Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 7 - September
- Date
- 1903-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN, im September 1903 No. 7. Bericht der Grossloge für Deutschland u. o. B. B. S Nachdruck sämmtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. Fernsprecher: 1). Wolff, VI, No. 461Q, Wilhelmstraste 118. Zum Neuen Jahre«. y t: Nicht um einer blossen Form zu genügen, vielmehr unseren Gefühlen "und Empfindungen «ir Sie, liebe Brüder, Ausdruck gebend, statten wir Ihnen auch jetzt wieder anlässlich der .Jahreswende unsere herzlichsten Glückwünsche ab. — Haben wir auch alle Ursache, mit den Erfolgen aus unseren Bestrebungen im abgelaufenen JahreN zufrieden zu sein, da wir in demselben einen namhaften Zuwachs von Mitgliedern,, sowie die Errichtung, 5 neuer Logen zu verzeichnen haben, haben wir auch durch unser Hilfswerk für. Kuchinew dazu beigetragen, das Solidaritätsgefühl unter unseren Glaubensgenossen zu wecken, und zu fördern, so ist doch die Freude an diesen Erfolgen dadurch getrübt, dass den Juden noch immer nicht die ihnen gebührende Stellung zugestanden wird. — Dieses zu erreichen muss unausgesetzt unsere Aufgabe sein, und Sie alle liebe Brüder, wünschen gewiss mit uns. dass das konftnende Jahr sich besonders nach dieser Richtung als ein gesegnetes gestalten, in welchem Hass und Neid sich in Liebe und Versöhnung wandeln, als oberster Grundsatz allgemein anerkannt werden möge, dass alle Menschen Brüder sind. — Wir wollen die Schwelle des neuen Jahres mjt dem festen Vorsatz überschreiten, unsere ganze Kraft zu nützen, um den U. O. B. B. immer weiter auszubreiten, damit sein Einfluss erstarke, und er in Wahrheit zum Segen weirde für alle Menschen. — Hiermit verbinden wir den herzlichen Wunsch, dass sich das neue Jahr auch für Sie, liebe Brüder, sowie für Ihre Angehörigen als ein glückliches erweisen möge. In W. B. u. F.. Die Grossloge für Deutschland VIII. i m ein d o r f e r, Präsident. D. Wolff. Secretär. Mögliches und Unmögliches in der jüdischen Krankenpflege. Von Dr. G. Feldmann, Stuttgartloge. Drei Jahre sind verflossen, seitdem die Grossloge den Beschluss fasste, jüdische Krankenpflegerinnen ausbilden zu lassen und es kann wohl angebracht erscheinen, die bisherigen Ergebnisse und die weiteren Aussichten dieses Unternehmens zu besprechen. Ursprünglich hatte die Friedrichloge in Heidelberg die Anregung gegeben, unter Führung der Grossloge einen über ganz Deutsch- I land ausgedehnten Verein zum Zweck der Ausbildung und Altersversorgung jüdischer Krankenpflegerinnen zu schaffen. , i r~ * Das Generalkomite, welches sich in seiner Sitzung vom 4. 3. 1900 mit diesem Vorschlag befasste, ging jedoch^ von der zweifelsohne richtigen Ansicht aus, dass es unmöglich sei, eine solche Centrale bei der Grossloge zu schaffen und setzte zur weiteren Rerathung ein Komite [ein, auf dessen Vorschlag die Grossloge am 10. (i. 1900 bes:hloss: ' - * . a) durch Vermittlung des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Berlin jährlich mindestens 5 Schwestern ausbilden zu lassen, - * b) sämmtliche Logen in 5 geographische Gruppen zu jteilen und ein Komite zu wählen, in welchem jede Gruppe durch einen Bruder vertreten sein solle, c) zu den Kosten der Ausbildung für jede Schwester 500 M. beizutragen. L ■ , ■ >y-- ■ ->v Es erschien zwar wünschenswert« auch die anderen schon bestehenden Vereine für jüdische Krankenpflegerinnen (damals kamen Frankfurt und Köln in Betracht) zur Ausbildung von Pflegerinnen für die Grossloge heranzuziehen, allein dieselben waren und sind auch heute noch nicht in der Lage, andere als die eigenen Schülerinnen auszubilden. Bei der Gruppeneintheilung wurden die Logen iri Berlin, Frankfurt, Köln, München und Breslau ausser Acht gelassen, weit dort schon Krankenpflegerinnen-Vereine bestanden, und aus den übrigen 37 Städten 5 Kreise gebildet.