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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1901-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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54 — den gelegentlichen Vermiethungen der Logensäle um Mk. 810 vermehrt. Ausser den bekannten Hypotheken sowi? einigen Anleiheschulden und den vorerwähnten Mk.ötiT besteh nur noch eine Schuld an einen liiuder. die aber im abgelaufenen Geschäftsjahre vonMk. TOGO auf Mk 30CN> reduzirt weide 1 konnte. Auch im abgelaufenen Termine kam die Geselligkeit zu ihrem vollen Rechte. An die Logensitzur.gen schlössen ■ sich stets gemüthliche Nachsitzungen an. Der In stallirung der Beamten und der Einführung neuer Brüder tolgte regelmässig ein Brudermahl und den Vortragsabepden vor offener Loge jedesmal eine kleinere gemüthliche Nachfeier mit Damen. Eine Veranstaltung grösseren Stils fand erstmals im November in Form eines Konzertes statt, bei dem nur Mitwirkende aus d*n Reihen der Brüder und deren Damen auftraten. Das Gebotene durfte sich getrost den Leistungen vi.n BeruTskünstlerh zur Seite stellen. Ein gemüthliches Tänzchen beschloss den überaus -gelungenen Abenc Ein weiteres Tanzvergnügen schloss sich an die Chanukabescheerung an und die letzte grosse Festlichkeit vor dem Stiftungsfest im Februar war eine karnev ilistischc Sitzung mit Damen, die sich einer enormen Bet leiligunj: ur. i eines noch grosseren allgemeinen Beialls Beschlossen wurden unsere Festlichkeiten durch mit nacbiqlger.dem unseren 31. März veranstaltete Stiftungsfestmahl Ta^z. das alle Brüder bis zur frühen Morgen>tunde ir L'ij'T.r.iumlichkeiten vereinigte. ■4 Im abgelaufenen Termin sind. 2 Brüder ausgetreten. Durch Tod haben wir leider einen Bruder verloren, unseren 1. Br. Dr. Äothenberg, dem schon im letzten Jahres bericht ein ehrender Nachruf gewidmet wurde Zu unserer Freude können wir dagegen kofcstatiren, dass wir im verflossenen Termin 8 neue. Brüder in unseren Reihen autnehmen durften. * Die neuen Beamten wurden am 17. April 11)^0 durch Br. Expr. Dr. Staadecker eingeführt. Gabriel Riesser - Loge in Thorn. Nachdem vihr unser zweites Stiftungsfest gefeiert iiaben. werfen wir einen Rückblick auf das verflossene Logenjahr. Unsere Mitgliede zahl .ist auf ~>6 angewachsen und hat sich somit seit Begründung der Loge im Jahre 1 "-'.»9/verdoppelt. Leider hat uns der Tod in diesem Jahre zwei liebe Brüder entrisser: Louis L i c h t e ns t e i n und Nathan Leiser, die sich unseren Aufgaben mit dem regsten Eifer gewidmet haben. Wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten. Die Sitzungen haben wir aji jedem Mittwoch un er reger Betheiligung abgehalten. Um" unseren auswärtigen Brüdern die Theilnahme an unseren Sitzungen zu erleichterr. haben wir beschlossen, bis auf Weiteres auch am l.Sonntare eines jeden Monats ordentliche Sitzungen stattfinden zu lassen. Das behandelte Material war » in reichhaltiges: die2eit- und Streitfragen, die das .ludenthum im letzten Jahre besonders bewegt und zum Theil erregt' haben, wurden in ausgiebiger Weise erörtert and beleuchtet und riefen manche interessante und belehrende Diskussion "hervor. Ausserdem wurden Vorträge von verschiedenen unserer Brüder gehalten: 1, „Die Berufsarten und die socialen Verhältrisse der russischen .Juden nach d. französ. Werk von Saloweiczyk." 2. rHochzeiten und Hochzeitsgebräuche bei d<n Juden im Mittelalter* nach Dr. Berliner. erfreute, das am 3. ..Die Ausbildung und Anstellung von jüdischer Krankenpflegerinnen.* 4. .Die Lage der rumänischen Juden." 5. „Ueber den von Dr. Philippsohn geplanten Judentag.* 6. rAllgemeine Hygiene." 7. „Die Musik bei den Juden.*' Den letzten beiden Vorträgen wohnten auch unsere Damen bei. Zu einer Bibliothek haben wir den Grundstock gelegt. Mehrere jüdische Zeitschriften liegen in unserem Logenheim zur Benutzung aus und werden fleissig gelesen. Mildthätige Zwecke sind, unseren Mitteln entsprechend, gefördert worden, Privatleute und öffentliche Anstalten wurden, von uns zum Theil mit erheblichen Unterstützungen bedacht. Durch Anregung unserer Loge und Bethätigung unserer Brüder hat die Sammlung innerhalb unserer Synagogen- Gemeinde für die bedrängten rumänischen Glaubensgenossen einen Ertrag von mehr als 1600 Mark gebracht. Unser Wittwen- und Waisenfonds ist auf ca. 2000 M. angewachsen Auch unsere Frauen, die sich zu einem Schwestern-Bunr1 zusammengeschlossen haben, bethätigen sich in einem Werl der Nächstenliebe, indem sie mehreren armen Kindern 2ma„ wöchentlich in unseren Logenräumen Handarbeitsunterricht ertheilen. Diesen Kindern wurde zugleich mit den unsrigen zu Chanukkah eine recht stimmun'gs- und weihevolle Festlichkeit bereitet.- U«i die Brjider urtd deren Familien gesellschaftlich näher zu bringen, haben wir uns auch in diesem .Jahre mit unseren ■ Frauen und erwachsenen Kindern alle 14 Tage Abends in den Logenräumen zu zwangsloser Geselligkeit vereinigt. Festveranstaltungen in etwas grösserem Massstabe fanden zu Chanukkah und am Sylvester statt. Unser 'Stiftungsfest haben wir am 21. April gefeiert Es fand Nachmittags 5 Uhr eine Festloge statt, bei der »"> neue Mitglieder durch den Br. Präs. R a d t eingeführt wurden. Hierauf nahm der Delegirle der Grossloge Br. Expräs. G o 1 d s c h m i d t von der Amicitia-Loge .die Kinführung der neu gewählten Beamten in feierlicher Weise vor. Präs. Br. Ad. .Jacob sprach iem Delegirten der Grossloge seinen Dank und seine Anerkennung aus für die feierliche Einführung der Beamten und gab ßie Versicherung ab, dass die Gabriel Riesser-Loge nach wie vor bestrebt sein werde, sich würdig ihren ältere^ Schwesterlogen anzureihen, Abends 8 Uhr vereinigten sich 40 Brüder zu einem Festmahlin un>eren Räumen, das in angeregtester Weise ,verlief. Br. Expräs. R a d t gab einen interessanten Ueberblick über die Thäu'gkeit der Loge, der in ein Hoch auf, dieselbe ausklang. Br. Präs. Jacob gab seiner Freude darüber Ausdruck, den Br. Expräs. Goldschmidt als Delegirten der Grossloge heute in unserer Mitte zu sehen, und feierte diesen sowie die Grossloge. Br. Goldschmidt erwiderte mit Dankesworten und hob das besonders innige Verhältniss zwischen der Amicitia- und unserer Loge hervor. Nachdem noch Br. Vicepräs. W o 1 f f den Gästen, unter denen sich auch Br. Silberstein von der Borussia-Loge Danzig befand, sein Hoch ausgebracht hatte, wurde noch manche Rede ernsten und humoristischen Inhalts . gehalten. Sämmtlichen Brüdern wird das wohlgelungene Fest noch lange in angenehmer Erinnernng bleiben. Bürhilruckerei Max Cohn ( nh. A. M. Brodacz), Berlin S., Ritterstrasse 78.

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