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Bericht der Großloge für Deutschland · 1900-02-01 · Nr. 3 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1900
Issue
Nr. 3 - Februar
Date
1900-02-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Unter den schwierigsten Verhältnissen, unter Bedingungen, die immer schwieriger werden, arbeiten die Logen in Rumänien. Das, was den Juden immer am meisten am Herzen lag, der Unterricht der Kinder an den öffentlichen Schulen, wird daselbst in böswilliger Weise von den öffentlichen Gewalten unmöglich gemacht; das Gesetz wird direkt dazu geschaffen, dass den jüdischen Kindern die Bildung unmöglich gemacht |wird. so dass dem Distrikt die Aufgabe zukommt, mit den grössten und den höchsten Opfern möglichst Privatschulen zu errichten, um den jüdischen Kindern, denen die öffentlichen Schulen verschlossen sind, Unterricht zu verschaffen. In allen Provinzstädten Rumäniens und in der Hauptstadt Bukarest wurde in dieser Richtung gearbeitet. In der Hauptstadt wurden zwei neue Knabenschulen errichtet und eine Handwerkerschule, in welcher die Knaben ' unter Leitung geeigneter qualificirter Lehrer in der Tischlerei, ' in dem Grobschmiedhandwerk und anderen unterrichtet werden." Weiter wurde errichtet eine Gewerbeschule für Mädchen, für welche dem Distrikt eine Subvention von weiland Baronin Hirsch zukam. Eine Gruppe 'von jungen Academikern errichtete eine höhere Unterrichtsanstalt für Knaben mit Unterstützung des Distrikts, welche bisher ein Jahr gewirkt hat und ausgezeichnete Erfolge aufweist. Dass der Zuwachs an Mitgliedern unter den traurigen wirtschaftlichen Umständen kein grosser sein kann, ist selbstverständlich. Im letzten Jahr gelang es einigen turbulenten Elementen sich in die Loge „Fraternitas" in Bukarest einzudrängen und Verhältnisse zu schaffen, die zur Auflösung dieser Loge führten. Befreit von diesen Elementen wird eine neue Loge unter dem Titel „Nova Fraternitas" errichtet und wird alle respectablen Elemente der Gemeinde umfassen. Die Logen in Bulgarien und der Türkei * haben ihr Augenmerk hauptsächlich auf die Ordnung der bisher verrotteten Verhältnisse in der Verwaltung der jüdischen Gemeinden, dem Schulwesen und eiper modernen, reformirten Armenpflege zugewendet. Ueber die Thätigkeit der österreichischen Grossloge äussert sich der Vierteljahresbericht dahin, dass er hierüber nicht sprechen wolle, ein Spiegelbild befinde sich' in den früheren Heften des österreichischen Organs. ,Wir behalten uns vor, die Leistungen dieses unseres Nachbardistriktes in einem besonderen Artikel zu würdigen, woraus hervorgehen wird, wie zielbewusst dort an der Lösung der Aufgaben des' Ordens gewirkt wird und wie sehr die österreichischen Brüder unsere volle Anerkennung verdienen. Salo Wertheim. Die Caritas-Loge hat durch den Tod ihres langjährigen Präsidenten einen schmerzlichen Verlust erlitten, und mit ihr trauert unser Distrikt um den Heimgang dieses wackeren Bruders, den eine langwierige Krankheit vorzeitig aus unserer Reihe gerissen. Mitbegründer der Caritas-Loge war er 15 Jahre mit nur ganz kurzer Unterbrechung ihr ständiger Präsident, als welcher er die kleine, aber eifrige Schaar zusammengehalten, zum Besten geleitet. Bei seiner schlichten einfachen Art, wohlwollenden Gesinnung und seinem bescheidenen Wesen genoss er das unbeschränkte Vertrauen aller Brüder, und hingen Sie ihm mit Liebe an. Wahrlich, er Hat es auch reichlich verdient. .War er doch mit Leib und Seele ganz in die Ordensideen aufgegangen, mit-Befeisterung für die hohe Mission unseres Ordens erfüllt. Mehr noch gab er sich der stillen Arbeit der Wohlthäfigkeit und Brüderlichkeit hin. Hier war er so recht am Platze;, auf seinem eigensten Felde. Durch sein unermüdliches Wirken ist so manchem sinkenden Bruder aufgeholfen so manche Thräne getrocknet worden. Dabei ging-er geräuschlos..zu-Werke, das Wohlthun war ihm Herzensbedürfniss, es verstand sich für ihn ganz von selbst, den. Brüdern mit Rath und That zur Seite zu stehen, ohne viel Aufhebens davon zu machen. Er war der gute Geist der Loge. Für 'sich selbst bedürfnisslos, konnte er sich nicht genug für Andere thun. Er hielt die Regsamkeit der Brüder aufrecht, was bei der kleinen Zahl und den verschiedenen : Wohnorten der Brüder seine Schwierigkeiten hatte. Wir 'sahen* ihn Jahr aus, Jahr ein als Vertreter zur Gross-Loge. < .Stfll und bescheiden sahen wir ihn mit Aufmerksamkeit den Verhandlungen folgen. Sichtlich gehoben, befriedigt, fast .verklärt' kehrt er heim, um seihen Brüdern von den grossen Fragen, die den Orden bewegen, zu berichten. Ja, man merkte es ihm an, dass .der Besuch der Giosslogen-Sitzung der einzige Lebensgenuss für ihn war. Ehre seinem Andenken,'liebevolle Würdigung seiner Person und' seiner Thätigkeit' im Orden. M. .", . * ' ■ '. * : - »v - ¥!, Zu den Verhandlungen 'der Convention. Hannover. An*an£T Februar 1900. Das grosse Interesse, das unser hochw. Ordenspräs. Br. Bien in New-York für die israelitische Erziehungsanstalt in Ahlem urid. deren Bestrebungen bekundet, hat mich sehr erfreut, obgleich ich darüber, keineswegs erstaunt bin,, da ich sowohl durch Besprechungen über unsere Bestrebdrigen vor einer Reihe, von Jahren,--als ich in Amerika war, sowie auch durch die eingehenden und sachverständigen Fragen bei seinem derzeitigen Besuche der Anstalt zu Ahlem die Ueberzeugung gewonnen .habe, wie tief die Erkenntniss von der Zweckmässigkeit, -au/, diese Weise dauernd einen grossen Theil unserer Glaubensgenossen für Handwerk und Bodenkultur zu gewinnen, in ihn eingedrungen ist. ' Der Anblick der in den -letzten Jahren in ungeheurer Zahl nach Amerika eingewanderten russischen, galizischen und anderen Juden musste in. einen so intelligenten und für das Wohl der armen GlauWensgenoSsen sich interessirenden Mann das richtige Verständniss erwecken und es wäre nur zu wünschen, wenn diese Erkenntniss bei dem grösseren Theil der deutschen Glaubensgenossen ib und auch ausserhalb der Logen Platz griffe, -wenn wir auch nicht verkennen, dass einzelne deutsche .Logen, allen an der Spitze die Frankfurter, von vornherein nicht nur mit Worten, sondern auch mit Thaten unsere Bestrebungen gefördert haben. Würde durch eine grössere Betheiligung seitens der Logenbrüder urid anderen Glaubensgenossen diese Anstalt finanziell mehr unterstützt, und würde nicht ausschliesslich dem Vorstande die Sorge um die Geldbeschaffung obliegen, so würde derselbe dadurch in die Lage versetzt, nach verschiedenen Richtungen mehr wirken zu körinen. Wenn auch nach dem sachverständigen Urtheil _ nichljüdischer Fachmänner, wie namentlich des auf diesem Gebiete, so befähigten Leiters des Stephan-Stiftes bei Hannover, die Anstalt grosse Fortschritte gemacht und den Vergleich mit ähnlichen christlichen An-

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