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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1903-02-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 18 — Gesamtheit und der Menscheit gescheite, können wir es doch nur freudig unterstützen,, wenn neben unserem \Veltbunde eine engere Vereinigung besteht, die in ihrem kleineren Kreise nach den gleichen Zielen riugt, die also, nur die Kräfte vermehrt, die an dem nur allzuschwierigen Bau des menschlichen Fortschritts arbeiten. Wir sind ja nicht Gewinnsuchende. welche fürchten, dass das kunkurriremle Unternehmen unseren Nutzen schmälert: unsere Arbeit gleicht nach dieser. Riclrtung vielmehr dem Lichte, dessen Zweck die Finsternis zu erhellen, nur um so mehr erreicht wird, je mehr Strah'en in der Dunkelheit rgläuzen. Aber selbst für den einzelnen Bruder unseres Bundes der etwa auch zu jenem gehören würde, — sehr zahlreiche können es ja schon wegen der konfessionellen Beschränkung nicht sein - . wäre wohl nur Forderung zu ei warten. - Gehört er zu den Lauen, die es erfahrungsgemäß hier wie dort giebt. so wird die Zugehörigkeit zu beiden Ver eiuiguugen ihn eben hier wie dort lau finden. Gehört er zirdeu eifrigen Mitgliedern, so kann es unjs unmöglich schaden, wenn er auch dort neue Beispiele humaner Werktätigkeit und neue Anregung zu edlem Tun antrifft, wenn er Verträge und Ausführungen mitanhört, die seinen 'T->ichtskreis erweitern. '• I mgekeln t kann die hundertjährige Schulung und Erfahrung unseres Bundes, welcher jener jüngeren Vereinigung durch Freimaurer zugebracht würden, auch jene nur fördern und ihre Bestiebungen nur stärken: - So kann ich nirgends sachliche Hindernisse gegen, wohl aber zahlreiche Gründe finden, welcli/e für die Bejahung der 'von mir gestellten Frage sprechen, und ich.glaube, dass weder von dem realistischen Standpunkte, wenn ich so sagen darf, des positiven roauieiischen Rechts, noch von dem idealen Gesichtspunkte unserer Grundsätze aus es sich rechtfertigen lä.-st. dass das allgemeine Verbot des Grosslogentages vom 20. Mai l*-*7 aufrecht erhalten bleibe.'' — Installationen neuer Logen. Ostpreussische Loge Osterode Ostpr. Vor wenigen Wochen — am 30. November v. J. — fand die feierliche Installation der Ostpreussischen Loge zu Osterode O. Pr. statt. — Im Auftrage der Grossloge waren dort der II. Vicepräsident der Grossloge Br. Adolph Mayer, der Grosssekr. Br. D. Wolff und der Expräs. Br. Albert Bloch aus Berlin gern erschienen, um diese erste Arbeitsstätte unseres gel. Ordens im Osten unseres Vaterlandes zu weihen Handelte es sich doch nicht nur um eine Logengründung, welche die beiden Städte Osterode-Alienstein miteinander verbinden und für uns gewinnen sollte, s,ondern um. die Errichtung einer StäUe, die dereinst berufen sein dürfte, ein wichtiger Ring jeher herrlichen Kette zu werden, welche wir die deutschen Logen nennen. Schön bei der Ankunft auf dem Bahnhof wurden die Vertreter der Grossloge aufs Herzlichste empfangen und vorweg soll bemerkt sein, dass die Brüder der neuen Loge es verstanden haben, durch nicht zu übertreffende Liebenswürdigkeit und Herzlichkeit sich die Zuneigung aller zu ihrem Feste erschienenen Gäste zu erwerben. —- Br. Adolph Mayer, welcher die Installation leitete, hielt zu Beginn derselben einen sehr interessanten Vortrag über die Stellung unserer Glaubensgenossen in Ostpreussen, wie sich dieselbe durch die Jahrhunderte hindurch bis zum heutigen Tage herausgebildet habe. Mit Recht begiüsste Br. Ad. Mayer es als einen grossen Gewinn für unsern Orden, dass durch die Gründung der Ostpr. Loge nunmehr auch die Ostmarken des Reiches für uns erschlossen seien. — Hierauf übernahm Br. Alb. Bloch den Vorsitz und beglückwünschte zunächst die Brüder, welche bisher der Gabriel Riesser-Loge in Thorn angehört hatten, und nun ihren Herzenswunsch erfüllt sahen, am Heimatsorte eine eigene Loge zu besitzen. Mit seltener Treue, mit seltenem Eifer hatten diese Brüder geworben und es war ihnen gelungen, ausser den neuen Candidaten aus Osterode-Alienstein Solche aus Guttstadt, Saalfeld, Neidenburg, Lautenburg, Sensburg, Seeburg, Dt, Eylau und Neumark für uns zu gewinnen, sodass Br. Alb. Bloch nunmehr die Einführung von 34 Brüdern der Ostpr. Loge vornehmen konnte. — Es war ein wichtiger Augenblick in der Geschichte unseres Ordens, als jene 34 Vorkämpfer Br. Bloch das Gelübde der Treue leisteten und gern das Versprechen gaben, weiter zu wirken für die Ausbreitung unser gel. Ordens über ganz Ostpreussen. Die Ueberreichung des Freibriefes erfolgte in feierlicher Weise durch Br. Ad. Mayer, der bei dieser Gelegenheit noch derjenigen Männer gedachte, denen die Neugründung der Ostpreussischen Loge besonders zu danken ist, der Br. Alb. Bloch-Berlin, S, Jacobsohn, S. Jacoby und A. Jacobus in Osterode. — In kernigen von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worte dankte der Präsident der neugegründeten Loge Br. Siegfried Jacobsohn der Grossloge und allen Schwesterlogen, welche durch Delegirte vertreten waren. Und nun statteten die Vertreter von 8 Schwesterlogen ihre Glückwünsche ab. Sehr zu bedauern ist es, dass weder eine süddeutsche noch eine westdeutsche Loge einen Vertreter nach Osterode entsandt 1 atte und es muss offen herausgesagt werden, dass die Abwesenheit aller süddeutschen und westdeutschen Brüder recht unliebsames Aufsehen erregte, und die schöne Feier trübte. Es ist nicht angängig, etwa von der weiten Reise nach dem Osten sprechen zu wollen. Welchen Eindruck müssen wohl die neugewonnenen Brüder von der im Orden herrschenden Brüderlichkeit bekommen, von»dem „Feuereifer', welcher die alten Logen beseelt, wenn zu einer Neugründung aus dem Süden und aus dem Westen" kein einziger Bruder erscheint? Wir hoffen und wünschen, dass in Zukunft jede deutsche Loge es als Ehrenpflicht ansehen wird, bei Neugründungen vertreten zu sein. — Abends > ,8 Uhr versammelten sich die Brüder und deren Damen, sowie sämtliche Gäste in den schönen Räumen des Gesellschaftshauses; es waren ca. 120 Personen anwesend^und herrschte beim Festmahl die fröhlichste Stirn-

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