Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 4 - Mai
- Date
- 1903-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- 49 — Amloltia-Loge In Posen Wir oehmen Bezog 'auf die Berichte vom April 1900, 1901 and 1902 der Monatsberichte und haben bei dem Nachhilfe - Unterricht für das verflossene Jahr einen solchen Fortschritt zn constatieren, wie wir ihn bisher noch nicht erreicht haben. Nen aufgenommen haben wir seit October den Nachhilfe- Unterricht für die zurückgebliebenen und geistig schwachen Knaben aus den Klassen 6. 6. u. 7 der Volksschule und zwarversuchsweise mit nur 10 Knaben. Wir gingen sehr zaghaft an diese Sache, weil die von den Rectoren überwiesenen 10 Knaben die schlechtesten der 3 untersten Klassen, geistig sehr schwach und derart verwildert waren, dass es wochenlanger Mühe und Arbeit bedurfte um erst diese Knaben an ein gesittetes Betragen zu gewöhnen; doch der Erfolg wog alle diese Arbeit auf, denn die Resultate sind so günstige, wie wir es niemals erwartet hätten. Diese 10 Knaben wurden uns October vom Rector mit der Mittheilung überwiesen, dass sehr wenig Aussicht auf Versetzung wäre und dennoch sind von den 10 Knaben 8 versetzt und 1 versuchsweise-; 2 von diesen haben sogar die Nr. 2 erreicht. Das Erfreulichste aber ist, wie sich der Fleiss und das Betragen dieser Knaben durch den Nachhilfe- Unterricht gebessert hat; die Besserung war eine so auffallende, sowohl im Betragen als auch in den Leistungen, dass -verschiedene Lehrer ihre Freude und ihr Erstaunen darüber zum Ausdruck brachten. Bei dem Nachhilfe - Unterricht der Mädchen zeigen die diesmaligen Zeugnisse eine sehr wesentliche Besserung gegen das vorige Halbjahr. Von den 30 Mädchen sind 29 versetzt; 2 sogar mit einer Prämie^,,Die Rede Kaisers Wilhelm II. im Ständehause zu Posen." In den Hauptnummern hatten 8 Mädchen eine Nr. 2, 21 eine Nr. 3 und 1 eine Nr. 4; während im vorigen Halbjahr nur 4 Mädchen eine Nr. 2, 20 eine Nr. 3 und 6 eine Nr. 4 hatten. Ganz besonders erfreulich ist ein sehr merklicher Fortschritt in der Gesittung der Mädchen. Diese Erfolge haben wir der unverdrossenen Thätigkeit der Lehrerin Frl. Jacobi und der ganz ausserordentlich fleissigen Mithülfe der Töchter unserer Logenbrüder zu danken. Von diesen wirkten Frl. Bach, Victor, Goldschmidt, Sokolowski, Peiser, Jakubowski, Simonsohn, Warschauer, Jeremias und Neumark an dem Unterricht mit. Düsseldorf-Loge In Dflsseidorf. Im zweiten Jahre ihres Bestehens, legte unsere Loge ihr Hauptaugenmerk darauf, sich in ihrem Innern zu befestigen und können wir zu unserer Freude feststellen, dass sich dieselbe zwar langsam aber stetig entwickelt, dass der durch den Austritt der Elberfelder Br. entstandene Verlust, in Folge Aufnahme neuer Br. beinahe ausgeglichen ist und dass die Sitzungsabende, trotz unserer leider noch kleinen Anzahl procentualiter gut besucht waren. Unsere Br. haben mit Ernst und sichtlichem Interesse sich rege an den Verhandlungen betheiligt nnd sich in den Logengedanken und in das Ritual eingearbeitet. Wenn in letzter Beziehung zufolge eines bedauerlichen Mangels an Unterweisung, anfänglich nicht alle Erwartungen unserer jeweiligen auswärtigen Besucher erfüllt waren, so wäre es heute an der Zeit, dass diese Klagen verstummten. Wir fühlen uns in ttnserm Innern Gefüge gefestigt, glauben - . T I. auch auf das Bestimmteste, dass unsere Arbeit versöhnend gewirkt hat, gegenüber der Verstimmung die ans den Zeiten der Gründung her gegen uns und den Grdan überhaupt in unserer Gemeinde bestand und erwarten gerne den Zuwachs, um auch nach aussen hin uns als ein gleichwerthiges, werkthätiges Glied des Ganzen erscheinen, zu lassen. Die Logensitzungen brachten- Referate über Krankenpflegerinnen, Wanderbettel, sowie' über eine Vereinigung der in den kaufmännischen Betrieben angestellten Damen, welche wir nach Art der von uns gegründeten „Wedell Verein" anstreben. Unser Br. Dr. Wallach ans Duisburg erfreute in offener Loge an mehreren Abenden mit höchst spannenden Erzählungen über seine Orientreise, an welche sich gemeinschaftliches Abendessen, Tanz u s. w. schloss. -. Der, wie schon oben bemerkt, von uns in's Leben gerufene „Wedell-Verein", eine Vereinigung junger Kaufleute zur Pflege idealer Interessen etc., feierte am T.^Iärz in den Prachträumen der städt. Tonhalle sein I. Stiftungsfest. Es kann wohl mit Recht behauptet werden, dass die Düsseldorfer Syn.-Gemeinde seit ihrem Bestehen kein solch glänzend verlaufenes Fest gesehen hat. Wohl an 500 Personen, aus allen Gesellschaftskreisen, nahmen daran theil und es ist darunter wohl Keiner gewesen, der nicht durchaus befriedigt den Saal verlassen hat. Der Vorsitzende'des Festcomites Herr Schloss legte in seiner (von tiefem Geiste durchdrungenen) Festrede noch einmal die Ziele des Vereins' dar Und gedachte mit lebhaftem Dank der Düsseldorf-Loge, welche es den jungen Kaufleuten ermöglicht habe», nunmehr eine Stätte zu besitzen, in welcher sie edle GeselligkelT pflegen könnten, wo sie, die sie leider von allen christl. kaufm. Vereinigungen, wenn auch nicht ausgeschlossen, doch sehr Ungern aufgenommen, werden würden, sieh in jeder Beziehung weiter bilden könnten. Er gab Namens der Mitglieder das Versprechen, dass sie nicht ruhen würden, bis die Ziele und Zwecke, welche die Düsseldorf-Loge mit Gründung des Vereins im Auge gehabt habe, verwirklicht seien. — Nunmehr ■begannen die Vocal- und Instrumentalvorträge, denen Sich eine reizende Operette von F. Holländer „Primanerliebe'' anschloss. Dieselbe war von Herrn Alfons Lilien fei dt, Schüler des Kölner Conservatoriums in vorzüglicher Weise einstudiert und geleitet. Zum Schluss kam auch noch Terpsichöre zu ihrem' Recht. Der Verein zählt nunmehr ca. 130 Mitglieder, in jeder Woche finden Vereinsabende statt, alle 14 Tage ist ein Vortrag belehrenden Inhalts, die Errichtung einer Turn-Abteilung wird angestrebt u s. w.> .Von nicht zn unterschätzender Bedeutung ist es, dass die jungen Leute in vielen Fällen in Familien eingeführt worden sind. Jeder, der das Leben der auf sich selbst angewiesenen jungen Männer in der Grossstadt kennt, wird den Wert des Familienanschlusses zu würdigen wissen. Nach alledem dürfen wir mit dem Erfolge dieser unserer Gründung zufrieden sein und unseren w. Schwesterlogen, insofern die Verhältnisse geeignet, sind, ein gleiches Vor- gehen empfehlen; zu weiteren Auskünften sind Wir gern bereit. (Fortsetzung des Artikels „Aus den Logen des VHL Distrikts" ' auf Saite 62) '