Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1903-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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nnnnmmM^unMnu *u «nun n nun* uuuu*u*uk£ Malmonides - Loge in Nürnberg. die uns durch Entsendung von Delegirte, sowie aui .telegraphischem £ Installation beglückwünscht haben,.sprechen wir unseren herzinnigen Jg * 2 U Allen würdigen Schwesterlogeu, |f oflef schriftlichem We?e anlässlieh unserer Dank aus > Unsere regelmässigen Sitzungen linden Samstag, abends 81/, I hr, im Cafe Merkur. 1. Stock Vorg dere Stertgasse statt. Durch häutige Besuche auswärtiger Brüder wären wir hoch erfreut. J* Herrmann Oettinger. ' Dr. D. Kaufmann. 5 Piäsident. prot Sekretär. nnU***UUU*MUU*UUXMMUMM**t*U*U*U*UUUM***MUUUm .- ' ■ . \ ' ' \ l Die Stellung des Freimaurerbundes zum Orden U. O. B. Hierzu äusserte sick d-ie Rhenus-Loge in Mainz: ,,<i eigentlich der Besprechung über die 95 Sitzung des General-Comites kam es in unserer Loge ,zu erher Discossion iles Antrages des Br. Beer .über „unsere Stellung zum Freimaut erbunde'. Wir gelangten dabsi zu einem anderen Schlüsse als das General - Oomite, den wir in Folgendem erklären, wollen: - ' Es ist zweifellos ausserordentlich bedauerlich, dass wir i» der Ausbreitung unseres Ordens manchmal dadurch auf Schwierigkeiten stossen. dass an manchen Plätzen die einflussreu listen .Tuden, ohne die. eine Ei folg versprechende Loge nicht gegründet werdeu kann, durch ihre Zugehörigkeit zu "einer Freimaurerloge ihre Mitwirkung versagen müssen, so sehr sie vielleicht für unsere < »rdensidee eingenommen sind. Bei genauer Prüfung dürfte es sitJi aber ergeben, dass der Ausfall für-uns nicht so bedeutend ist. wieies auf den ersten Blick scheint, denn ~N Ostdeutschland kommlj wegen der wenigen jüdischen Freimaurer kaum in Frage juud auch in Süddeutscblaifd gehöit, Bayern ausgenommen, i nur ein verhältnis.>niäs>ig Sfcbr kleiner Theil unserer Glajibensgenosse'n einer Freimaurerloge an. Wenn wir somit unseren Verlust nach dieser Richtung nicht allzuhoch taxiren, so glauben wir andererseits, dass die Aufhebung des Freizügigkeitsverbotes uns mehr Schaden als Nutzen bringt und zwar ins folgendeu Gründen: . ■! Der Antrag Beer lautet: .Es seien einfltssreiche Mitglieder des 0. .0. B. B zu ersuchen, mit einflußreichen Mitgliedern des Freimaurerbundes in Verbindung zi treten, um im Wege privater Aussprache auf Aufhebung des Fieizügigkeitsverbotes hinzuwirken, es seien aber vorerst alle Schritte, welche einen offiziellen Charakter an sich tragen könnten, zu unterlassen.'" Nun sind wir der Ansicht, dass die Annahme und Ausführung dieses Antrages zwar keinen offiziellen, aber doch einen offiziösen Charakter in sich - trägt und dass wir uns auch darin vergeben. Ganz abgesehen davon sehen wir aber keinen Nutzen in der Aufhebung des Freizügigkeitsverbotes, vielmehr sehen wir in der Theilung der Interessen, die notgedrungen bei der Zugehörigkeit zu beiden Logen eintreten MBS, einen grossen Nachtheil für unsere Loge.!Der Schaden wird um so grösser, als nacligewiesenermassen infolge der bei den Freimaurerlogen bestehenden Penibilität bfti der Auf- U ' \ nähme von Juden doch nur die angesehensten und finanziell leistungsfähigsten Aufnahme finden Diese sollten wir aber suchen, unserem Orden ganz zu erhalten. Neben dieser praktischen Seite hat die Sache aber auch eine ideale. Eine Hauptaufgabe Unseres Ordens, ist: „Die Juden zu charaktetvollen Menschen zu erziehen", das heisst zu Männern, die sich ob ihrer jüdischen Abstammung nicht schämen und sich nicht selbst für minderwerthiger halten als ihre christlichen Mitbürger. Charaktervoll ist es aber nach unsei er Meinung .nicht, sich in Vereinigungen einzudrängen, von denen man weiss, dass man da als Jude mit anderem Maasse gemessen wird wie der Christ, Vereinigungen, in denen man nicht mit otfeuen Armen aufgenommen, sondern nur geduldet wird. Freilich geben im Allgemeinen die dem Freimaurerbunde angehörigen Juden dies nicht zu; ist es aber etwa nicht ein ..Eindrängen'', wenn ein an seinem Wohnorte hoch angesehener jüdischer Mann den Im weg über Hamburg oder Bayreuth benutzen muss, um sich Zutritt zu der an seinem Orte bestehendeu Loge zu verschaffen? Ist es nicht ein . Eindrängen", wenn der makellose Sohn eines solchen Mannes abgelehnt wird und der Vater nicht die Gonseiiuenzen zieht und' nach wie vor seine Zugehörigkeit zu diesem Bunde praktisch bethätigt? Diese Fälle sind keineswegs selten und sie beweisen, welches Maass von Selbstverleugnung und Missachtung der eigenen Person oft zur Abgabe eines Aufnahmegesuches und zur Zugehörigkeit zu einer Freimaurerloge gehört. Die Beantwortung der Frage, ob wir durch Hiuwirken auf Aufhebung des Freizügigkeitsverbotes diese Selbstverleugnung unserer Glaubensgenossen — es werden zweifellos mehr von uns zu den Freimaurern gehen als umgekehrt — unterstützen sollen, kann uns nicht schwer werden. So lange sich die Verhältnisse nach dieser Richtung nicht gebessert haben,- so lange noch Jud' und Christ bei den Freimaurern mit verschiedenem Maasse gemessen werden, sollten wir den heutigen Zustand vorziehen und fortfahren, energisch zu arbeiten an unserer grossen Aufgabe: Die Juden zu Charakter« festen Männern za machen." . Br. Dr. Blau von der F r a n k f i r t L o g e schreibt: -.,Dem Referate des Bruders Expr. Beer in München über unsere Stellung zum Freimaurerbund in der December-Nummer der Grosslogenberichte möchte ich folgende Bemerkung hinzufügen : Nach den Informationen, die ich an einer Stelle eingezogen habe, die, einerseits mitten im Freimaurerleben stehend und mit dem Freimaurerwesen vollständig vertraut, andererseits unseren Bestrebungen vollste Sympathie ent-