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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1904-02-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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— 24 — zur Mitarbeit anspornen, wenn sie selbst mit thätig sein 'können. Dafür wiederum zeigen wir uns erkenntlich, indem, wir unsere Damen, sofern es angängig ist, zu unseren Vortragen zuziehen und an diese gesellige Veranstaltungen knüpfen. Verschiedene Festlichkeiten: Brudermahle zu Ehren der neuaufgenommenen Brüder, ein Festabend mit Tanz, ein Kinderfest. Zusammenkünfte an den Sonntag-Nachmittagen trugen das ihrige zur Hebung der Brüderlichkeit bei. Zur Hebung des geistigen Niveaus unserer Logenabende haben wir die Einrichtung getroffen, dass alle 14 Tage ein Vortragsabend stattfindet, an welchem nur die wichtigsten laufenden Dinge erledigt werdest* während den grössten Theil des Abends ein Vortrag ausfüllte, an welchem sich eine Diskussion knüpfte. Die Vorträge, Vorlesungen oder Referate wurden aus der Mitte unserer Brüder gehalten. U. a. lagen folgende Themata vor: Proselyten im Judenthnm, Gabriel Riesser, Reiseerlebnisse, Sociale Ethik im Judenthum, Antisemitismus in den Freimaurerlogen, über Wohlthätigkeit, die Judenfrage in Frankreich bis J789, sociales .zur Judenfrage etc. Von den Referenten sei besonders die unermüdliche Thätigkeit unseres Finanzsecretärs Schwarz hervorgehoben, der neben seinen niemals trockenen Finanzberichten wiederholt Referate aus den Grosslogenberichten ausarbeitete. Er gab uns auch ein Referat über den Ostdeutschen Logentag und hielt interessante Vorträge über die Grosslogensitzungen früherer Jahre an Hand des im Druck vorliegenden Werkes. Ganz besonders eingehend befassten wir uns mit dem Aufsatz des Br. Dr. Maretzki. „Unsere nächsten Aufgaben", der uns von' unserem Br. Dr. Catzenstein in kurzen festen Strichen gezeichnet wurde. Dieser Artikel des Br. Dr. Maretzki wirkt auch heute noch nach; was er angeregt hat, sind in der That unsere nächsten Aufgaben und wir hoffen auch die unserer Schwesterlogen. Die Hauptaufgaben der Einzellogen nach Ansicht des- Br. Dr. Maretzki verdienen hier nochmals hervorgehoben zu werden: Ausführuug der von der Grossloge gegebenen Anregungen, Propaganda durch Gewinnung neuer Mitglieder wesentlich auch durch Heranziehung an kleineren Plätzen wohnender Glaubensgenossen zu den Arbeiten der Logen und hiermit auch Hebung des geistigen Niveaus der an kleinen Plätzen wohnenden Juden und hiermit zusammenhängend geistige Hebung der in Deutschland lebenden galizischen Juden, Gründung von Jugendvereinen etc. Ueber eine geeignete Propagauda unterhielten wir uns recht häutig, ohne dass ein bestimmter Beschlüss gefasst wurde. Da kam uns die Reisendes hochwürdigeu Grosspräsidenten zu statten. Wir baten ihn. auch unsere Loge durch seine Gegenwart zu ehren und hatten die Genugthuung, alsbald seine zustimmende Antwort .zu erhalten. Die Zeit, welche Uns tür die Vorbereitung zur Verfügung stand, war kurz, wir hätten ihn sonst gern noch mehr gefeiert, als dies der Fall war: im strahlenden Saal in Gegenwart^ unseres Damenflors. So aber hiess es, zunächst die Arbeit ins Auge gefasst. Wir arrangierten also eine ausserordentliche Sitzung ohne Oeremoniell in Gegenwart von Gästen, die uns als geeignete Kandidaten für die Loge erschienen. — Der würdige Grosspräsident, dessen Auge Herz und Verstand ausstrahlt, diese so wichtigen Eigenschaften tür den ersten Posten in unserem idealen Staate, kam, wurde gesehen und bewundert und siegte. Sein Vortrag ..Shylock und die Tendenzen des U. Ö B. B." riss namentlich imzweiten Tueil die Zuhörer hin und erntete allseitigen lebhaften Beifall. Er stellte unsere Ordensaufgabe so klar und lebenswahr da, dass wir alle herzlich ergriffen wurden und die Gäste sich eins fühlten mit uns und unseren Bestrebungen, Wir haben denn auch die Genugthuung, dass schon mehrere um Anfnahme in unsern Bund gebeten haben. Nach dem Vortrage vereinigten wir uns bei einem Glase Bier. Der würdige Grosspräsident wurde nicht nur von uns, sondern auch von unseren Gasten gefeiert und wir gingen mit dem Bewusstsein auseinander, dass es keine bessere Propaganda für uns giebt, als eine warm empfundene Rede eines Mannes, wie der würdige Gr-osspräsident Justizrat Timendorfer es ist, von dem man weiss, dass er so handelt wie er spricht und der es wie selten einer versteht, Freunde für die Logenidee zu gewinnen und Brüder für die Logenidee zu begeistern. Das war ein würdiger Abschluss des Jahres und auch für diesen Bericht können wir keinen besseren Schluss finden, als die Hoffnung auszusprechen, dass uns recht oft Gelegenheit geboten werde, den würdigen Grosspräsidenten bei uns zu sehen. Er wird uns zu neuen Thaten anregen und begeistern und unsere Berichte werden dann voll sein von socialen Arbeiten, von menschenfreundlichen Wirken und Liebesthaten und unermüdlichem Schaffen im Sinne unserer grossen Ordensidee. Frankfurt-Loge in Frankfurt a. IB. Aus dem Berichte, den der Präsident der Frankfurt-Loge am Stiftungsfeste erstattete, entnehmen wir über die Thätigkeit der Frankfurt- Loge im Berichtejahr: Wir haben im vergangenen Jahre 29 Mitglieder unserer Loge zugeführt, während vier Mitglieder, darunter drei wegen Wegzugs, aus derselben ausgetreten sind. Aber der grause Tod hat unter uns und zwar in diesem Jahre eine besonders reiche Ernte gehalten. Tief beklagen wir den Verlust von neun Brüdern. Ihr Andenken wird nie aus unserer Mitte schwinden. Zu Ehren des Gedächtnisses der Brüder Expräsidenten Aron Meyer und Julius Plotke haben am 15. Januar und 22. Oktober Traueriogen stattgefunden. Zu den 29 in 5 Sitzungen, nämlich am 12. Februar, 19. März, 30.» April, 11. Juli und 3. December eingeführten Brüdern dieses Jahres, treten noch eiue Anzahl Bewerber hinzu, von denen 4 bereits aufgenommen und ihrer Einfühi ung harren. Mit diesen demnächst Einzuführenden zählt die Frankfurt-Loge 3t>4 Mitglieder. Die höchste Kraft einer Loge zeigt sich in deren propagandistischer Thätigkeit. Um nämlich Propaganda treiben zu können, muss die Loge zuvörderst in sich gefestigt sein, ihre Organe müssen zielgemäss arbeiten, ihr Leben nach innen und aussen .muss dem Ideal einer Loge unseres Ordens sich möglichst nähern. Auch in diesem Jahre hat die Frankfurt-Loge, Proben von der ihr innewohnenden propagandistischen Kraft abgegeben: sie war an der Gründung der Maimonides-Loge in Nürnberg, der Herder-Loge in Heilbronn und der Julius Plotke Loge in Kaiserslautern, welch letztere in den nächsten Tagen installirt werden wird, in hervorragendem Maasse betheiligt. Wenn die Zahl der Neubegründungen in diesem Jahre auch geringer ist als im Durchschnitt der vorigen Jahre, so kann da doch aus hier nicht näher zu erörternden Gründen daraus kein Schluss auf ein Erlahmen der propagandistischen Thätigkeit innerhalb unseres Districts gezogen werden. Jedenfalls wird unsere Loge nach

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