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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1899-05-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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12. Grossloge beschliesst, dass der am Kopfe des Berichts No. 7 der Grossloge für Deutschland vom November 18!»8 aufgestellte Grundsatz des Redactions-Comites: „Gegenüber mehrfach geäusserter ^Bedenken sehen wir uns zu erklären veranlasst, dass wir "für den In halt aller Artikel in diesen Berichten nur insoweit n\ eine Verantwortung übernehmen können, als dabei die Würde, die Tendenzen des Ordens unsere und die Staategesetze in Betracht kommen. Ob die veröffentlichten Artikel mit den Anschauungen der Grossloge übereinstimmen oder denselben zuwiderlaufen, haben wir nicht zu prüfen." (gez.) Das Redactious-Coraite ausser Kraft treten und dass das Redactions-Comite die Verantwortung für den Gesammtinhalt der Monats berichte der Grossloge trägt. Referent einer der Repräs. der Frankfurt-Loge, Dem Antrage Jto. 9, der von der Victoria-Loge aus gegangen ist, hat dieselbe folgende Begründung beigegeben: „Die gemeinsame Arbeit und der gesellige Zusammenschluss bilden einen wesentlichen Faktor zur Erreichung unserer Be strebungen und Ziele. , " Um Beides zu erlangen, ist es unerlässlieh, dass die Ele mente, aus denen sich die Logen zusammensetzen, auch zu einander passen, was bekanntlich durch die strengen Bestimmungen des Ballots erstrebt wird. Nach § 10 der Grosslogengesetze darf die Mitgliedschaft nur in der dem Wohnsitze de« Kandidaten nächst gelegeneu Loge erworben werden. Da jede Loge in der Beurtheilung über die Aufnahmefähigkeit ihrer Mitglieder souverän ist, kann und wird es vorkommen, iasa eine grosse Anzahl an einem Orte — ohne eigene Loge wohnende Mitglieder einer Tochterloge es .nicht verhindern können, wenn ein in ihrem Wohnorte sich meldender Kandidat in einer inzwischen gegründeten, näher gelegeneu Loge - gegen ihren Willen — Aufnahme findet, während sie bei Al)-' ballotirung in ihrer L<>jre in der Lage geweseil wären, de ihnen nicht genehmen Kandidaten abzuweisen. Dadurch sind die in dem Antrage vom April'1897 der) Repräsentanten B e r g e 1 und Joachim sehr wüuschenstterth erstrebten Ziele, dass " - . nämlich, die auswärts wohnenden Mitglieder einer Loge sich am «Wohnsitz zu gemeinsamer Arbeit im engeren , Kreise zusammenschliessen und zu geselligem Verkehr zusammenfinden, unerreichbar." Der Antrag Pfeffermann will die Möglichkeit des Eintretens eines soldien Liebelstandes inseitigen. Die Regelung im Sinne des Antrages empfiehlt sich aus folgenden Gründen: - V* Aus BiUigkeitsgriinden der Luge gegenüber, welche mit grosser Mühe und Arbeit sich ein neues Gebiet erschlossen hat; 2. aus wiithschaftlichen Gründen, da die eingegangenen Verpflichtungen einer Loge, mit Ki'fksicht auf den an , auswärtigen Ortschaften vorhandenen Besitzstand ge^ troffen zu werden pflegen: i 3. im Interesse des Ordens, da die Schaffensfreudigkeit der einzelnen Logen in der Vorarbeitung neuer Logen beeinträchtigt werden Wörde, wenn sie befürchten müssen, Theile ihres Besitzstandes an neu zu gründende Logen abzutreten. _ ■ „Die Fassung des Autrages gestattet es, besonders gearteten Fällen Rechnung zu tragen; es kann nicht zweifelhaft sein, dass jede Loge aus Billigkeitsrücksichteu den Dispens zur Aufnahme neuer Mitglieder aus denjenigen Ortschaften, in denen sie einen festen Besitzstand hat, in eine neue, wesentlich näher gelegene Loge, gewähren wird." Worum es sich bei dem Antrage No. 10 handelt, geht aus folgenden Beschlüssen hervor, welche die Diatrikts-Grossloge X kürzlich zur galizischen Angelegenheit gefasst hat: I. a) Durchführung einer statistischen Aufnahme über di> Verhältnisse der Juden in Galizien; b) Schaffung eines Wochenblattes in hebräischer un>l t heil weise jüdischer Sprache. IL Propaganda für die Gründung einer grossen Vereinigung behufs einer Rettungsaktion. Diese neue Vereinigung soll ihr Augenmerk vorzugsweise auf folgende Punkte richten: a) Gründung jüdischer Lehrerseminar ien und Lehrkanzelu \ für hebräische Litteratur; . b) Emigration: c) innere Kolonisation; d) Yorschusskassen; e) Hausindustrie mit einer Central-Verkaufsstelle in Westgalizien; f) Stipendien i für Haudwerkslehrlinge und .Bestellung, von Wanderlehrern. , In der letzten Ausschuss-Sitzung hat Br. Joachim seinen Antrag zurückgezogen, der dahin ging, dass unsere Grossloge drei Vicepräsidenteii haben soll. Von der Allemania-Loge ist ein Schreiben eingegangen, worin dieselbe, ersucht, dass die Gjrossloge ihre Sitzung l'.'OO in Stettin abhalfen möchte, Unsere Ordensideen innerhalb der ethischen Bestrebungen der Gegenwart. Festvortrag zur dritten Stiftungsfeier der August Lamey-Loge von Br. Dr. -Mose s. Würdiger Präsident, liebe Brüder! Im raschen Zeitenfluge ist ein halbes Jahr dahirigerauscht, seitdem wir diese Siätte unseren Ordenszwecken weihten in feierlicher Stunde, umgeben von einer stattlichen Anzahl von Vertretern unserer lieben Schwesterlogen, begleitet von den Glück- und Segenswünschen aller Brüder im deutschen Vaterlande. Was damals zum Lobe der August Lamey-Loge in begeisterten Worten hier erklungen ist, wäre gar wohl geeignet gewesen, uns zu berauschen und einzulullen in ein behagliches Gefühl der Selbstbefriedigung, der Selbstgenügsamkeit. Dieser Gefahr sind wir entgangen: dies auszusprechen gewährt heute besondere Befriedigung, da unsere auswärtigen Brüder wieder bei uns eingekehrt sind, Hm zu 1 sehen und zu hören, was aus uns im neuen Heime geworden ist, das wir damals so hoftnungsstrahlend bezogen haben. Sicher waren wir niemals strenger gegen uns selbst, als seitdem wir in diesen ernsten Räumen tagen, in keiner Epoche unseres Logenlebens haben wir nüchterner Selbstkritik geübt, als in der letztverflossenen, Selbstkritik und Eigenprüfung, welche sich auf unsere Gesinnungen und Hand-

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