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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 3 - März
Date
1903-03-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Wir heben noch hervor, das* mehrfach Stunden froher Geselligkeit die Brüder mit ihren Familien vereinigten und schliessen unseren Bericht mit dem Wunsche, dass auch weiter den redlichen Bemühungen, unsere Loge für die Brüder zu einer Stätte der Erholung, und zum Sammelpunkt ihrer geistigen Interessen auszugestalten, ein schöner Erfolg blühen möchte. . * .Eintracht - Loge Coblenz. Am 29. September v. J. haben wir nach den Ferien mit einer Neueinftihrung pnsere erste Tagung abgehalten. Unter den acht Gästen), die uns mit ihrer Anwesenheit beehrten, befand sich unser hochw. Grosspräs. . Br. Timendorfer. Es war für uns eine hochinteressante Sitzung, die uns viele neue Anregungen brachte. Der offenen Tagung schloss sich ein gemüthliches Beisammensein mit unseren hochverehrten Gästen an. hierunter auch die mitanwesenden Gemahlinnen der Br. Br. Dr. Blau und Dr. Laqueur von der Frankfurter Loge.; welches ^ie Erschienenen noch in der schönsten Stimmung mehrere Stunden lang gesellig vereinigte. Am!>. November erfreute uns Br. Dr. Blau, Vizepräsident der Frankfurtloge, mit einem. Vortrag. Seine ergreifende Schilderung: Aus schlimmen Tagen, eine Frankfurter Judenverordnung aus d. J. ltll»; führte den zahlreich erschienenen Brüdern mit ihren Damen und mehreren Gästen vor Augen, welchen H drückungen unsere Ahnen in jener Zeit ausgesetzt gewesen. Er lehrte uns ferner, wie wir mit dem Erreichten immer weiter an der sozialen Hebung und Besserung unserer Lage arbeiten sollen. ' Am 16. November feierten wir unser zweites Stiftungsfest. — Um fünf Uhr Nachmittags eröffnete der würd. Präsident, Br. Schloss. die Festloge und begrüsste zunächst die erschienenen Delegirten unserer Nachbarlogen. Sodann erfolgte die feierliche Einführung zweier neuaufgenommenen Brüder. Hierauf ertheilte der würdige Präsident dem Br. Marschall. Dr. Lichtenstein,, das Wort zu einem Festvoar- •rage: , Ueber die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden." — In halbstünd?ger. glänzender Rede schilderte mit schwungvollen Worten der Festredner die schliesslich von Erfolg gekrönten Bemühungen grosser Männer, das Loos,und die soziale Stellung der Juden in den verschiedenen Staaten zu verbessern. Wie sie ferner durch Wort und Schrift es endlich erreichten, dass ein grosser Theil der uns beengenden Schranken fiel, und wie es heute die Hauptaufgabe unseres geliebten Logenbundes sei, das Judenthum und die Lage der Juden zu heben und zu verbessern. Um acht Uhr Abends nahm der gesellige Theil des Festes seinen Anfang, an dem sich "ca. 100 i Personen betheiligten. Dank der Rührigkeit des Vergnügungsausschusses konnte das Fest als ein in allen Theilen gelungenes und vollendetes bezeichnet werden, dasdie Theilnehmer bis zur frühen Morgenstunde in frohester Stimmung vereinigt hielt. In der Tagung am 25. November referirte Br. Dr. Landau in hochinteressanter Weise über einen Artikel von Dr. Kohut: .Hinter den Kulissen eines Buches" was von den Brüdern mit grosseh Beifall aufgenommen wurde! — Am 30. November versammelte sich eine grosse Anzahl Brüder mit ihren Damen und mehrere Gäste, um den fast einstündigen, fesselnden Vortrag von Br. Dr. Laqueur v. d. Frankfurt Loge über das Thema: „Klima, Kultur und Krankheit", anzuhören. In bilderreicher, gewählter Sprache schilderte uns der Redner die Wechselbeziehungen zwischen Klima, Kultur u. Krankheit, und wies uns die Wege, wie mit Hilfe von Klima und Kultur die Krankheiten von der Menschheit überwunden und dieselben ihr dienstbar gemacht werden können. In der Tagung am 4. Japuar d. J. hatten wir wieder die Freude, einen neuen Bruder, den 65. einzuführen. Im Anschluss daran hielt Br. Dr. Weingarten einen Vortrag über „Faust und Kohelet." Das grosse Auditorium folgte mit lebhaften Interesse den Ausführur^en des Redners, der die Aehnlichkeit und die Gegensätze zwischen dem Goetheschen Faust und Kohelet, dem biblischen Faust, in klarer und fesselnder Weise schilderte und dafür reichen Beifall erntete In der Tagung am 27.'Januar er.,. nahm unser würd. Präs. Veranlassung auf den Geburtstag unseres allergnädigsten Landesvater, St. Maj. Kaiser Wilhelm IL, hinzuweisen, worauf die Versammlung ihren patriotischen Gefühlen Ausdruck gab In mehreren der letzten Sitzungen befassten wir uns mit der Frage der israelitischen Krankenpflegerinnen, wofür wir ein Krankenschwestern-Fond angelegt haben. Auch sind Vorbereitungen für das Purim-Kinderfest im Gange, das auch d. J , und zwar am 22. März, abgehalten werden soll und woran sich in d. J. auch unsere Frauenloge betheiligt. Diese entfaltet unter der rührigen Leitung ihrer Präsidentin, die ihren Posten mit wahrer Hingebung ausfüllt, eine grosse Thätigkejt auf dem Gebiete der Wohlthätigkeit und der humanen Fürsorge. Am 15. Februar erfreute uns Br. Dr. Weidenbaum von der Rheinlandloge mit einem hochinteressanten Vortrag über ..Makrobiotik", dem eine grosse Anzahl Brüder mit ihren Damen und mehreren Gäste beiwohnten. Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen überaus lehrreichen Vortrag, der das Ohr seiner Zuhörer über eine Stunde zu fesseln wusste. Nach denselben blieben die Anwesenden in gemüthlicher Stimmung noch mehrere Stunden vereinigt. Unser Logenbisuch hält sich auf der gleichen Höhe und schwankt zwischen 30-50% — Mit Rücksicht darauf, dass beinahe zwei Drittel ausserhalb domiciliren, kann uns dieser Prozentsatz des Besuches sicherlich befriedigen. Ausser vielen wohlthätigen Anstalten, denen wir im Verhältniss zu unseren schwachen Kräften eine Beisteuer leisten, haben wir in der Provinzial-Blindenanstalt einen Knaben untergebracht, der dort das Korbflechten erlernt. Dort verbleibt derselbe drei Jahre. Zu den jährlichen, ziemlich hohen Kosten erhalten wir von einschlägigen Anstalten eine Beisteuer. ( Wir nahmen lebhaften Anlheil' an der Gründung der neuen Schwesterloge in Trier und St. Johann und Constatieren überhaupt mit grosser Befriedigung, dass der Logen gedanke bei uns immer mehr und tiefere Wurzel fasst. Bachdrnckerei Max Cohn (Inh. A. M. Brodicz Berlin S.W., Ritterntr«8se 78.

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