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Bericht der Großloge für Deutschland · 1900-04-01 · Nr. 5 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1900
Issue
Nr. 5 - April
Date
1900-04-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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•ebracht werden musste, kauu uus aber zugleich als eiu gerzeig dafür dienen, dass durch schriftliche Belehrungen bhl die Verhandlungen angebahnt werden können, ein praktischer Erfolg aber nur durch persönliche Agitalion. durch Aussprache mit den in den Gemeinden massgebenden Persönlichkeiten und mit den Eltern erreicht werden dürften, dass demnach die einzelnen Gemeinden von den in diesen Bestrebungen thätigen Brüdern aufgesucht werden müssen. Was die1 Ausfüllung der Fragebogen selbst anlangt, so erwies dieselbe sich theils als eine unrichtige, flieils als t-ine unvollständige. Eine Anzahl vou Familienvorständeir. von denen uns bekannt war, dass sie im Viehhandel als Makler thätig wären, aber neben einem anderen Handelsgeschäfte auch den Viehhandel betrieben, war in den Fragebogen einfach als Kaufleute aufgeführt Die l'iiteistützungsbedüritigkeit mit vereinzelten Ausnahmen, die aber gerade für den vorliegenden Fall nicht interessirte. ist ve:neint worden; nach unserer Kenntuiss der Verhältnisse nicht immer mit Recht Gerade hierüber sicheren Aufschluss zu ei halten, hatten wir ein besonderes Interesse, indem ei fallrungsgemäss die wohlhabenden Viehhändler schon atis eigener Erkenntniss ihre Söhne anderen Berufsarten zuführen, während gerade der sogenannte kleine Manu seine gesammte männliche Nach«- kommenscliaft zum Viehhandel heranzieht, um mit ihrer Unterstützung sich die Ausübuug seines Geschäftes zu erleichtern. Ueber die Frage nach der etwaigeu Geneigtheit der Eltern, ihr Kind uns zu überlassen, schwiegen weh die Antworten meist aus. - Trotzdem ist das Ergebniss der Umfrage keineswegs ein durchaus' /negatives gewesen. Unsere Aulmeiks unkeit igt immerhin durch die Antworten auf einige Familien gelenkt worden, deren Kinder wir vielleicht (buh für unsere Zwecke gewinnen könnten. Wir haben einige Brüder beauftragt, sich der Mühe zu unterziehen, die Eltern an ihren Wohnorten aufzusuchen und mit ihnen zu verhandeln. Allein die Erfahrungen, welche wir nach den oben mitgeteilten Tliatsachen mit den im Kreise Eschwege verwandten Fragebogen gemacht haben, bestimmten uns, von einer Versendung derselben an die übrigen hessischen Landgemeinden abzusehen. Wir mussten uns sagen, dass wir nicht derart mit den Veihältnissen der in anderen Kreisen befindlichen jüd. Landgemeinden veitraut sind, um die Richtigkeit der Beantwoitnng nachprüfeu zu können und um auf Giund dieser Antworten eine Statistik aufzustellen, für deren auch nur annähernde Richtigkeit über die in Betracht kommenden Punkte wir einstehen könnten. Wir haben die Ueberzeugung gewonnen, dass von einer einzigen Centraistelle aus der ganze Regierungsbezirk Cassel und dazu noch ein Theil des Grossheizogthums Hessen nicht bearbeitet werden kann, dass vielmehr hier eine Arbeitsteilung vorzunehmen sei,' da nur auf Grund persönlicher Kenntniss der in Betracht kommenden einzelnen Landgemeinden und möglichst durch persönliche Agitation der Brüder etwas erreicht weiden könne. Ueber den nunmehr einzuschlagend' Ansichten der Brüder auseinander. Von] einer Seite ist der Vorschlag gemacht worden, in erster Linie die Lehrer in den einzelnen Gemeinden für unseren Zweck/ zu gewinnen. Zu diesem Behüte solle man die Lehrer nicht bloss über unsere Tendenzen belehren, sondern sie auch dadurch au uns fesseln, sie uns näher bringen, dass man dieselben zur Theilnahme n Weg gehen die au Vorlägen und Festlichkeiten einlade. Hierzu ist zu bemerken, dass eine solche Heranziehung der Lehrer zu den Vorträgen und Festlichkeiten - sich doch nur auf solche Lehrer erstrecken könne , die. in der Nähe des Sitzes einer Loge wohnen. Wir haben aber in ganz Hessen nur zwei Logen. . Andere Brüder schlagen vor, dass die. Vermittlung der jüd. Vorsteherämter angegangen'werde, deren es auf Grund der eigenartigen jüd. Geineindeverfassilng im Regierungsbezirk Cassel vier giebt: Cassel, Hanau, Fulda und Marburg. Dieser Weg erscheint nicht.empfehlenswert, denn mit der Abgabe der Angelegenheit' an die Vorsteherämter ist den Logen bezw. der öfrössloge jede Einwirkung auf deren Betrieb, insbesondere jede Kontrolle derselben'entzogen und es hängt lediglich von der jeweiligen' Besatzung dieser Vorsteherämter ab, besonders Von de'm-interes>e, welches deren Mitglieder unseren Absichten entgegenbringen, ob dieselben gefördert werden oder nicht. , ,, " . - ': Mehr Beifall scheint folgender-Vorschlag gefunden zu haben."- * ': . Am lästigsten hat sie;» der ViebhamTel' bemerkbar gemacht in den Kreisen Hersfeld;, Fulda, Marburg. Ziegenhain, Rotenburg, Hüufeld, Schmalkalden- und iu Oberhessen (Giessen), S'jwie im Kreise Wetzlar. Dei Kreis Eschwege nimmt in dieser Beziehung eine verhältm'sMwäs>ig günstige Stellung ein; der Kreis Witzenhausen kommtwegen der gelingen Zahl der dar iu ansässigen Juden kaum in Betracht. Die im Regierungsbezirk Cassel b,estehtfndeu\ Logen .sollen zunächst die Kreise bearbeiten, in denen sie'.ihren Sitz haben und möglichst noch eisen Nachbarkreis ■ ganz oiW' zmrr Theil — in ihien Wirkungskieis hineinziehen. JJie Arbeit würde demnach der Sinai-Loge und der Julius liiert Loge zufallen. Zu diesen Logen würde sich dann iicuh die 'Fi a-tik'turt-Loge geselleu, die diesen Logen zunä hst liegt und iu.dankeiiswerther Weise zair Mitarbeit sich bereit,'erklärt hat. Allein diese Logen würden nicht ausreichen, um iirsb*so!jdei;e «Ire Kteise Marburg und Fulda mit der ei forderlichen Energie, zu bearbeiten..- Es muss daher darauf Bedacht genommen Werden, dass in Hanau. Marburg. Giessen und Fulda, möglichst auch in Hersfeld (wo bereits zwei Brüder wohnen.) Logen gegründet werden, die für diese Kreise die Arbeitübernejrmeii. Sollte es nicht möglich sein, an den genannte^ Orten 'Logen zu. gründen, weil die' nöthige Mitglieder zahl nicht aufzubringen ist, dann dürfte es sich empfehlen./sogenannteLogen-Kränzchen an diesen Orten zu bilden. : Hierfür^" wird" bei geeigneter Propaganda zweifellos eine ausreichende Pevsouenzahl zu haben sein. Wir beabsichtigen nunmehr uns mit der Sinai-Loge und der Frankfurt-Loge iu Verbindung 2u setzen, um mit diesen gemeinschaftlich überV den einzuschlagenden Weg in einer Deputirtenveisammlung zu berathen.' Die Frage, wie und wo *dieuns übeiiassenen Kinder unterzubringen seien, ist im Laufe des Jahres öfter gestreift worden bei Gelegenheit der Vorrage-'der -Geschäftsberichte der Anstalt Ahlem, des .Lehrliugsheimes in Cölu u s.w. Man war darüber.einig, dass diese Anstalten bei der Unterbr ingung der Knaben uns sehr dienlich' sein werden und dieselben daher schon aus diesem Grunde lUisJerer besonderen-'Förderung würdig seien. ' . .

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