Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Date
- 1899-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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stalten. Auch die früheren Rituale waren feststehende und für die Präsidenten verbindlich und dennoch haben sich dieselben zu helfen gewusst und an geeigneten Stellen freie Ansprachen eingefügt, was auch bei dem neuen Entwurf möglich ist. und zwar am Schlüsse desselben, an welchem die Präsentanten im Geiste des feststehenden Rituals freie Ansprachen an. die NeuaufgeBommenen zu richten in der Lage sind. Von den Repräsentanten Bacher, Joseph Wisloch, Benjamin, Auerbach, Joseph, Staadecker und Kopfstein werden eine Anzahl Bedenken gegen den Entwurf und die Ausführung" des Repr. Maretzki erhoben: von einzelnen wird der Staudpunkt eingenommen, dass dasBedüuniss zur Schaffung eines neuen Rituals gai nicht vorhanden sei. es werde sieh immer darum handeln, wie das Ritual vorgetragen werde, etc. etc. t Nach Annahme eines Schlussantrages lässt der Präsident zunächst darüber abstimmen, ob überhaupt ein neues Ritual geschaffen werden solle, wofür sich eine grosse Majorität mit der Massgabe erklärt, dass das <4eneral-Comite für die nächste Grosslogensitzung einen neuen Ritualentwui i ausarbeiten möchte. a Eswird ferner beschlossen, bei diesem neuen Entwurf von einer Dreitheilung (dramatischen Aufbau) abzuseilen. > tlass die Einführung, wie bisher, allein durch den Präsidenten erfolge und ferner, dass die Präsidenten verpflichtet 'sein sollen, sich an den Wortlaut des Rituals zu halfen. Es gelangt der'Antrag des Repräsentanten Tuch respektive der Beschluss des General-Comites zur Frage des Flatower Nomadenthums zur Verhandlung, der dahin ging: „Aus Grosslogenmitteln iur 3 Jahre den Betrag von Mk. 100,— pro a*uno zu bewilligen, wenn der Deutsch- Israelitische Gemeindebund die gleichen Beträge für diesen Zweck leistet uud auch die Allemania- und V Poinmerania-Loge gemeinsam Mk. -JOO,— pro anno zahlen." Repräsentant Tuch schildert, wie diese Frage überhaupt entstanden, wie lange sie bereits die Gross-Loge beschäftige, wie sicli der Xothstand aus dem Nomadenthum herausgebildet, sieb gegenwärtig "gestaltet hat, und gelangt zu dem Resultat, die Annahme des vorliegenden Antrages zu empfehlen, um auch unsererseits dazu beizutragen, dass dieser Xothstand. der die gesammtenr deutschen Juden berühre, gänzlich beseitigt werde. Von den Repräsentanten Blaschke und Meyer-Stargard wird hervorgehoben, dass eine besondere Verpflichtung für die Allemania- und Pommerania-Loge zur Mitwirkung an dieser Aufgabe ganlicht vorliege, denn die Schäden, die sich nach den Ausführungen des Referenten aus dem Flatower Nomadenthum herausgebildet haben, machen sich fast garnicht in Pommern, sondern hauptsächlich in anderen Gegenden unseres Vaterlandes bemerkbar. Hier also müsste die Gesammt- -"fieit eintreten, weshalb diese Repräsentanten anheim geben, die im Ganzen erforderlichen Mk. 600,— auf die Grosslogenkasse zu übernehmen. Repräsentant Placzek bestreitet, dass ein Nothstand aus dem Flatower Nomadenthum überhaupt bestehe, was er auf Grund eigener Recherchen iu FJatow und Krojanke, die er im Auftrage der Amicitia-Loge angestellt, aof das Allerbestimmteste erklären müsse. *-Redner skizzirt die an Ort und Stelle erhaltenen Auskünfte, schildert welche ^Eindrücke er von den sogenannten Nomadenkindern, deren Pflegeeltern, Erziehung und Verpflegung empfangen habe; Alles dieses berechtige ihn zu dem dringenden Ersuchen, die Versammlung zu bitten, alle Anträge abzulehnen. An der Debatte zu diesem Gegenstande äussern sich noch die Repräsentanten Goldschmidt und Junkermann und wird der Antrag auf Bewilligung .einer Summe aus Grosslegenmitteln für das Flatower Nomadenthum mi£ grosser Majorität abgelehnt. Seitens der Rhenus-Loge zu Mainz ladet der Präsident derselben Br. Dr. Löb die Repräsentanten und Expräsideuteu zu einer Sitzung seiner Loge am Dienstag, den 23., ein; eine gleiche Einladung für Donnerstag, den 25., nach der Frankfurt- Loge erfolgt seitens des Repräsentanten Heinrich Wisloch. I m I2l/S I hr tritt eine Frühstückspause bis 2 Uhr Nachmittags ein. > Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen werden die Anträge des Repräsentanten Joachim auf Gesetzesäuderuugen zur Berathung gestellt und nach kurzer Begründung durch den Antragsteller folgende Beschlüsse gefasst: I. Zusatz zum § Abtheilung I der Grosslogengesetze: Wenn in einer ausserordentliclieu Sitzung der Grossloge der'Ausfall oder die Verlegung der ordentlichen Sitzung beschlösse^ worden, so läuft der Grosslogentermin bis zur Tagung der nächsten ordentlichen Sitzung. -IL Zusatz zum § 9 Abtheilung I der Grosslogengesetze: Wiid ein Amt, mit Ausnahme das des Grosspräsidenten, oder ein Comitesitz im Laufe des Grosslogeutermins erledigt, so ist das General-Cmiite zur Vornahme einer Ergänzungswahl berechtigt./ Die Wahl' erfolgt nach' Massgabe des Absatz I; gewählt ist, wer mindestens zwei Drittel der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt hat. . - Es werden per Akklamation einstimmig erwählt: Zum Präsidenten Br. Timendorfer; zum I. Vicepräsidenten Br. Joseph Wisloch; zum II. Vicepräsidenten Br. Adolph Mayer; zum Sekretär Br. D. Wolff;" zum Schatzmeister Br. Siegmund Bergel. Zu Mitgliedern des General-Comites die Brüder: Heinemann-Hannover, Schück-Ratibor, Dr. Gro Breslau, Placzek-Pösen, Blaschke-Stettin, Tr Hamburg, Benjamin-KiJln, Liebhold-Heidelberg aus Berlin die' Brüder: Dr. Maretzki, Joac . I Haagen, Dr. Wolff, Rosenstiel, Adolph Guttmanu. Zu Mitgliedern des Finanz-Comites werden die bisher amtirenden Brftder gewählt und zwar: Merzbach, Mai, Wagner, Weile, Neustadt. Zu Mitgliedern des Appellationsgerichts die Bruder: Dr. Staub, Dr.- Staadecker, Dr. Kahn, Dr. Alexander-K atz, Gotthilf Simon. Alsdann gelaDgt folgender Antrag des Repiäsentanten Dr. Maretzki zur Berathung: Die Gross|loge für Deutschland drückt den österreichischen Brüdern für die Bestrebungen, den Kulturstand der Juden in Galizien zu hebeü, ihre volle Sympathie aus. — Sie erblickt in der geistigen, sittlichen und materiellen Hebung der Glaubenggenossen in Galizien eine den Grundsätzen des Ordens entsprechende richtige und würdige Aufgabe* — Sie ist ferner bereit, die öster-