Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1901-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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müht. Wenn auch ein grosser Theil der Zeit der Ausarbeitung der Nebengesetze gewidmet war, so konnten wir doch mitwirken bei allen Aktionen, die von der hochw. Grossloge zum Heile des Judenthums hervorgerufen worden sind. So namentlich das Hilfswerk für galizische und rumänische Juden, welchem ein wohlorganisirtes .Hilfskomitee für nothleidende durchreisende Juden in Bremen" sein Entstehen verdankt. Wie segensreich dieses Komitee wirkt, geht daraus hervor, dass wir in den Sommermonaten in der vom hiesigen Rabbiner, schon, früher errichteten jüdischen Volksküche durchschnittlich 400 Personen und darüber täglich speisen konnten. Auch von „ Bruderliebe und Eintracht* kann man sagen, dass wir ehrlich und mit Erfolg bestrebt waren, sie zu fördern. Es pulsirt hier, ganz besonders aber im Umgang mit den auswärtigen Brüdern und unter ihnen selbst ein bisher nicht geahnter und noch weniger gekannter wahrhaft brüderlicher, einträchtiger Verkehr. Eingrosses Stück I n d i f f e r e n t i s m u s ist seit Bestehen unserer Loge hier geschwunden. Es kann daher nicht wundern, dass auch unser Stiftungsfest als natürliche Folge einer einjährigen segensreichen Thätigkeit einen so imposant schönen Verlauf genommen hat. In der Festloge wurden zunächst,vom Präsidenten die anwesenden Gäste, Vertreter der Schwester-Logen begrüsst, worauf die Einführung von vier Candidaten stattfand. In einer formvollendeten Ansprache setzte der w. Präsident den ne.uen Brüdern die Pflichten auseinander, die ihrer im neuen Wirkungskreise harren. Dann trat eine kleine Pause ein, welche dazu benutzt wurde, um die neuen Brüder zu beglückwünschen und dem w. Präsidenten seitens des Beamtenraths der Kaiser Friedrich - Loge eine Ehrung zu erweisen. Der Beamtenrath stiftete nämlich für den Präsidentensitz unserer Loge einen prachtvoll ausgeführten Sessel, welcher mit einer kurzen Ansprache an den w. Präsidenten bei dieser Gelegenheit seiner neuen Bestimmung zugeführt wurde. In dieser Ansprache führte der Redner, Br. Rabbiner Dr. Rosenak aus: Es sei nicht leicht, „Wohlthätigkeit, Bruderliebe und Eintracht" in der richtigen Weise zu üben. Dextrum Scylla latus, laevum irriplacata Charybdis obsidet. „'Rechts hält Scylla den Strand und die unfriedsame Charybdis links." Dieses Bild lässt sich auch hier anwenden. Denn an der Schwelle. des Guten lauert das Böse und eh' das Gute in seiner vollendeten Pracht und Schöne vor unseren Blicken ersteht, giebt es Hindernisse von rechts und links zu beseitigen. Dem Präsidenten der Kaiser Friedrich - Loge aber ist es gelungen, das Schiff unserer Loge durch diese Meerenge von Messina. an allen Klippen vorbei, hindurchzuführen, ohne dass das Schiff der Loge Schaden genommen hätte. Dieser umsichtigen Führung ist es gelungen, die Loge so zu gestalten, dass man heute schon sagen kann: Hakoton jih'je l'elef, die an Mitgliederzahl noch geringe wird zu Tausenden werden, d. h. wird an Grösse immer zunehmen. Darum sei es dem Beamtenrath Herzensbedürfniss gewesen, dem Präsidenten der Kaiser Friedrich-Loge als ein äusseres Zeichen der Werthschätzung und Verehrung diesen Sessel zu stiften. Mag dieser Sessel ein Denkmal tfür die Geschichte unserer Loge bleiben und mögen von diesem Sitze aus alle folgenden Präsidenten an dem Beispiele des gegenwärtigen sich bilden, zum Heil und Segen unserer Kaiser Friedrich-LogeI Tiefbewegt dankte der Präsident,* worauf die Logensitzung ihren Fortgang nahm und die Vertreter der Schwester- Logen ihre Glückwünsche, alle' in der»hcrzlichsten Weise zum Ausdruck _ brachten. ^— Nach einer längeren Schlussrede des w. Präsidenten, in welcher die Bedeutsamkeit der Loge gerade für die Jetztzeit hervorgehoben und die Loge als Bildungsstätte für Wahrheit,. Rechtlichkeit und ethisches Moral gekennzeichnet wurde", —- schloss der erste . Akt der Festlichkeit; und es* folgte der zweit« Theil: -Festtafel und Ball. Auch dieser Theil verliefen allen Zügen zur allgemeinen Zufriedenheit. An Tischreden und Festliedern fehlte es natürlich nicht. Das Festspiel ^Faust's Erlösung" hat den Br. £)r. M a n n h e i m « r in Oldenburg zum Verfasser. Die Wirkung des Festspieles war eine.-geradezu pompöse. Der Inhalt ist kurz folgender; Schön will Faust dem verführerischen Mephisto die Seele verschreiben — da treten Geist und Genius des Ordens B. B., der erstere mit dem Freibrief „Mögen Dovid?, der letztere'mit den Schildern, der .Wohlthätigkeit, Bruderliebe'<md Eintracht" in die Erscheinung — und Faust, -überwältigt von diesen Bildern, wird sich selbst wiedergegeben er ist. gerettet. — Nach der Aufführung Team endlich die tanzlustige Schaar von Damen und Herren zu. ihrem Rechte — bis das Morgengrauen uns den Tag liecs schauen. Ü^i 'gedachten wir jener Schüler, die zur "Pflicht gemahnt: Es ist an der Zeit zu beten und - - 'zu arbeiten. —' 'JJ- Breisgau-Loge in Freiburg i. B. Seit der Installation unserer Loge, am 9. September 1900,' haben wir' bis zum Jahresschluss 4 neue Mitglieder gewonnen, wogegen ein Bruder mit Karte ausgeschieden, ist, sodass wir gegenwärtig 36 Mitglieder zählen. — Der Logenbe^üch war bisher ein durchweg guter. 66 "/„ der" Mitglieder wohnte den Sitzungen regelmässig an. — Wir hallen ups auch des Besuchs, auswärtiger Brüger zu erfreuen. So leitete der w. Präsident der Unitas-Loge, Br. Julius L'e y y, äm22 September unsere erste Sitzung, wobei derselbe uns Alien wünschenswerten Aufschluss über die Logenarbeiten ertheilte, wofür wir dem Br-L ey y auch an dieser Stelle bestens danken. Ausserdem erhielten wir Besuche ^vpn Brüdern der Carl Friedricb;Lbge in Karlsruhe, der August Lamey-Loge in Manheim, und der Rhenus-Loge in Mainz, wodurch wir hocherfreut wurden, und woran wir die Bitte knüpfen, dass die auswärtigen Brüder uns recht häufig besuchen möchten:. Anderseits sind wir der Einladung zur gemeinsamen Berathung mit der Carl Friedrich- und August Lamey-Loge über die Resolution gefolgt, die wir weiter unten im .Wortlaut wiedergebe^. — Auf dem Gebiete der Wohlthätigkeit haben wir trotz der kurzen Zeit unseres Bestehens in sofern Erspriesliches geleistet, als wir die Existenz eines .hiesigen Buchdruckereibesitzers sichern konnten, indem unsere Brüder demselben ein zinsfreies Darlehn von cä. 400,0 Mk. gewährt haben. — Unsere Ausschüsse sind durchweg auf dem Posten, und erfüllen ihre Aufgaben mit voller Hingebung, und bestem Erfolg. Der Friedensausschuss hat einen Ausgleich bestandener Mishelligkeiten zwischen einem Brüder und-einem aufzunehmenden Kandidaten erzielt; der Ausschuss für geistige etc. Interessen hat Sorge getragen, für geeignete'Vorträge während der Wintermonate, ein Fragekasten ist aufgestellt, das Arrangement