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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1904-02-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 21 — rage einen kurzen Bericht, der für die einzuleitende Hilfs- ..ction orientirend sein sollte, während er einen ausführlichen •rieht für später in Aussicht stellte. Dieser Bericht liegt Ltrt vor, die Repr. zur Gross-Loge haben ihn bereits erhalten [und wird den BBr. zugehen« — Dieser Bericht, der eine | M »nographie geworden ist, hat gegenüber ähnlichen Berichten m grossen Vorzug, dass er die politische und wfrthschaftfüche Lage in Russland historisch schildert, die Folgen der i. arten Gesetzgebung gegenüber den Juden mit allen schreck- |l chen' Wirkungen beleuchtet, so dass die Unglückstage in ivischinew nicht nur in dem System der Bedrückung der luden hineinpassend, sondern als eine nothwendige Folge Erscheinung der systematischen Verhetzung zur Darstellung gelangen. Im zweiten Theil schildert der Verfasser die Blut' hinten während der O.-tertage und was er selbst von den Verwüstungen der Wohnungen und Häuser, den schweren Verletzungen, welche die Glaubensgenossen davongetragen gesehen und gehört hat. Dbr dritte Theil handelt von der /iillsaction, die sich bei uns und in Amerika aufthat und organisirt wurde. Die Thätigkeit unseres Ordens hüben uut drüben, von welchem Gesichtepunkte sie ausging, welche [sociale ) Grundsätze sie zielbewusst verfolgte, ist in ausfuhr icher, logisch durchdachter Weise mit reicher Anerkennuni; schrieben. Es geht ein warmer, stark mitfühlender Ton durch das I ganze Werkchen, man merkt aus jeder Zeile, mit wie blutendem Herzen der Verfasser die Leidensgeschichte kder russischen Juden geschrieben. Weil aber br. £ e r g e 1 ein vollständiges und umfassendes Bild, gestutzt auf amtliche Quellen, von dem lend und seiner dauernden Abhilfe gebenwollte, hat sich Lehe Herausgabe dieser Schritt länger, als er beabsichtigte verz0gert| sie hat aber die Aktualität keineswegs eingebüsst ist heute noch so wirksam', wie zur Zeit der Schreckenstage weil diese sich jeder Zeit wiederholen können. Ich kann | diese Schritt nicht warm genug empfehlen. Der Leser wird das umfangreiche Material gut geordnet, ubersichtlich darge ■teilt finden, sodass jeder Leser daraus nicht nur Belehrung, ondern auch Erbauung schöpfen wird, soweit bei den traurigen I 'lugen, die dort eutnüllt werden, von Erbauung die Rede Dr. Maretzki. in kann. Aus den Logen des VIII. Distrikts. Wenn wir in der angenehmen Lage sind, in der gegenwärtigen Nummer unserer Berichte eine ' grosse Anzahl Beiträge aus den Logen unseres Distrikts zu veröffentlichen, so hat das seine besondere BewandniiiK. Unser! Präsident Br. Timendorfer »esuchte während des Monats Dezember v. J. eine Anzahl Logen, <nd hat es sich .dabei besonders angelegen sein lissen, eine Ueber- •ht Uber die Bestrebungen det Logen auf socialem Qebie*. zu i' Winnen, und da er das, was er wahrgenommen, und ihn Uberaus -friedigte, auch weiteren Kreisen bekannt zu geben wünschte, iderte er von den Lojen, die er besucht hatte, dtesbezUgl. Berichte n. In nachstehendem sind diese Berichte aufgeführt; wir empfehlen eselben der Aufmerksamkeit aller Logen nnd Brüder, denn in nselben spiegeln sich die gegenwärtigen Bestrebungen unserer igen wieder, und wir sind'gewiss, dass diese Berichte das Interesse '•r finden werden, denn in denselben sind manche Anregungen Inhalten,' die zur eifrigen Nachachtung dienen können. / Das RedactionsrComitä. Germania-Loge in Halle a. S Wir gestatten uns nach- -tehend einen Bericht über die Thätigkeit unserer Loge von April des Jahres 1902 bis Ende des Jahres 1903 zu erstatten. Das Jahr 1902 war für uns ein besonders bemerkenswerthes, indem wir am 7. September das 20 jährige Stiftungsfest unserer Loge, der zweiten des vllt Distrikts, feiern konnten. Ueber den Verlauf dieses schönes* Festes ist s. Zt. in diesen Blättern bereite Bericht erstattet. 'Wir hatten die Freude gerade an dem Festtage mehrere Neumeldungen zu erhalten, wie denn überhaupt das Jahr 1902 uns einen ansehnlichen Zuwachs von Brüdern brachte, zu deren Ehren wir am 3. Januar 1903 ein Brudermähr verstalteten. Reiche Anregung bot uns der am 30. November 1902 in unserem Logensaale abgehaltene mitteldeutsche Logenverbandstag, über dessen. Verlauf ebenfalls s. Zt. berichtet ist. Die Folge der Verhandlungen war für unsere Loge die Gründang des Schwesternbundes, welcher seitdem schon praktische Arbeit geleistet hat. Da die hiesige Frauencaritas bereite durch den Frauen verein, welcher in unserer Gemeinde seit einem Vierteljahrhundert besteht und dem auch unsere Schwestern ausnahmslos angehören, in selbstlosester und genügender Weise ausgeübt wird, so musste sich der Schwesternbund ein neues Arbeitefeld schaffen, und es fand sich. Der Schwesternbund erstreckte seine Thätigkeit insbesonders auf die Einrichtung eines Nachhilfeunterrichts und einer Arbeitestunde für die Kinder solcher Eltern, welche durch ihre Erwerbs- oder Bildungs-Verhältnisse nicht in der Lage sind, ihre Kinder genügend bei den Schularbeiten zu beaufsichtigen oder zu fördern. In dankenswertester Weise Und mit gewissenhaftester Pünktlichkeit erfüllen die Schwestern, welche das Amt übernommen haben, nebst Töchtern von Brüdern ihre Aufgaben und erzielen die erhofften Erfolge. Die unterrichtenden jungen Damen gewinnen aber auch selbst durch diese Thätigkeit für ihren zukünftigen Hausstand, indem sie lernen, Kinder zu behau deln^und zu belehren,', sich selbst in Geduld zu üben und ihr Temperament zu beherrschen. „Sie lernen im lehren." Die Eitern der unterrichteten Kinder schätzen unsere Einrichtung sehr hoch, es ist ihnen eine grosse Beruhigung, ihre Kinder auch ausser der. Schulzeit in guten Händen zu wissen, während sie ihrem mühevollen Berufe obliegen. Der Schwesternbund und die Loge krönten ihr neues Werk durch eine wohlgelungene Ch$uukka-Feier im Logensaale, bei welcher die Zöglinge mit 'meist nützlichen Hachen beschenkt wurden, nachdem sie die Anwesenden durch kleine Vorträge erfreut hatten. Wir holten diese (Jüanukka-Feier zu einer feststehenden Einrichtung unserer Loge ausbilden zu können. Die Errichtung des Schwesterubuudes hat uns veranlasst, unsere Lokalitäten zu erweitern, sodass wir ausser unserem Logensaale noch über 3 Jttäume verfügen. Unsere alte Institution zum Wohle ' der Kinder, unsere Ferienkolonie, hat sich auch in den Jahren 1902 und 1903 sehr segensreich erwiesen. Ueber deu* Verlauf und die Erfolge der Ferienkolonie 1902 ist bereite Bericht erstattet, solcher ttr 1903 wird demnächst erfolgen. Das bei uns übliche Concert zum Besten der Ferienkolonie, Anfang 1903, war stark besucht und ergab den gewohnten Ueberschuss. Wir lotf'en. dass die für 1904 geplante Veranstaltung ebenfalls unsere Fonds für die Ferienkolonie stärken wird. Ein neues Projekt auf dem Gebiete der Caritas haben wir dem mitteldeutschen Logenverbandstage zu Magdeburg am 29. November 1903 unterbreitet, nämlich die Errichtung einer Kinderheilstätte im Soolbade .Wittekind. Wenn wir mit unserem Vorschlag, eine dauernde Kinder-

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