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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-04-01 · Nr. 3 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 3 - April
Date
1899-04-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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dass Wirtbschaften von 5p Morgen bei Fleiss, Ausdauer und Sparsamkeit zur Erhaltung einer Familie genügen; dabei ist meine Ueberzeugung, dass eine gedeihliche Fortenlwickelung nur möglich ist, wenn das Familjenhaupt durch Nebenverdienst der Wirthschaft baare Mittel zuführt, unerschüttert. In Hessen und Hessen-Nassau giebt es eine Reihe von Kleinwirthschalten in jüdischen Händen, die Besitzer haben wohl sämmtlich Nebengewerbe, würden auch sonst schwerlich bestehen können. Im Uebrigen freut es mich, zu finden, dass zwischen Br. Cohn und mir viel mehr Punkte der Uebereinstimmung. als des Widerspruchs vorhanden sind. Die 15 resp. 10 Morgenstellen lasst ja Br. Cohn fallen, mit mir findet er es nicht angebracht, eine nennenswerthe Zahl von Juden der Landwirtschaft als dienende Kräfte zuzuführen, beide halten wir die Gartenkultur für unsere Glaubensgenossen als erstrebenswerth, und hierin will ich dem Wunsche des Br. Cohn, zur Mitarbeit, gern entsprechen. Ich werde mich dieserhalb mit Br. Cohn direkt iniVerbindung setzen; auch werde ich demselben gern mein 31aterial zur Verfügung stellen und glaube ich, dass er Vieles beachtenswert finden wird. Der Punkt, über welchen wir verschiedener Ansicht sind, betrifft die Kleinwirthschaften: zur Klärung dieser Frage dürfte das Folgende beitragen. Am Tage der Bestattung des der Deutschen Landwirtschaft unvergesslichen Dr. Schulz-Lupitz wurde ich vom Oberamtmann Heine in Hadmusleben von Station Cusey aus drahtlich zu einer Konferenz gebeten, diese fand am Abend in einem hiesigen Lokal in Gegenwart des Herrn Geheimrath Professor Märker .und noch eines anderen Herrn statt. Verschiedene Fragen der Landwirtschaft wurden erörtert; den Klagen geringer Rentabilität der Grossbetriebe stellte ich die Thatsache guter Inventurabschlüsse des letzten Jahres entgegen; auf die befremdete Frage des Herrn Märker bestätigt« Herr Heine meine Behauptung. Hierauf docirte Herr Professor Mark er, gegen dessen Autorität wohl Niemand etwas einzuwenden hat, wie folgt: ,.Vieles lässt sich überwinden, die Tarnten sind zu steigern, die Preise durch genossenschaftlichen Zusammenschluss zu heben. Einem Punkte * stehen wir aber rathlos gegenüber, dieses ist die Leutenoth. Immer mehr und mehr Arbeiter we/pden sich der Landwirtschaft ab und der Industrie zu. Ich sehe nur eine Hilfe: es ist danach zu streben, dass in der Nähe der Gresswirthschaften möglichst viel Ansiedlungen von Kleinbetrieben geschalten werden; diese Kleinbetriebe sind nicht im Stande, ohne Nebenverdienst zu bestehen und werden ein sesshaftes und zuverlässiges Arbeitermaterial für die Grossbetriebe abgeben." Die Schlussfolgerung möge sich jeder selbst ziehen. Der bisherige Verlauf der Diskussion befriedigt mich vollauf, ich wollte vor Ueberstürzung - warnen, und dass^solches erreicht ist, beweist mir der Wahlspruch des Br". Cohn „Erst wägen, dann wagen." ' _ ' . —-- f -87. Sitzung des General - Comites der Grossloge für Deutschland VIII. Berlin, den 9. April 1899. Präsident Br. Timendorfer eröffnet um 101/2 Uhr Vorm. die Sitzung bei Anwesenheit der Brüder Bergel, Plaezek, Haagen, Stein, Peiser, Wisloch, Rosenstiel, Blaschke, Tuch, Sperling, jDr. Wolff, Benjamin, Joachim und Ad. Mayer. Entschuldigt fehlen die Br. Junkermann und Heimerdinger. Vor Eintritt in die Tagesordnung dankt Br. Haagen der Grossloge für die Aufmerksamkeit, die sie 'ihm anlässlich seiner silbernen Hochzeit erwiesen hat, wodurch er hoch erfreut worden und sich sehr geehrt fühle. Punkt l der Tagesordnung betrifft die Frage: wann und wo soll die nächste Grosslogensitzung abgehalten werden. Referenten sind die Brüder Wisloch und Bergel. Hierzu hegen Anträge der Nassau- und Humanitas-Loge vor, diese Sitzung in Wiesbaden resp. in Gleiwitz abzuhalten) Br. Wisloch plaidirt an Stelle des durch Krankheit am Erscheinen behinderten Br. Heimerdinger für Wiesbaden, Br. Bergel für Berlin, während Br. Stein die Gründe anführt, die für Gleiwitz als nächsten Sitzungsort sprechen.! Nach sehr eingehender Debatte beschliesst die Versammlung mit 8 gegen 5 Stimmen: « die nächste Grosslogensitzung findet in Wiesbaden statt und nimmt am 22. Mai ihren Anfang. ' & Punkt 2 der Tagesordnung: > Bericht des General-Comites. . Dieser Bericht wird nach sehr ausführlichen Erörterungen festgestellt und dabei der vom geschäftsführenden Ausschuss am 22. Februar 1899 gefasste Beschluss: Die Constitution des Ordens soll erst nach der Convention 1900, da diese weitere Aenderungen vornehmen dürfte, in deutscher Sprache hergestellt werden mit 8 gegen 5 Stimmen aufgehoben. j. Dagegen beschliesst die Versammlung mit demselben Stimmenverhältniss: Die Constitution soll schleunigst in deutscher Sprache hergestellt werden, .j Punkt 3 der Tagesordnüng: Empfiehlt es sich für die Grossloge und Tochterlogen auf Grund des Bürgerlichen Gesetzbüches die Rechtsfähigkeit eingetragener Vereine zu erlangen. Der Referent Br. Joachim erstattet namens des von der Grossloge eingesetzten Comites einen sehr ausführlichen Bericht, der in einem besondern Artikel dieser Nummer wiedergegeben is^. Nach Erläuterung dieses Berichtes empfiehlt der Referent denselben drucken zu lassen und den Ex - Präs. und Logen zuzustellen, auch die Präsidenten atizuweisen, dieses Material ih den Logen zu behandeln, damit die Repräs. eine Richtschnur erhalten. Die Versammlung stimmt den Anregungen des Referenten zu, die Art der Drucklegung wird dem Redaktions-Comitc überlassen und beruft der Präs. für die Verhandlungen über diesen Gegenstand in der Grossloge Br. Joachim zum Referenten und Br. Dr. Staadecker zum Correferenten. Im Falle der Ablehnung des Br. Dr. Staadecker wird der Präs. einen anderen^ Correferenten aus der Reihe Derjenigen berufen, die sich fü r die Erlangung der Rechtsfähigkeit erklärt, haben. ■ ' Ii I F '" y ■ I . : : -

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