Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Nr. 1 - Februar
- Date
- 1899-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Anstalt angenommen und sie der momentanen Gefahr entrissen haben. Konnte aber dieses fortwährende Ringen mit der Noth und dem Mangel auf die Anstalt gedeihlich wirken Es° war deshalb von jeher unser unausgesetztes Bemühen und ersntes Streben, der Anstalt durch Errichtung eines eigenen Heims eine feste Basis zu geben und unsere Mühe war von Erfolg. Dank den edlen Bemühungen unseres würdigen Präsidenten des Br. Simon lockoch, dank der wohlwollenden Verwendung einflussreirher Personen gelang es zu unserer hohen Genugthuung und zur Freude aller Freunde und Gönner, die Aufmerksamkeit der edlen und wohlthätigen Frau Baronin von Hirsch auf unser Hospital zu lenken und ihr Wohlwollen zu gewinnen. Diese hochherzige Wohlthäterin hat, überzeugt von der Wichtigkeit dieses nützlichen jüdischen Hospitals, in ihrer bekannten Grossmuth die Hälfte der Kosten für den Bau eines Hauses, bis zur Hohe von 75QOO Francs bewilligt: jedoch nur unter der Bedingung, dass die andere Hälfte anderseitig aufgebracht werde. Durch die grossmüthige Gabe sind wir unserem heissersehnten Ziele um ein Bedeutendes näher gerückt. Da es aber unserer Loge unmöglich ist, mit ihren nur sehr geringen Mitteln die für den Bau des Hauses fehlende Spesenhälfte aufzubringen, da auch von der hiesigen Gemeinde ein nur unbedeutender Beistand zu erwarten ist, und um das echt philantropische Werk doch vervollständigen zu können, wenden wir uns Namens der Kranken und Leidenden an unsere wohlthätigen Brüder mit der flehentlichen Bitte: Folget dem edlen Beispiele Eurer hochherzigen Schwester, der Frau iBaronin von Hirsch und helfet gemeinsam mit ihr das >|Verk der Liebe und Barmherzigkeit ausbauen. Helfet die Steine zu einem B;ue einzeln zusammentragen, in welchem viele Leiden geheilt und unzählige Mitmenschen dem grässlichsten Elende entrissen werden sollen. Wer je das Elend des Lebens geschaut oder an seinem eigenen Körper erfahren hat, der wird uns, wir sind davon überzeugt, gerne in unserem hohe°n Unternehmen unterstützen. Dann werden wir mit Gottes Hilfe das schöne Haus errichten — an der Pforte Zions ein ewiges Monument der Wohlthä'tigkeit und der Nächsten-Liebe Israels. In W. B. u. E. Der Vorstand des Hospitals .Schaar-Zion" der Jaffaer Loge „Schaar-Zion*') Zur Hebung des Logenbesuches. Wenngleich ich den Vorschlag des w. Expräs. Br. Dr. Staadecker von Hausaus für Unannehmbar hielt, so wollte ich doch nicht früher das Wort zu ergreifen mir erlauben, als bis ich einzelne Stimmen über dieses Thema aus dem Kreise der lieben Brüder gehört habe. Auch ich bin der Ansicht, dass diese gewissermassen zwangsweise Hebung des Logenbesuches durch Verlegung der Sitzungen innerhalb unseres Distrikts auf den Sonntag nicht herbeigeführt werden wird. Ich bin im Gegentheil *) Die Grossloge ist gern bereit, etwaige Spenden für das Schaar-Zion- Hospital entgegen zu nehmen und an die Verwaltung dieses segensreieh wirkenden Instituts »brufuhren. sogar überzeugt — und ich glaube, die Beobachtungen während meiner etwa zwölfjährigen,. aus^ innersten Herzen eifriger Mitgliedschaft täuschen "mich hierin nicjht — dass z. B. unsere Lessing-Loge von-.diesem Tage den grössten Schaden hätte. ' . * /■ . Die Gewohnheit hat. .uns' unseren Sonnabend Abend lieb gemacht; wiederholte Anträgt, die .dahin zielten, unsere Sitzungen anf irgend einen anderen Tag -zu verlegen, wurden stets abgelehnt. Wir haben gesehen, dass die meisten Ersatztage, die nothgedrungen in der Zeit bis zur Uebersiedelung in unser neues Heim eintreten rhüSsten, uns nicht den starken Besuch unserer gewohnten Sonnabende brachte. Zweifellos ist alles dasjenige, was der w. Präsident Dr. Friedberg und Br. Samue) Kqhn gesagt haben, voll und ganz zu unterschreiben. Aber noch ein anderer, nicht minder - wichtiger Punkt darf nicht .ausser Acht;' gelassen werden, der eine der schönsten Seiten unseres Bundes bildet. / Wohl jeder von uns batschon -ab und zu die An-; nehmlichkeit empfunden, auch am fremden Platze „im Kreise gleichgesinnter Brüder" sich bewegen* zu können, und das verdankt er gerade der* punten Reihe der. Sitzungstage der einzelnen Logen.!.".•'",• * ** Wer von uns ist nicht froh>. wenn ihn die Reise fern vom Hause hält, bald hier^ bald'dorr eipen Abend mit Brüdern zubringen zu können! Unwillkürlich "bringt der Meinungsaustausch über unsere gute Sache, über Einrichtungen der Schwesterlogen, über Behandlung actufeller, unseren Distrikt oder den ganzen Orden hochint er essirender Fragen etc. etc. die Brüder der verschiedenen Gegenden einander näher, und so . wirkt ein Zweig unseres. gel. .Or-dens befruchtend auf den anderen — es wird der.-Gesamrritheit gedient. Wie monoton wirkte dagegen der für sämmtliche Logen unseres Distrikts gleiche Sitzungsabend, 4 wie selten hätten die Brüder Gelegenheit, ihre Brüder anderen Ortes kennen zu lernen! Nicht Jeder reist ja gleich auf Wochen und Monate, oder hält sich acht Tage und länger an einem Platze a^f, und selbst, wer dazu gezwungen ist, Wäre immer nur einmal wöchentlich in der Lage, seinen Bruderkreis aufsuchen zu können. ■ ■. •; . : ' Was nun die Hebung des-Logehbesuches betrifft, so wird nicht die Wahl des Tages,' am wenigsten aber der eventuell zur Vorschrift gemachte Sonntag, vielbesuchte Logensitzungenzur Folge haben; die Logen all»in haben das Mittel dazu in der.Hand, und damit komme l:h zu-dem in sämmtlichen Comitcs, derren; änzügehören ich die Ehre hatte, von mir stets vertretenen Standpunkte: — Den Wahlen wird im Allgemeinen eine viel zu geringe Bedeutung beigemessen! f , Statt schon während der Ausdauer der einzelnen Beamten und .Comitcs zu urUieiienünd zu überlegen: Wer gilt für geeignet zum zukünftigen Präsidenten, wer passt in dieses oder jenes Comitö, öder Ist es räthsam, diesen oder jenen Bruder noch em weitete! Jahr thätig sein, vielleicht sogar zum Vortheil der Loge noch besser sich entwickeln zu lassen, steht man nur. zu rasch /wieder vor den Neuwahlen, und diese wichtige Handlung wird dann oft in einer Hast abgewickelt, unter deren Folgen man ein' ganzes Jahr ,zu leiden hat. ... ' "--