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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-12-01 · Nr. 10 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 10 - Dezember
Date
1903-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BERLIN, im December 1903. NO. lO. Bericht der Grossloge für Deutsc U. O. B. B. Nachdruck sämmllicher Artikel aus diesen Berichten verböte Fernsprecher: D. Mol ff, VI, No. 4619, Wilhelms trasse u8. Ein Mahnwort für die nächste Grosslogen-Sitzung. Von Br. Dr. Maretzki. ' x Vor längerer Zeit hatte ich mir erlaubt, Einiges zur besseren Ausgestaltung der Grosslogen-Sitzung auszuführen. Seitdem haben sich die Verhältnisse keineswegs gebessert, vielmehr haben sich die Mängel im Laufe der Zeit eher gesteigert, so dass man fuglich behaupten kann, dass die Sitzungen nicht mehr die Theilnehmer in der grossen Mehrheit befriedigen. Für die grosse Anzahl der Anträge zur Grossloge währt die Sitzung viel zu kurze Zeit. Die Tagesordnung kann in der gegebenen Zeit nicht bewältigt werden, die Debatten werden beschränkt, die Redezeit wird immer kürzer bemessen, die Redner können ihre Ansichten nicht erschöpfend vorbringen, nach kurzer Debatte wird meist Schluss derselben beantragt, die Rednerliste, die stets eine stattliche Reihe von Namen aufweist, wird nicht erschöpft. Diese Wandlung hat sich ganz naturgemäss vollzogen. Vor 10 Jahren hatten wir 42 Repräsentanten, zur letzten Grosslogen - Sitzung waren 74 Repräsentanten erschienen, dazu noch 12 Expräs. ohne Mandat, die das Recht mitzusprechen haben; bei der nächsten werden es 100 sein. Die Grossloge ist ein förmliches Parlament geworden, ein wenig mehr als der vierte Theil des Reichstages, so gross wie der bayrische Landtag: Ein weiterer Uebelstand ist dadurch zu Tage getreten, dass viele Anträge ganz unvorbereitet zur Verhandlung kommen, die Zeit über Gebühr in Anspruch nehmen, die sicherlich auf anderem Wege verabschiedet werden könnten. In letzter Zeit suchte man Abhülfe zu schaffen, dass man die Dringlichkeit verlangte. Dadurch sind zwar manche Anträge vertagt worden, aber die nächste Grossloge hatte dafür noch mehr zu bearbeiten. Auch blieb nichts anderes übrig, als manche, zumal auch wichtige Anträge von principieller Bedeutung dem Gen. - Com. zur Erledigung zu übertragen. Es fehlte aber meist die notwendige Richtschnur von Seiten der Grossloge, die Meinungsäusserung über das Grundsätzliche und Massgebende für die Behandlung der Gegenstände. Aber selbst das Gen.-Com. ist nicht immer in der Lage gewesen, im gegebenen Zeit« räum die reiche Tagesordnung in wünschenswerther Gründlichkeit durchzuberathen, denn es tagt nur zwei bis dreimal im Jahre. Daher ist der Wunsch berechtigt, das Gen.-Com. öfter mit einer kurzen Tagesordnung tagen zu lassen, jeden Gegenstand erschöpfend zu behandeln. Auf die Kosten kann und darf es nicht ankommen, denn fleissiges Arbeiten des Gen.- Com. macht seinen befruchtenden Einfluss auf die Logen geltend, eine stetige Kontrolle, Wie sie das Gen.-Com. auszuüben berechtigt ist und ausüben muss,^ treibt die Lögen und ihre Comitcs zu fortgesetzter Arbeit an. Die Grossloge könnte sich mancher Dinge, die die Berathungen drücken, entledigen, wenn sie der Cömpetenz des Gen.-Com. Zugeschrieben würden. So könnten alle Einzelfragen, alle Gesetzes- und Verwaltungsfragen dem Gen.-Com. allein überlassen werden. Die Grossloge braucht darum an Autorität nichts einzubüssen, denn sie erhält "Bericht darüber, kann den Bericht annehmen oder ablehnen. Das bleibt ihr stets unbenommen. — Nun könnte" man. vorschlagen, die Zahl der Repräsentanten herabzusetzen. .Aber' dieser Vorschlag ist zur Zeit nicht diskutabel; ich könnte auch keinen Modus angeben, wie die Repräsentanz geändert werden soll, ohne Ungerechtigkeiten zu begehen; die grossen Logen kann man doch nicht zu Gunsten, der Kleinen in ihrem Einfluss beschränken, j— Noch ein anderer Weg. Vitt T± der Grosslogen-Sitzung ist gangbar. Alle Anträge müssten vorher in speciellen G o m i t e s durchberathen und das Ergebniss der Grossloge zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Das hat sein Gutes, dass die Anträge in dem Comite von allen Seiten beleuchtet werden, sie brauchen in der Grossloge nicht noch einmal ab ovo besprochen werden. Man hat für die Anträge* Referenten und bei wichtigen noch Correferenten bestellt, aber es genügt nicht für die Berathung. Es sind immerhin bei der Tüchtigkeit der Arbeiten von Seiten der Referenten doch nur Meinungen Einzelner, das Votum eines Berathungs - Ausschusses ist schwerwiegender, weil die Ansichten einer Vielheit in dem Votum vertreten sind. Dem Geschäfts-Ausscnuss die Vorberatbung aller Anträge aufzubürden, geht auch nicht gut an, er hat ohne sie schon viel zu thun, und es ist von Vortheil, die anderen vorhandenen guten Kräfte für solche Vorberathungen zu engagiren. Freilich müsste die Grossloge länger tügen— als es bisher üblich war. Wie ist nun die jetzige Hana habung? Am ersten Tage werderi bÖÄhsteos-Zbraucht, am nächsten Tage^-I*—3 Runden. Die .lahmen dafür manchmal ein viel, zu "breiten Raum in Anspruch. Da kann aber nicht-Alles erschöpfend behandelt werden. In. den ersten Jahren, wo ''tnge nicht so viej Material v orlag, hat man 6tets 3 Tage auf die Sitzungen verwandt, der erste Sitzungstag hat gewöhnlich bis 9 Abends gedauert. Wenn ich auch zugebe, dass e.« züa wünschenswert ist, langdauernde Sitzungen zu(1'2,-^u, "')*■. der Fülle der Menschen .tritt leicht Ermüdujng ein, aber mindestens 2 volle Arbeitslage müssten dazu verwandt werden. Es.sieht auch, nichts im Wege, die Sitzungen scho

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