Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 6 - Juni
- Date
- 1901-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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— 62 — Eindruck, ernste, zielbewusste Männer vereinigt zu finden die im vollen Bewusstsein der übernommenen Pflicht sich uns angelobt haben, und es ist mit Bestimmtheit aut einen weiteren Erfolg für unsere gute Sache aus diesem Zuwachs zu rechneu In D ü s s e 1 d o r f vollzog Vicepräs. Br. Ad. Mayer die Installation. Derselbe hat es verstanden, den Petenten die Ziele und Zwecke des Ordens in höchst eindringender \\ eise zu bezeichnen, unter Betonuug namentlich, der Pliichten i!iden .luden in heutiger Zeit zu erfüllen obliegen, wenn sie als Bürger des deutschen Staates auch dem Judentlium zur Ehre gereu hen sollen. Wie der Jude seinen Glauben be ihatige. danach habe der Orden nicht zu fragen, aber die Liebe zum Jadenthum, und zu unserm Glauben, der auch die Pflege alles Guten und Schönen uns zur prficht mache zu wahren, und unsern hindern in «las Herz zu legen, sei das.vornehmste. Ziel, das der,Orden verfolge, denn so glaubt er am bestrii dafür zu wirken, dass das väterliche Erbe hoch . und heilig gehalten weide von Generation zu Generation. .Ziu Installationsfeier waren ^5 BBr, von 11» auswärtigen Logen anwesend, besonders zahlreich war die Märkische Loge in * 1 )ni tnmnd vertreten, was ganz erklärlich gewesen ileiin die Errichtung «1er Loge in' Düsseldorf ist ja vornehmlich F 1 ö r s h e i m Mühen durch zu die ■ lein w. Kopräsidenten dieser Loge Br. danken, dessen Werk nach unendlichen lnstallAtionsfeier gekrönt wnide.- Die Einführung der Kanidaten erfolgte durch den Vice Präsidenten Br, Wisluch iii gewohnt feierlicher. Weise, die Verpflichtung der Beamten hatte Br. M a > e r dem w. Expräs. I )i. Blankenstein übertragen, und nächstem der Freibrief für die Düsseldorf-Loge dem Präsidenten derselben, Bf; Gtt* tat Herz feld unter erhebenden Worten überleben worden war. statteten die Vertreter der SHiwesterlogen . ihre'GlStiwunsclre alt. worauf Br. Herz fe 1 d namens seiuer l.'jge sowohl der Grossloge als auch den Delegierten für deren Teilnahme au der "heutigen Feier dankte. Kr führte hu.-* dass die BBr in Düsseldorf sich bewusst wären, welche hohen Anfgafcen sie heute übernommen hätten, sie, würden 'nach Krätten streben, dieselben zu erfüllen, nur bitte er. keine zu 2i">"-n Kt Wartungen zu hegen, denn der Baum der heute in Diisseldoi-f "gepflanzt worden, ■ gebrauche Zeit und gute Verhältnisse, zum Vi'achstlwm. er hoffe jedoch, dass auch die Düs»eIdorf-I>©ge eine gute Pflanzstätte, sein werde. Leber la< Fest, das'sich an die Installationsfeier angeschlossen, dürfte die Düsseldorf-Loge in einem der nächsten, Monatsberichte selbst berichten. •■'J In (i o r Ii a sind es nur wenige Männer, die den Stamm „der dortigen Loge bilden, wir gehen jedoch nicht fehl in der Ueberzeugung. dass gerade von dieser unserer Arbeitsstätte reicher Seg-n ausgehen wird. de,nn wenn dieser Kifeis auch klein ist. sd ist er doch durchweg aus intelligenten, für unsere Aufgaben begeisterten Männern zusammengesetzt, die zu allen Zeiten danach trachten werden, sich durch wirkliche Thaten zu bewähren. Hier vollzog Br. Wisloch die Installation. Expräs. Joachim verpflichtete die Beamten unter Betonung der Pflichten' derselben, und unt% Hinweis darauf, wie gerade die ersten Beamten der Loge die Signatur geben, und es von ihrer Auffassung und Bethätigung unserer Aufgaben abhänge, welche Richtung die Arbeiten der Loge einschlagen. .Mit der Mahnung an die BBr. der Gotha-Loge ihren Beamten treue Gefolgenschaft zu leisten, und sie in der Ausübung ihrer Pflichten mit allen Kräften zu fördern, schloss Br. Joachim seine eindrucksvolle Ansprache. An der Spitze der Gotha-Loge steht der zum Präsidenten derselben erwählte Br. Dr. Adolf Meyer, Brühl l's Gotha, der, nachdem die Delegierten der 19 vertretenen Logen die Glückwünsche abgestattet hatten, eine Ansprache hielt, die hier wiedergegeben sein mag, da aus derselben hervorgeht, wie dieser Br. die Pflichten der Loge und des Ordens auffasst Br. Dr. Meyer führte etwa folgendes aus: -Der feierliche. Akt, durch den unsere Loge geweiht worden ist. ist nun vorüber: wir sind ein vollberechtigtes Glied eines Bundes geworden, dessen -Wirken sich über die ganze Welt erstreckt. Ein Gefühl des Stolzes und hoher Befriedigung überkommt uns bei dem Gedanken, mitwirken zu dürfen an den herrlichen Zielen, die unser Hund auf sein Panier geschrieben hat, den Zielen, deren Bethätigung den Menschen seiner Bestimmung nahe bringt. Wohl demjenigen, dem früh schon die Erkenntniss gekommen ist. dass das Glück des Sterblichen niemals im Irdischen allein ruht, nie ruhen kann. Aufrecht sind wir geschaffen, nach aufwärts ruht unser Blick zum Himmel, zum nnerfoischlichen Räthsel über uns. Befällt nicht jeden Menschen." selbst den auf niedrigster Bildungsstufe stehenden, ein unnennbares Gefühl tiefster Verehrung vor dem Schöpfer' dieser Harmonie, die wunderbar selbst in ihren kleinsten Ausläuten!? Wer diese Harmonie des Weltganzen verstehen-will, darf sich nicht auf das Getriebe des alltäglichen Lebens, das selten froh und niemals wahrhaft glücklich machen kann, allein beschränken Sonst wird er nie sich klar werden über den Zweck, zu dem jeder einzelne Mensch geboren ist; der lebt dann auch nicht, der vegetirt nur wie ein unvernünftiges Wesen, wie eine Pflanze, deren Lebensaufgabe'erfüllt ist. wenn sie ihren Körper zur Blüthe verholten hat. Wem .die Sorge für des Leibes Wohl öher steht, als die Ausbildung und Veredelung seines freistes, der hört auf, ein denkender Mensch Zu seiu. Der Fortschritt ler Welt beruht auf der steten Weiterentwiekelung des Geistes, nicht des Körpers. Und hieran mitzuarbeiten ist ledes Menschen Pflicht und Recht, und nicht an letzter Stelle ' muss sich jeder Bekenner der jüdischen Religion dazu berufeu fühlen. Sind es doch unsere Ahnen, die das hellstrahlende Licht des reinsten Gottesglaubeus auf die Erde verpflanzt haben, eine That fürwahr, die uuermesslich Grosses für die, gesammte Menschheit im Gefolge hat und in ihren Wirkungen niemals authören wird. Und gleichsam als wäre die Vorsehung erzürnt darüber, dass sie ihr eigenes Lebensprinzip, den wahrhaft göttlichen Funken, mit dem armen Sterblichen theilen musste, hat sie den Vollbringer dieser Heldenthat grausam bestraft: sie hat ihn heimathlos gemacht. — Diese schwere Bürde tragen wir noch heute, und wer wollte sagen, wie viele Geschlechter nach uns noch unter dieser Last ceuchen werden..— Deshalb muss jeder von uns wissen, weshalb er leidet,- weshalb er leiden muss. Wer nicht die Helden- und Leidensgeschichte unseres Volkes kennt, der ist für uns verloren; denn für eine ideale Sache kann nur der leiden, der von ihrer Berechtigung und von der Notwendigkeit ihres Bestehens überzeugt ist. Nicht zum Wenigsten ist diese Uncenntniss unserer Geschichte die Ursache des Uebertritts so vieler Glaubensbrüder. Sie sagen dann: „es bände sie nichts mehr ans Judentlium". Und doch sollen und dürfen wir