Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 4 - Mai
- Date
- 1903-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Mendelssohn-Loge in Magdeburg. Mit wahrer Freude können wir das 18. Lebensjahr unserer Loge als ein gesegnetes beschliessen. Auf allen Gebieten, die uns die Tendenz unseres geliebten Ordens zuweist, herrschte bei uns das regste Interesse, ein köstlicher Eifer. Ein jeder war bemüht nach seinen Kräften das Beste zu leisten und Jeder that gern die Pflicht, die ihm aufgetragen wurde. -Deshalb wuchsen wir auch an Zahl um 14 Brüder und konnten in den 39 Sitzungen dieses Termins stets zahlreiche Betheiligung konstatieren. Von grossem Werte war es. für uns, dass unser hw. Grosspr. die Reihe der winterlichen, öffentlichen Vortragsabende mit einem hochinteressanten, zugleich der Propaganda dienenden Vortrag eröffnete. Diesem folgten der Zeit nach Br. Dr. Spanier: „Ueber Erziehungs- und Bildungsfragen", Br. R.-A. Guttmann: 1 „Ueber Hexenprozesse'iv- Br. Dr. Oppenheimer aus Halle; „Ueber die Diätethik der Kindesseele", und Rab. Dr. Ackermann aus Brandenburg: „Judenthum und Christenthum." Die beiden letzten Redner wurden uns vom Verbände der mitteldeutschen Logen gestellt. Unsere internen Arbeiten beruhten zuerst auf der Berücksichtigung aller Eingänge, zumeist der Berichte der Ausschusssitzungen der Grossloge. Unser Ausschuss für geistige Interessen sorgte an vielen Abenden für Belehrung und Unterhaltung durch Vorträge und Referate über Bücher und Broschüren, deren Inhalt entweder aktuell oder sonst auf andre Weise unsere Interessensphäre berührte. Wir beschäftigten uns ferner fleissig mit unserem Lieblings werke, der Kinderheilstätte in Soolbad Eimen. Im Sommer ]902 hatten wir die Freude, 17 dorthin gesandte Kinder an Körper gekräftigt, an Geist erfrischt von da zurückkehren zu sehen, wobei wir auch materiell insofern gut abschlössen, als von den uns zur Verfügung stehenden M. 1224 ein Restbestand von über M. 200 für 1903 zurückblieb. Ausserdem bewilligten wir mehreren wohlthätigen Instituten und einigen bedürftigen Kranken einmalige Unterstützungen. Die Anregung unseres Präs. Br. Heynemann zur Gründung eines Arbeitsnachweises hierorts wurde eifrig erwogen und dafür vorbereitende Schritte unternommen. Unser Mentor Br. R.-A. Bacher wusste uns in mehreren Sitzungen für den Gedanken der Abhaltung von Trauerlogen für die verstorbenen Brüder zu interessiren, so dass unsere Loge einen diesbezüglichen Antrag für die nächste Grosslogensitzung " eingebracht hat. Ferner berichtete derselbe uns ausführlich über die Verhandlungen der letzten Grosslogensitzung und der Sitzungen des Ausschusses für Krankenpflegerinnen. Seiner Initiative ist es auch zu. verdanken, dass die Brüder angeregt wurden für ein vorhandenes, schönes Album der "Loge ihre Photographieen zu stiften. Auch unsere Bibliothek wurde einer gründlichen Revision und Ordnung unterzogen und ist durch Geschenke und Neuanschaffungen in erfreulicher Weise gewachsen. ' Wir beschickten die Sjtiftungsfeste unserer Nachbarlogen in Halle und Halberstadt mit Deligirten und versäumten nie allen uns zugegangenen Anzeigen über Stiftungsfeste anderer Logen auf telegraphischem oder brieflichem Wege unsere Wünsche zu senden. Unser Ausschuss für Geselligkeit arbeitete — tit venia verbo — mit'Hochdruck. Ein frohes Brudermahl im Mai 1902 zur intimen Feier des Stiftungsfestes unserer Löge leitete seine Thätigkeit ein. Im Oktober hatten wir ein Simchas Thora-Kränzchen und einen Familienabend, an welchem uns von Br. Dr. Frankenstein ein Vortrag mit musikalischen Illustrationen über „Meyerbeer und Mendelssohn-Bartholdy" geboten wurde. Mitwirkend betheiligten sich hierbei Frauen und Töchter unserer Brüder, wie wir überhaupt hervorheben wollen, dass unser Geselligkeitsausschuss es verstand, die Begeisterung für unsere Festveranstaltungen auch bei den Frauen der Brüder zu erwecken. Den Beweis dafür erbrachte der Ausschuss bei dem im November abgehaltenen höcht gelungenen Chanukah-Kinderfeste. Nach der am Nachmittag stattgefundenen Beschenkung 24 armer Kinder mit Kleidungsstücken und Nahrungsmitteln vereinigte sich Abends im Saale des Kaiserhofes eine frohe Schaar Kinder und Erwachsener, etwa 200 an der Zahl u. z. nur Angehörige unserer''Loge. Zuerst wurde ein von einem Bruder verfasstes Märchenspiel: „Die Bremer Stadtmusikanten aufgeführt, dann folgte ein Geisha-Tanz und später dieVerloosung Von kleinen Geschenken für die anwesenden Kinder. Im Februar 1903 folgte ein Familienabend mit musikalischdeklamatorischen Produktionen von Damen und Herren unserer Loge. Seine Thätigkeit beschloss unser Geselligkeitsausschuss mit einem in allen Theilen schön arrangierten und hafmonisch verlaufenen Purimfestmahl mit Ball. Dieses sind in kurzen Zügen die Hauptdaten des verflossenen Logenjahres. Im kommenden Jahre erwartet uns reichliche Arbeit: es ist unserer Loge die Ehre zu theil geworden, Vorort des mitteldeutschen Logenverbandes für 1903/1904 zu werden und ferner werden uns die Vorbereitungen für die Einweihung eines neuen Logenheimes beschäftigen, ebenso die Betheiligung unserer Damen an unseren Bestrebungen. Sollte es uns wie im eben vollendeten Termin auch fernerhin vergönnt sein zum Wohle anderer und unser selbst zu arbeiten, so sehen wir zuversichtlich einer segensreichen Zukunft entgegen. [ Anhalt-Loge in Dessau Am 26. Oktober v. J. begingen wir die Feier der Einweihung unserer neuen Logenhalle in Gegenwart mehrerer Delegierten von Schwesterlogen. Die Feier wurde« durch einen Gesangsvortrag dreier Töchter von Brüdern eingeleitet, woran sich ein ebenfalls von der Tochter eines Br. gesprochener Prolog schloss. Alsdann nahm der w. Präsident Br. Dr. Marcus das Wort zur Festrede, die ungefähr folgenden Inhalt hatte: „Vom Dunkel zum Licht ist unsere Anhaltloge aufgestiegen, sowohl im Hinblick auf ihren Entwicklungsgang als auch auf die räumliche Veränderung der Arbeitsstätte, die wir heute weihen; vom Dunkel zum Licht auch mit Rücksicht auf die Antheilnahme unserer Schwestern, die ihr Interesse an unserem Logenleben von neuem bekundet haben durch Ueberreichung der Krone, die unsere neue Halle erleuchtet und schmückt Dafür gebührt unsern Schwestern herzlicher Dank ebenso wie unserer hochverehrten Gönnerin Frau Baronin von Cohn-Oppenheim,