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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 3 - März
Date
1903-03-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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— 41 — Aus dem Bureau der Grossloge. „Die Montefiore-Loge stellte bei uns folgenden Antrag nebst Begründung, den wir hiermit zur Kenntniss der Logen mit dem Ersuchen bringen, der Anregung volle Aufmerksamkeit zuwenden und uns berichten zu wollen, welchen Standpunkt hierzu namentlich die Logen an grösseren Plätzen einnehmen." Monteiiore-Loge VII No. 352, Berlin. „Die hochw. Grossloge möge die Initiative ergreifen, um in jeder grösseren Stadt Deutschlands unter dem Namen: ,, Mädchenhort'; „Begründet von dem U. Ü. B. B." Mädchenvereinigungen zu begründen. — Zweck derselben soll sein, unter Führung der Loge des betreffenden Platzes und im Anschluss an dieselbe sowie unter deren Kontrolle, den Zusammenscbluss jüdischer Mädchen zu bewerkstelligen zur geistigen Fortbildung, zum gesellschaftlichen und geselligen Beisammensein." Begründung:? In grösseren Städten und in Industriebezirken nehmen immer mehr jüdische Mädchen Beschäftigung x an als Verkäuferinnen in Waarenhäusern, Fabriken, Bureaus, sowie überhaupt Stellen in Geschäften und Betrieben aller Art. Diese vielfach allein stehenden Mädchen sind moralischen und sittlichen Gefahren ausgesetzt, weil sie" mehr oder weniger sich selbst überlassen sind. Es wäre daher segensreich und nützlich, wenn sie in grösseren Plätzen, in einem derartigen Mädchenhbrt eine Zufluchtsstätte wie die Gelegenheit hätten, dort eine Art Heim zu finden, mit anständigen jüdischen Mädchen zusammenzukommen, Anschluss an Familien, wie eventuell auch Unterricht und Fortbildung sowie Geselligkeit geboten zu erhalten. Ein solches Mädchen-' heim müsste in ständiger Fühlung mit einer geeigneten Stellenvermittelung sein oder selbst eine solche organisiren und insbesondere auch mit den Frauenvereinen und sonstigen Logen-Institutionen liirt werden. Wir glauben, dass die Begründung derartiger Mädchenhorte, für welche bereits in einzelnen bestehenden jüdischen und christlichen Mädchen-Vereinen dieser Art Vorbilder vorhanden sind und die zu studiren wären, ein ebenso dankbares wie segensreiches Feld der Thätigkeit für unseri Logen abgeben würde und erlauben wir uns daher, der hochw. Grossloge diese Angelegenheit zur Erwägung und weiteren Veranlassung zu unterbreiten. i Aus den Logen des VIIL Distrikts. SUesla-Loge in Liegnitz. Die kleineren Logen in der Provinz, denen die beschränkten Mittel eine Wirksamkeit in grossen Rahmen njeht gestatten, müssen ihr Bemühen, freudige Anhänger unseres Ordens heranzuziehen, damit betätigen, dass sie zunächst ihre eigenen Verhältnisse nach Möglichkeit festigen, und dass sie in ihren Mitgliedern zunächst die Freude an der engeren Vereinigung und den Wunsch der Arbeit in dieser wecken. Die beste Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die anregende Ausgestaltung der t ',< , Logensitzmigen, die Erwecküng allgemeiner Interessen durch Vorträge und Referate und die Pflege eines zwanglosen - Verkehrs.' Die Silesia-Loge unter der rührigen Leitung ihres Präsidenten Br. Buckwitz ist auch im laufenden Jahre, dem vierten ihres Bestehens; in ihren Bemühungen nach dieser Richtung von Erfolg begleitet gewesen. In den Sitzungen, die sich last immer deines-befriedigenden Besuches erfreuen, siud die von der Grössloge<und sonst gegebenen Anregungen Gegenstand ^er Berichterstattung und eifriger Erörterung gewesen. Ueber . den Grösslogentag berichtete Expr. Br. Dr. Peritz" an;zwfci. Abenden, l'eber die Theilnahme des Ordens an den Bemühungen -zur Bekämpiung 'das Mädchenhandels brachte Br:'Dc. Lüwenheim im Anschluss an den von Expr. Dr, / Maretzkj-. in der Lessing-Loge gehaltenen Vortrag ein eingehendes- Referat. Lebhafte Debatten knüpften sich an die. in,den „Mitteilungen" erhaltenen Ausführungen des Expr. Dr. Maretzki übel : .,Unsere nächsten Aufgaben.'*' Es kam dabei vielfach der Wunsch zui Aussprache^ dass es gerade von den kleinerer Logen dankbar begrüsst werden, müsste, wenn durch allgemeinere von der Grossloge gestellte- Aufgaben den Arbeiten dieser Provinzlogen ein .giöjsserer. Rahmen gegeben würde. Die an den Bericht über den. Mannheimer. Lignita^ und die Stettiner Sitzung des General-Coniitees,ansrhliessei;- den Besprechungen erweckten bei unseren Brüdern den Gedanken, solche grössere Aufgaben wenn möglich auch duwh engeren Zusammenschlug) der sdilesiischen und posensclieii Logen zu schallen. Die von urfs gegebene Anregung fiel bei den betheiligten Schwesterlögeu auf .früchtbaren B den und wir dürfen hoffen, dass unter -Führung" der Lessing-Loge, der wir .die Ausführung des, Gedankens vertrauensvoll übergeben haben, der sehlesischrposensche- Logentag in absehbarer Zeit zusammentreten \Wiid.;.■ 5 . \.J *".': « / *.• Zu lebhaftem Gedankenaustausch/gab Aulass ein Vfin Br. Dr. Gross gehaltener kürzerer Vortrag: „Was habe ich in der Loge gesucht und was darin gefunden? , an welchen sich vielfach Referate, anschlössen, bei denen, die Bestrebungen und die bisherigen Leistungen unserer Loge und des Ordens überhaupt eine- Würdigung faudeu. Br. Dr. Gross hat sich durch.diese Anregung und durch seine mehr-, fachen Berichte aus der Menorah besonderen Dauk verdient. Wir wollen noch mit Genugthuung Verzeichnen, dass sich auch zu öffentlichen Vorträgen unsere Brüder zur Verfügung stellten. Es sprachen Br. Rechtsanwart Pick über: „Heinrich Heine und sein Verhältniss zum Judeuthum," Br. Dr. Gross über: ,,Spiritismus und Mysticismus." und es stehen noch in Aüssicht Vorträge der Br. Br.; Dr. Königsberger:. „Zur Frauen!rage," j" Dr. Löwenheim : „Ueber1 Feuerbestattung.'' ' Von auswärtigen Rednern hörten wir: ■* Herrn Prof. Dr. Philippsohn über": „Die jüdische (iesellschaft Berlins vor 100 Jahren," und Herrn Redakteur Klausner-Berlin über: „Sprache und Nationalität." .

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