Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 4 - Mai
- Date
- 1903-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BERLIN, im Mai 1908. No. 4. Bericht der Grossloge für U. O. B. B. Nachdruck sämmtlicher Artikel aus diesen Berieht en verboten. Fernsprecher: D. Wolff, VI, No. 4619, Wilhelmstrasse u8. Trauer-Loge für Br. Expräs. Bern. Alb. Mayer am 17. März 1903. :y. Rhenus-Loge in Mainz. * ' * ■' 4• ■■ l J ■ - 1 . ■ ■ * ■ ■ *■■'•''*,'*■'- . In grosser Anzahl sind die Brüder der Einladung zu diesem Trauerakt gefolgt, an dem auch die Angehörigen des Verstorbenen und einige Gäste theilnahmen. Durch einen Gesangsvortrag des Br. Nussbaiim wird die ernste Feier eingeleitet, die einen überaus würdigen und stimmungsvollen Verlauf nimmt. - ' ' ' i 7'ja ° Zunächst ergreift der w. Präsident das Wort, indem er mit bewegter Stimme den schweren Verlust beklagt, den unsere Loge durch den Heimgang des Br. Bern. Alb. Mayer erlitten. Durch seinen hervorragenden Antheil an der Gründung unserer Loge, durch seine grossen Verdienste als l. Präsident, als welcher er es verstand, uns auf den richtigen Weg zu fuhren, durch seine spätere segensreiche Thätigkeit in unserem Orden hat sich der Verstorbene bei uns ein Denkmal gesetzt für alle Zelten, ein Denkmal der Verehrung und der Dank' arkeit. Möge, dies'der schwergeprüften Familie Trost sein. v Das Wort erhält hierauf Br. Dr. Salfeld, der ungefähr folgendes ausführt: Heute vereint uns an dieser der ernsten Arbeit geweihten Stätte eine trauervolle Pflicht. Wenn wir sonst nach des Tages Mühen hier erscheinen, dann beraten wir, fern von allem Materiellen meistens ideale Fragen, Und wenn wir etwas neu geplant und erreicht haben, dann gehen wir mit dem Gefühle der Genugthuung und der Freude zurück in unser Heim, in die Sphäre unserer beruflichen Thätigkeit. Heute aber sind es andere Empfindungen, die uns durchzittern. Wir sind alte' noch tief ergriffen von dem herben Verlust, der eine geachtete Familie, unser bürgerliches und religiöses Gemeinwesen, der insbesondere unsere Loge in Trauer versetzt hat. Schon als die Kunde unsere Stadt durchflog, Bern. Alb. Mayer ist plötzlich auf das Krankenlager geworfen, da waren wir alle eins in dem Wunsche, den rüstigen, unermüdlichen,'lebensfrohen Mann bald wieder hergestellt und in früherer Frische wieder unter uns wirken zu sehen. Leider sollte Sich dieser Wunsch nicht erfüllen! Die Nachricht, dass der geachtete und geliebte Mann verschieden sei, hat nicht nur uns, seine Brüder, nein alle Schichten der Bevölkerung unserer Stadt, tief ergriffen. Und als wir ihm die letzte Ehre erwiesen haben, da sprach beredter und eindringlicher als das klagende Menschen wort der Schmerz, der sich in Aller Mienen ausprägte, die unabsehbare Menschenmenge, die unserem Bruder auf dem letzten Gang das Geleit gegeben hatte. — Die Menge der Zeichen liebevoller Hochschätzung, die überaus grosse Theilnahme, galten nicht der Lebensstellung des Verklärten, nicht dem Range, den er in der Gesellschaft einnahm, nein, sie waren die Anerkennung wahren Verdienstes, biederer Gesinnung und makellosen Charakters. Wenn wir die Begeisterung des Entschlafenen für das Gute, Schöne und Wahre, seine Glaubenstreue, seine Wohlthäligkeit, seinen Eifer auf allen Gebieten privater und öffentlicher Arbeit zum Heile der Menschheit richtig schätzen wollen, da müssen wir den Quellen nachgehen, auj denen diese Tugenden geflossen, in die Familie schauen, der der Verewigte entstammt. Sein Grossvater wanderte im Jahre 1794 aus Bayern nach Miinz, wo er sich mitder Tochter einer geachteten Familie verheirathete. »— Von seinem Vater, dem durchgebildeten, schlichten Lehfer Albert Mayer, und von seiner Matter, einer geborenen Hamburg, wurde unser Bruder in der einfachsten Weise erzogen, aber was ihm die Eltern mitgaben für die Arbeit des Lebens, war von unschätzbarem Wert: die gewissenhafte Lebensführung, der thatkräftige Wille, und der Trieb zum Wohlthun. So ausgerüstet trat er in die Welt bürgerlicher Arbeit, die eine erfolg- und segensreiche war. 40 Jahre stand er mit an der Spitze des Weltgeschäftes; er sah seine Arbeit von Segen gekrönt und konnte sich der Werthschätzung und Ergebenheit all derer erfreuen, die neben ihm beruflich thätig waren. Das: höchste Glück der Sterblichen fand er aber in seiner Familie, und sein Familienleben war mustergültig. Aber auch über die Sphäre seines Hauses ging sein Wirken. Es gab wohl keinen Verein in unserer Gemeinde, den er nicht thatkräftig unterstützte. Galt es, strebsamen Jünglingen das Studium' zu erleichtern, Wittwen und Waisen zu unterstützen, Hilflosen und Greisen beizustehen» er stand immer in den vordersten Reihen der Helfenden. Was aber war der Verstorbene uns? —