Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 9 - November
- Date
- 1903-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4864325-6028961-6074080--0596-4864765- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sinnung zu verbinden, ihnen Allen die jüdische Idee and ihre Ethik zu erhalten, das Trennende zu bannen, da* Gemeinsame, das -Streben nach devir. Wahren und Guten in den Vorder? grund zu rücken. Diese Bewegung hat rieh in der That unter dein Sternenbanner vollzogen. Man darf mit Pag und Hecht sagen: ilir Ausgangs- und sodann ilir Mittelpunkt ist der L*. 0, 15- 15. gewiesen. In ihm war keine Unterscheidung Dacb Rang und Stand, keine Trennung zwischen Bepbarden und amleren Juden, kein Gegenfibersteilen von Reform und Orthodoxie, keine Bevorzugung zwischen Amerikanern, Engländern, Deutschen, Küssen. Rumänen oder Asiaten. Ein sehnsuchtsvolle« Ideal begeisterte Alle, hob in den Geringen das Menschfretuhl. gab den Begüterten und den mit Geistvs- und Hcrzensadel Begnadeten Gelegenheit, die lliicbteu der Vornehmheit zu üben und die grossartigen Erfolge herbeizuführen, auf die wir jetzt mit Befriedigung bücken." Meine hochzuverehrenden Anwesenden, liebe Brüdur und Schwestern! >Vir leben hier in Hamburg nicht in schroffen und auch nicht in völlig neu zu -regelnden Verhidtuissen. w ie sie in Amerika vor Beehrig Jahren in Formen gebracht Werden mussten. Aber wir haben doch auf zweierlei unsere Aufmerksamkeit zu lenken. Wir sehen erstens die gewaltige Leistung, die aus opferwilliger Selbstständigkeit inden Vereinigten Staaten blühende jüdische Gemeinwesen und Kongregationen allüberall hat hervorgehen lassen. Wir sehen zweitens eine gewisse Analogie mit unseren eigenen Zuständen. Denn auch in Hamburg besteht keine religiöse ZwangsgemcinTle. Da ist es denn für uns Bnei Briss ein gern geübtes Werk, der Gemeinde in ihren Leistungen nach dem Masse unserer Kräfte zur Seite zu stehen. f Die jüdische Idee in ihrer geschichtlichen Entwicklung ist stark genug, ihre Anhänger ans eigenem Willen in gemeinsamer Bethätigung so fest zu verbinden, wie es unter Beugung der Geister und Gewissen nimmer sich erring n lifsst. Das Haus, das wir hier unterbauen wollen, soll eine Burg sein freiwillig, hingebend und opferwillig übernommener Pflichten reinsten und edelsten Mcnsehcnthums. Das möge der heute gesetzte ('rundstein versinnbildlichen. Nach Verlesung der Urkunde begab sich die Gesellschaft zu dem Neubau, um die Vennauerung der Kapsel vorzunehmen. Die ersten llaininerschläge führte der zweite Vorsitzende des (leiueindevorstandes. Herr Jos. Schönfeld aus. indem er seinem ersten Schlage das Motto: „Zu Ehren Gottes", dem zweiten Schlage: „Zur Ehre und Würde der Gemeinde und der Vaterstadt", dem dritten Selüage. den uralten jüdischen Segensspruch: „Jcworechecho adonai wejischmorecho etc." zu Grunde legte. Danh folgte Herr Gustav Tuch, der das folgende Motto wählte: . #-f Liebe und Treu«. Hingebungsvoll dem Menschenthuin zu dienen. Und treu der Pflichten reinster auszuüben. Erhebt zur Würde, adelt unsern Sinn. Freiheit und Schöne. - Die Schönheit waltet In Natur und Kunst, In Form und Inhalt. Wo Freiheit sich entfaltet. (deich sei das Recht und frei" die Arbeit. Und I leistcsfreiheit erfülle und verschön" Der Menschen Lehen, Einigkeit und Stärke. Verschlungen seien Freiheit und Liebe, . . Schönheit und Treue t In Einigkeit Zur unüberwindlich echten Stärke. Der Präsident der Henri; Jones-Loge- Herr Alfred Cohn vollführte seine llanimerschlüge unter der Devise der Loge: ..Wohlthätigkci . Brüderlichkeit und Eintracht." Ihm folgte der Architekt Herr S. Engel, der die Hommer- Bchlfige ausführte: ..Zur Förderung di r Kunsr. der Wissenschaft und edler Gesittung." * Als letzter vollführte Bert Maurermeister Böckmann die Schläge mit den Worten': ..Zum Segen der Loge, den Brüdern zur Freude, dem Erbauer zur Ehre.:. Damit war die erhellende Feier geschlossen. Victoria - Loge Görlitz. rWähn nd in den vergangenen Jahr, u unsere Bestrehungen «ausser unserer Thätigkeit in der Loge, selbst, sich auch dariiuf gerichtet hatten, die Propaganda nach aussen. ZU" tragen Und es uns auch ge'.ingen war. eine grosse Anzahl Bit. aus näheren lind weiteren Umkreis für die Victoria-Loge zu gewinnen, ist die Signatur des Jahres 1! u >■_! (i:!. über das wodurch verschiedene Behindernngen erst heute .berichten können, die der ruhigen, intensiven inneren Arbeit an den Logennufgaben gewesen. Wir können zu .unserer Freude konstanten, dass das Interesse der Brr. -an den Verhandlungen ein stets reges gewesen ist. Beweis dessen ist. dass au unseren Sitzungen durchschnittlich <>0% der ortsansässigen Brr. tbeügenommen haben.. Die auswärtigen Brüder, wo solche, wie in Buridan, Cottbus, Forst in. grösserer Anzahl vorhanden, haben sieh Vereinigungen geseluiffen. in denen sie. durch Zusendung unserer Protokolle Von uns unterstützt, sich über Logenangelegenbeiten aussprechen und die Geselligkeit, die früher in den kleinen Gemeinden sphr im Argen lag. pflegen; leider ist unser Wunsch, dass eine Anzahl auswärtiger Bit. öfter zu unseren Sitzungen, erscheinen möchte, in Folge schlechter Ziigverbindimgeu. die es den Brr. unmöglich machen, noch Nachts nach Hause zu fahren, nicht in erhoffter Weise in Erfüllung gegangen. Den Fragen, die unser Logenlebeu bewegen, haben die Bit. stets das grösste Interesse entgegengebracht und ist in lebhafter Diskussion das Für und Wider erörtert worden: ebenso boten Referate aus den .Monatsberichten sowie die Protokolle der Ausschusssitzuugeu Gelegenheit zu fördernder Aussprache. Wir haben bedauert, dass die „Alterversorgung"'. die w ir nicht der etwaigen pekuniären Vortheile wegen, sondern weil wir ethischen Nutzen für unseren Orden davon erhofft fallen gelassen winden. Für den Plotkeschen Antrag haben wir uns nicht erwärmen können, weil wir meinen, dass für Erfüllung des darin angestrebten, allerdings wünseheuswerthen Ziels nicht die Logen Hnd der Orden, sondern der Deutsch- Israelitische Gemeinde-Bund die geeignete Vereinigung sei. Die Erfolge, die in. der Krankenschwester-Frage sich zu zeigen heginnen, haben wir mit. grosser Freude begriisst, wir