen, trat der Viccpräsident der Grossloge. J. B. Klein aus Bridgeport, hervor, um am Grabe den Schwur zu erneuern, -dass sie die Pläne und Ideale des loten, soweit sie nicht erreicht sind, zur Ausführung bringen werde. Unmittelbar nachdem die Nachricht von dem Fpde Levis kam, hat der Herausgeber der