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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1903-02-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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- 26 — der für die Giossloge gestellten Antrag«. Die Loge vorn, ■iO. April war gewidmet der Feier des Regierungsjubiläums unseres Grossherzogs. Br. Alfons Blum hielt den Festvortrag. Am 7. Mai erstattete Br. Expr. Dr. Staadecker Bericht über . die Grosslogentagurg. Am "21. Mai hielt Br. Dr. Alfred Klee von der Bei thol Auerbach-Loge einen Vortrag über das Thema: Unser Orden, und die jüdischen Kolonialbestrebungeu. In der Sitzung vom 2. .Juni, der letzten vor den Feiien. fand die feierliche Einführung von zwei Kandidaten statt. Die Sitzungen wurden wieder aufgenommen am 17. September. Der w. Präsident erstattete einen ausführlichen Ferienbericht. Die Sitzung vom 24. September diente der Berathung wichtiger sozialer Fragen. Aibeitsstätte, Centralisation der Woblthätigkeit u. s. w. Am h. Oktober hielt Br. Dr. Felsenthal einen Vortrag über die sozialen Verhältnisse der deutschen Juden. Am 14 und 21. Oktober fand Berathung und Beschlussfassung über die Errichtung einer T o y n b e e h a 11 e statt, welche bald darauf eröffnet wurde und sich eines ausserordentlichen, fortwährend steigendendeu Besuches erfreut. Am 1. November wurde eine Trauerloge zum Gedächtnis des" verstorbenen Bruders Albert Krämer abgehalten, in welcher Bruder Jakob Strauss die Gedenkrede Iiielt. Am ö. November sprach in offener Loge Br. Dr. Simchowitz von der Rheinland-Loge über ,,Zangwill'> Ghettonoveilen.-' Am 12. Nov. referirte Br. Präsident Dr. Moses über die Schrift von Kirchhoff: „Was ist national?'* Am 19. November wurden zwei Kandidaten eingeführt. . In der Sitzung vom 2fi. November •erstattete Br. Expr. Dr. Jesehohu ein 'Referat über die Denkschrift betr.- den Wanderbettel in Baden. In offener Loge hielt am 3. Dezember Herr Simon Katzenstein. Schriftsteller hier, einen Vortrag über „Wohlthätigkeit und Sozialpolitik.'* Br. Dr. Fulda sprach am 10. Dezember über das Projekt einer jüdischen Hochschule, in der darauf folgenden Sitzung am 17. Dezember Br. Dr. Glaser über Krankheiten der jüdischen Rasse." Am 7. Januar hörten wir eiuen Vortrag des Br. Julias Haitig über .,Glauben in der Wissenschaft," am l'4. Janaar einen solchen über ..Ea;bel und Bibel" von Br. Dr. Oppeuheim." Br. Dr. Ernst Blum von der Breisgau-Loge hielt in der Sitzung vom 21. Januar einen Vortrag über , Die Entwicklung des Handweikes " In der Toynbeehalle wurden neben musikalischen und rezitatorischen Darbietungen und sonstigen Vorträgen von Nichtlogenmitgliedern Vorträge gehalten von Br. Dr. Oppenheim ,,Zur- Eröffnung der Toynbeehalle, von Br. Dr. Moses über Ephraim Frisch's Roman ,.Ein Verlöbni«.", von Br. Dr. Fulda über .,Die Alkoholfrage,'' von Br. Dr. Blüm über Märkte und Messen im Mittelalter. Die Cnanukafeier der Loge und des Frauenbundes Caritas verlief in glänzender Weise. Stuttgart-Loge in Stuttgart. Ein Doppelfest haben wir zu Beginn des neuen Jahres gefeiert. Am 1. Januar fand in den Sälen des oberen Museums ein Fest für Jung und Alt statt. Den Reigen eröffnete am Nachmittag eine Schaar fröhlicher Kinder, aus deren jugendlichen Kehlen nach dem Entzünden der Ohanukalichter das heilige und melodiöse ,,Moauszur" erklang. Expr. Dr Kroner erklärte den Kindern in einer Ansprache die Bedeutung des Chanukafestes, und verstand es, Belehrung und Unterhaltung geschickt zu verbinden. Darauf folgten Aufführungen und Bewirthungen der Kinder, sowie eine Lotterie. Die Kinder suchten sich einander in ihren Leistungen zu übertreffen, und Vergnügen konnte man auf allen Gesichtern lesen Die Chanukafeier, die den Zweck der Wohlthätigkeit" und Freude so schön ver' bindet, hat bei uns von Anfaug an sich sehr gut eingebürgert, sie wird vielfach auch von Freunden und Freundinnen unserer Lo^e besucht, und hat sich als gutes Propragandamittel bewährt, im Anschluss an die Feier wurden-45 arme Kinder, vollständig gekleidet. Nach Schluss der Clunukafeier begann die Feier unseres 3. Stiftungsfestes, eröffnet durch eine geschlossene Festloge. Dieselbe erlangte einen besonders feierlichen Anstrich dadurch/ dass wir das Vergnügen hatten, 3 neue Brüder einführen zu können. Die Grossloge Hess sich durch Expr. Br. Dr. Kroner vertrete«, Expr. Bruder Dr. Ruft von der Karlsbad-Loge wohnte als Gast unserem Feste an, während von deutschen Schwesterlogen nur 3 sich durch Delegierte vertreten Hessen, und etwa 20 es nicht einmal der Mühe werth fanden, unsere Einladung auch nur schriftlich "zu erwidern. Wir. bedauern dies umsomehr, als wir stets gern Gäste bei uns sehen, und wenn irgeDd möglich, auswärtige Stiftungsfeste im Interesse des Gedankenaustausches besuchet^ In einer Ansprache an die neueiugeführten Brüder hob der w. Präs. Dr. Gunzenhauser besonders hervor, dass der Loge nicht dadurch gedient sei, möglichst viele Brüder der Zahl nach zu haben, sondern dass wir thätige Brüder haben müssen, Brüder, die sich jeder nach seiner Weise, an unsren Bestrebungen eifrig betheiligen. Er ermahnte die Neueingetretenen regelmässig den Sitzungen anzuwohnen, und sich nicht irre machen zu lassen, wenn auch nicht immer alles ^anz nach ihrem Sinne gehe und manchmal auch profane Dinge besprochen werden müssen, denn, um auf einen schönen, aussichtsreichen Punkt zu gefangen, müsse man oft auch steinige Wege und Wüsten durchwandern. Besonders beklagte der w. Präsident bei dieser Gelegenheit, dass wir mehrere Brüder haben, die den Sitzungen und allen unseren Veranstaltungen fein bleiben. Im übrigen jedoch war sein ausführlicher Rückblick über die Thätigkeit in dem abgelaufenen Jahre erfreulicher Art. Die Zahl der Brüder beträgt jetzt 98, der Durchschnittsbesuch betrug 33 Y, % Einnahmen und Ausgaben haben im wesentlichen' dem Voranschlag entsprochen, unser Gesammtvermögen beläuft sich auf M. 8750,49. Wir haben dem Verein für Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, dem Kinderheim in Kissingen, der Lehrerbildungsanstalt in Hannover, dem isr. Krankenasyl in Merau, dem Lehrlingsheim in Marburg, einem Studenten der Rechtswissenschaft, dem Schüler einer Lehrervorbildungsanstalt, einer Schülerin des Conservatoriums für Musik, 5 Gymnasiasten, einem Mädchen, das sich als Lehrerin ausbilden will, und einem durchreisenden Handwerker aus Rumänien Unterstützung zukommen lassen und erfreuliche Erfolge aus den vprgelegt«i Zeugnissen der unterstutzten jungen Leute entnommen, mit der Ferienkolonie haben wir auch in diesem Jahre unter Aufwendung kleinerer Mittel gute Erfolge erzielt. Weniger Glück hatten wir in den von Uns veranlassten Ferienzusammenkünften hier, in Wildbad und Herrenalb. Sie alle lassen an Betheiligung zu wünschen, übrig. Ein wuuder Punkt ist auch unsere Lokalfrage, da wir trotz aller Bemühung noch in einem sehr bescheidenen Heim unsere Abende verbringen. * Sehr Heissig gearbeitet hat der geistige Ausschuss. Seinem Obmann, dem Br. Dr. Wolf,

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