Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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1 ' .; " spendet hat. Br. Mayer hat in Gemeinschaft mit dem Spender die Ausführung übernommen. Seine reiche Erfahrung und grosses Organisationstalent geben Gewähr iür die zweckmässige Behandlung dieser grossen Wohlfahrtsidee. 31. Oktober: Trauerloge für die verstorbenen BBr. Phil«ipp8ohn und Expr. Hugo Sachs. — Br. Dr. E. Tuch berichtet über die am 28. abgehaltene Conferenz des Deutschen National-Comiteeszur Bekämpfung des Mädchenhandels. Das einzige Comitee, welches wirkliche Thatsachen berichtet und gute Erfolge aufweisen konnte, war das jüdische Zweigcomitee, in dessen Namen unser Br. Dr M a r e t z k i sprach. Dieser betonte, dass das jüdische Comitee auf die Ursachen des Mädchenhandels in Galizien zurückgehe, und alle wirtschaftlichen, geistigen und socialen Mittel hervorhob, welche zur Sanierung der dortigen Zustände unerlässlich sind und bereits durch die Lembefger Conferenz in die Wege geleitet werden. Seine Ausführungen haben ungetheilte Aufmerksamkeit und Zustimmung gefunden. Sein Bericht wurde von dem Pastor Bussmann in Buenos Ayres ergänzt, der kein erfreuliches Bild gegeben hat. 7. November: Br. Joachim giebt einen umfassenden kritischen Bericht über die Sitzung des General-Comitees. 14. November: Bericht verschiedener Comitees» namentlich des Comitees für geistige Fortbildung und des ■ für Arbeitsnachweis. — Br. Mayer berichtet über den Fortgang der Angelegenheit des in Eimen,'zu erbauenden Genesungsheims, dass der hiesige Kinder-Sparverein seine Gesammt-Einnahmen von 7—8000 M. als jährlichen Beitrag für die Verwaltung des Heims hergeben wird. 21. November: Br. Mayer berichtet, dass das gemeinsame Comitee der Berliner Logen in einer Sitzung beschlossen habe, die Bibliothek reicher zu dotiren, den Verkehr der Berliner Logen durch ständige Delegirte besser zu organisiren, sowie gemeinsame Sitzungen zu veranstalten,' in welcher sociale Fragen behandelt werden sollen. 28, November: Br. K u z n i t z k y referirt über die Thätigkeit der jüdischen Orient-Colonisations-Gesellschaft, die erst im Anfangsstadium sich befindet, es bleibt deren Entwickelung abzuwarten, bevor die Loge sich entschliesst, die Gesellschaft zu Subventioniren. 6. D e z e m b e r : Br. Dr. Metzenberg bespricht den Monatsbericht. — Br. Präs. berichtet über die Grundsteinlegung des neuen Logenhauses in Hamburg. Das neue Haus habe nicht nur für die Henry Jones-Loge sondern auch für die Hamburger Gemeinde deshalb eine erhöhte Bedeutung, weil in diesem alle jüdischen Vereine tagen sollen, eine Centralisation und ein fester innerer Zusammenhang derselben sich vollziehen werde. Br. Expr. Dr. Mann aus Stettin als Gast berichtet über die Arbeiten der Allemania-Loge. 12. Dezember: Feierliche Einführung von 4 Brüder. — Br. Dr. Karpeles hielt einen Vortrag über Herder und seine Beziehungen zum Judenthum. Er schildert ihn als Verfechter der Humanität, bebt dessen tolerante Anschauungen über das Judenthum und dessen Würdigung der altjüdisci en Litteralur hervor. 19. Dezember: Besprechung einer anderweitigen Organisation für Beileidsbezeugungen. Wir hatten die Freude einen Br. aus Bulgarien zu begrüssen, der uns viel Neues und Interessantes über die dortige Judenheit berichtete. Auch dort hat der Orden, wie der Bruder durch Beispiele ausführte, segensreich in erziehlicher Arbeit gewirkt. Auch dort hat die Aufklärung und Fortbildung gute Früchte gezeitigt, . die sociale Arbeit regt sich, woran die'Brüder mit Umsicht^ und Energie sich belheilig'en. Wegen -Ausbreitung, des Ordens müsse man viel Geduld' haben, da die Verhältnisse ganz eigenartige sin<L Als. ein hochwichtiges Moment ist hervorzuheben, dass die Loge eine Vereinigung der beiden bis dahin feindlich sich gegenüberstehenden sephardistischen und aschkenasischen Juden herbeigeführt hat, so dass jetzt gegenseitige Heirathen oft zu verzeichnen sind. Concordla-Loge in Kattowltz Wie. im Vorjahre, so haben wir auch in diesem Jahre eine Ferien-Colonie geschaffen, deren Comite am T\ April d. J. zum ersten Male zusammentrat. In dieser Sitzung wurde beschlossen, die Colonie auf vorjähriger Grundlage — also im Wesentlichen, für die Kinder Logen-Angehöriger — einzurichten. Den eifrigen Bemühungen einiger Brüder ist es gelungen, einen passenden Sommeraufenthalt für unsere Kolonisten ausfindig zu machen, und kam ein Abkommen zu Stande, nach welchem 24 Kinder in Bad Ernsdorf für die Dauer von 4 Wochen zum Preise von'60 Kronen pro Person in Kost und Logis fanden. Es meldeten sich 18 Kinder: von-Logen-Angehörigen, während 0 erholungsbedürftige. .Kinder von Nichtmitgliedern, welche von ihren Lehrern als' geeignet empfohlen waren) nach erfolgter ärztlicher Untersuchuhg./auf Kosten der Concordia-Loge mitgesandt wurden. . t . .--•* . ' "* " / Am 6. Juli reiste die muntere.Kinderschaar, begleitet von den Damen und Herren" des Comites nach Ernsdort. Für die Kolonisten waren zwei Damen engagiert, welche es ganz vorzüglich verstanden ' haben, die Kinder unter ihrer Aufsicht zt* unterhalten und zu beschäftigen. In den Vormittagsstunden wurden bei schönem Wetter kurze Ausflüge in die nahen Berge unternommen, während bei Regenwetter , im Hause allerlei Gesellschaftsspiele unternommen wurden. Zu diesem Zwecke stand den Kindern ein grosser Saal zur Verfügung, in welchem ein Musikautomat aufgestellt war. An den Nachmittagen belustigten sich die Kinder im Freien, besuchten die Parkanlagen, oder lustwandelten im Garten. Jeden zweiten Tag wurde kalt gebadet, wogegen die kleineren Kolonisten ein warmes Wannenbad erhielten. Um den Kolonisten eine Freude zu beriten, veranstaltete das Comite der Ferien- Kolonie am Sonntag den 19. Juli ein Sommerfest. Mit dem Frühzuge reisten zu diesem Behufe, vom herrlichsten Wetter begünstigt, circa 30 Personen nach der Sommerfrische und wurden dieselben von den Kolonisten mit lautem Jubel begrüsst. Nach vorangegangener Restaurierung wurde der Badeort und die schönen Parkanlagen besichtigt, welche infolge ihrer ausgezeichneten Lage: die vollste Befriedigung sämmtlicher Gäste hervorrief, und in bester Stimmung ent faltete sich nun der eigentliche Pesttrubel. Die Simachowitzschen Eheleute haben alles aufgeboten, um ihren Gästen den