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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-02-01 · Nr. 1 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 1 - Februar
Date
1899-02-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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— 11 Aus dem Bureau der Grossloge. Die w. Logen und Brüder wollen davon Vormerk nehmen, dass an Stelle des leider zu früh verstorbenen Bruders Isidor Gulmann, der bisherige Vice-Präs.- Br. Max Stein zum Präsidenten der w. Mohtefiore - Loge erwählt wurde. Derselbe wohnt: N. W. Kronprinzen-Ufer 30. Auch im Osten unseres Vaterlandes findet der Ordensgedanke erfreulicher Weise wieder weitere Anerkennung und Ausbreitung. Für Thorn ist der Freibrief bereits bewilligt worden und „aus Liegnitz liegt die Petition um Ertheilung eines solchen vor. Die Hoffnung, dass auch Königsberg und Danzig, die Hauptstädte des Ostens, für unsere gute Sache bald t gewonnen werden, ist berechiigt denn hierfür wjrd von verschiedenen Seiten gewirkt." Am 15. Februar er. beging Br. Siegmund Haagen das Fest seiner Silberhochzeit, das einer überaus grossen Anzahl von Brüdern Gelegenheit bot, ihrer Liebe und Werthschätzung für Br. Haagen Ausdruck zu geben. Br. Haagen ist einer der Mitbegründer des Ordens in Deutschland, seit Bestehen der Grossloge ist er Mitglied und Repräsentant derselben, sieben Jahre hindurch bekleidete er das Amt des 1. Vice- Präj. in unserm Distrikt und wie er in der Grossloge gewirkt, wird allseits dankend anerkannt. In Würdigung und Anerkennung solcher Verdienste hat das General-Comite gern die Gelegenheit wahrgenommen, Br. Haagen unter Ueber reichung einer Adresse die Glückwünsche der Grossloge abzustatten, denen unser Präs Br. Timendorfer Ausdruck gab. - , Für den 19. März ist die nächste Sitzung des General- Comites in Aussicht geno;mmen und wird in derselben auch beschlossen werden, wo die Grosslogen-Sitzung in diesem Jahre stattlinden soll; die w. Nassau-Loge beantragt, sie in Wiesbaden abzuhalten. Was nun die Grosslogen-Sitzung selbst betrifft, so möchten wir die w. Logen und Ex-Präsidenten ersuchen, falls sie Anträge für die im Mai tagende Grossloge zu stellen wünschen, diese so . bald als möglich anbringen zu wollen, um sie rechtzeitig den Logen zur Behandlung zustellen und Referenten berufen zu können. Die Erfährungen haben gelehrt, dass die Arbeiten der Grossloge dann von grösserem Werthe gewesen, wenn sie gehörig vorbereitet waren. Ein Antrag ist bereits bei uns eingegangen und Wohl von allen unseren Ex-Präsidenten unterzeichnet, die dem Ausschusse des Deutsch-Isral. Gemeinde-Bundes angehören, dahin gehend, dem Ausschusse wiederum Mk. li>oo aus Grosslogen-Mitteln zum Zwecke der Ertheilung von Religions-Uhterricht in kleinen Gemeinden zuzuwenden. In der diesjährigen Grosslogen- Sitzung wird auch darüber Besöhluss gefasst werden müssen, ob unser Distrikt sich auf der nächsten Convention, die im April 1900 zu San Francisko abgehalten werden wird,, durch Ex-Präsidenten unseres eigenen Distrikts vertreten zu lassen wünscht, oder ob die uns zustehenden Ca. 14 Mandate an in Amerika lebende Ex-Präsidenten vergeben werden sollen. Ferner wird sich das Plenum der Grossloge damit zu beschäftigen haben, ob" die Logen und die Grossloge auf Grund des Bürgerlichen Gesetzbuches 1900 die Erlangung der Rechte juristischer Personen anstreben soll. Jugehdvereiriigungen. Zweifellos ist es die schonsie. Pflicht jedes Bru/eis, dem die Zukunft unseres Ordens am Herzeh liegt, propagandistisch für unsere gute Sache zu wirken upd einzutreten für die Verbreitung unserer Lehren. Wenn auch auf diesem Gebiete schon Hervorragendes geleistet wurde, so. will es mir doch scheinen, dass wir unsere Auimerksamkeit mehr dorthin richten müssten, von wo wir für die Zukunft Alles zu erwarten, Alles zu erhoffen haben,ich meine ätff unse re Jugend. Zu den festesten Stützen deS- Judenthums gehörte' zu allen Zeiten unser inniges Jüdisches Familienleben, das uns. lehrt, wie da$ gute Beispiel, des Vaters den Kindern zum Segen wird für's ganze Leben, wie aber andererseits die Eltern .das Glück ihres Lebens, ihre Zukunft in den Kindern 'V ' . I * zu sehen pflegen. Ist nun, meine Brüder, unser Logenleben nicht dem Familienleben ähnlich', bilden;>vir nicht gleichsam eihe grosse jüdische Familie?,•• Und.da*sollten wir uns nicht Derer erinnern, die einst .berüien ' sein werden, unsere Plätze einzunehmen, uns nachzufolgen -'in".der Arbeit für die sociale Hebung unserer Glaubensbrüder, für die Verwirklichung unserer Ideale. Pflanzen -wir in.'die Herzen un-,erer heranwachsenden-Jugend die Lehre von der hohen Aufgabe und Bedeutung unseres Ordens;' erziehen wir unsere Söhne in der Erkenntniss, dass Wohftiiätigkeit, Bruderliebe und Eintracht nicht nur im Orden, sondern-auch draussenim Leben zu allen Zeiten neu ausgeübt Werden müssen! Der Erfolg wird d3nn nicht ausbleiben | wenn aus den Jünglingen Männer geworden sind, werdende, nicht jenem verderblichen Indifferentismus anheimfallen oder die 'Zahl derer vermehren, die aus Unkenntniss unsere. Gegnergeworden Gern und freudig werden sie vielmehr in unsere Reihen eintreten, um dem Beispiel der Väter folgend, mitzuwirken, rriitzuschaffen. . .r **.**•■ - - ' ■ K "1 Wollen wir dies Ziel -erreichen, dann ist es nothwendig, dass seitens der Logen Jugendvereinigungen -gegründet werden, und dass die L«">gen die Beaufsichtigung derselben übernehmen. In jeder Loge; giebt-es \vohl einige Brüder, d*£s sich gern der Aufgabe, unterziehen werden, sich an der Leitung solcher Jugendvereinigungen zu betheiligen, die Sitzungen derselben zu besuchen " und den jungen Leuten passende kleine Vorträge' zu halten. Dann sollte den Mitgliedern dieser Vereinigungen Zutritt zü den öttentlichen Vorträgen, welche die Comites für *fie geistigen Interessen Unserer Logen veranstalten,, ^-gestartet 'werden; auch dürfte es sieh empfehlen, den jungen Leuten passende Leetüre aus den Logenbibliotheken-zu überlassen. Dass auf dem Gebiete der Jügen.dv^reinigungen Erfolge erzielt werden köhnan, lehrt uns •das .Beispiel" einer serrr rührigen, lieben Schwesterloge derFrankfurt-Loge, welche den Jugendverein „Monteliore*. begründet und mit demselben die denkbar besten, hocherfreulichen Erfolge erzielt hat. Folgen wir diesen guten Beispiet, meine BrüdeT, und gründen wir allerorten, insbesondere zunächst in Berlin, solche Jrigendvereine: zur Pflege der idealen Interessen-jüdischer junger Leute! Mit Gottes Hilfe wird es auch' gelingen, einen Samenkorn in die Herzen unserer Söhne und .jugendlichen Freundes zu pflanzen, der unserm geliebten Orden für die Zukunft reichsten Segen bringen wird. ' % Albert Bloch., Mcntor-'dcr Deutschen Reichs^-Loge..-

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