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Bericht der Großloge für Deutschland · 1898-12-01 · Nr. 9 - Dezember II · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1898
Issue
Nr. 9 - Dezember II
Date
1898-12-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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103 — die hauptsächlich in den Rahmen des Gemeindebundes fidle und seine Leistungsfähigkeit nicht überschreite, solle dieser alleine die Lösung derselben anstreben. Br. Joachim schlägt vor, der Grossloge zu empfehlen, auf die .von ßr. Tuch gestellten Anträge nicht einzugehen. Br. Tuch sucht nachzuweisen, dass die an die Grossl^ge gelangten Berichte den Thatbestand nicht richtig wiedergeben und dass die von ihm früher bezeichneten Schäden auch jetzt noch fortbestehen, wenngleich er zugeben wolle, dass in letzter Zeit sich vieles in der fraglichen Angelegenkeit gebessert habe und die Zahl der Kinder, die der Erziehung und Versorgung bedürfen, geringer geworden. Auf Grund einer umfangreichen Korrespondenz führt Redner aus, dass gegenwärtig' in Witten eine Anzahl Kinder der .Flatower Nomaden* der Erziehung dringend bedürfen und besonders im Interesse dieser Kinder in Witten müsse er seine Antr ige aufrecht erhalten und um deren Annahme ersuchen. Der Gemeindebund könne diese Aufgabe nur gemeinsam mit dem U. O. B. B. lösen, versagt letzterer seine Mitwirkung, dmn ist das ganze Liebeswerk in s Wasser gefallen. Innerhalb der Ausführungen der Brüder Joachim und Tuch bewegt sich die"sehr lange und ausführliche Debatte, während welcher Br. Rosenstiel mittheilt, zu der Erklärung beauftragt zu sein,' dass der Gemeiridebund bereit sei, ien gleichen Betrag zur Beseitigung der Schäden aus cem .Flatower Nomadenthum" herzugeben,' der, vom U. O. B. B. für den gleichen Zweck bewilligt werde. Ferner wird festgestellt, dass die im Antrage Tuch vorgesehene Beihilfe seitens der Allemania-, Amicitia- und Pommerania-Loge von Mk. 200 p. a. so zu verstehen ist, dass dieser Betrag zusammen von den drei genannten Logen alljährlich7 aufgebracht werden soll. Br. Bergel beantragt, der Grossloge in ihrer nächsten Vollversammlung zu empfehlen: „Die von Br. Tuch geforderten Beträge, statt auf 8, nur für 3 Jahre zu bewilligen." Nach Empfehlung dieses Antrages durch Br. Bergel, betonend, dass nach dreijährigen Erfahrungen die Angelegenheit uns erneut beschäftigen könne, zieht Br. Tuch seinen Antrag, qu. Beträge für 8 Jahre zu bewilligen, zurück und schliesst sich dem Antrage Bergel an.; I i Br. Joachim erklärt im Falle der Ablehnung seines Antrages,, ßen Anträgen Tuch keine Folge zu geben, consequenterweise für die Zeitdauer Von 8 Jahren stimmen zu müssen, denn Kinder, die 3 Jahre hindurch die Schule besucht, können nicht einfach wieder nach Hause geschickt werden. Der Antrag Joachim, keine Bewilligung in Sachen der „Flatower Nomaden" der Grossloge zu« empfehlen, wird abgelehnt, dagegen der Antrag Bergel angenommen. III. Punkt der Tagesordnung: , -fl Auf Grund eines ausführlichen Berichtes des Br. Mayer bewilligt die Versammlung für einen Ex Präsidenten l) eine monatliche Zuwendung von Mk. 100, vom 1. Dezbr. er. ab, 2) die Zahlung seiner Lebensversicherungs-Prämien bis zum Ablauf derselben, 3). zur Beseitigung seiner momentanen Verlegenheiten eine, weitere Zuwendung von Mk. 300. (Hier tritt eine Pause von l'/2 Standen ein, während welcher die Mitglieder des General-Comitcs im Nebeosaal gemeinsam zu Mittag speisen.) IV. Punkt der- Tagesordnung:.3; .Die Delegirten-Konferenz, am 13. Novbr. er. in Prag." Br. Wisloch referirt über die dort stattgehabten Verhandlungen und soll auf diesen Gegenstand evtl. zurückgekommen werden, wenn das ganze. Material veröffentlicht ist. V. Punkt der Tagesordnung: ' ^Propaganda." - Br. Wisloch berichtet/über die in.Stuttgart zu errichtende Loge und' hofft, dass". schon in einigen Wochen die Petition von dort bei der Grossloge eingehen wird. Was Leipzig betreffe, so lässt siel* hierüber noch nichts Bestimmtes sagen, in allernächster Zeit kommt Referent mit Br. Alphons Jacobson-Leipzig zusammen und glaube er, dass auch die Gewinnung LeipzigY nur noch ekne Frage der Zeit ist. t— r J" Br. Placzek referirt über die Errichtung einer Loge in Thorn, die für allernächste Zeit gesichert ist'und lenkt die Aufmerksamkeit auf Schneidemühl, wo eine Anzahl aufnahme- ' fähiger Personen wohnen, die, wenn nicht für die Errichtung einer eigenen Loge, so doch mindestens für die Loge in Thorn gewonnen werden sollten. Br. Bergel übernimmt die Propaganda in Schneidemühl, und dankt der Präsident den Brüdern für deren rege Förderung unserer Sache unter dem Hinweis darauf wie wir nicht stille stehen dürfen, sondern unausgesetzt bemüht Sein müssen, für die Bestrebungen' des Ordens immer weitere Kreise zu gewinnen. VI. Punkt der Tagesordnung^ „Unsere Angelegenheit mit der Denver-Loge.* Die Verhältnisse des hier seit Jahr undTag schwerkrank und erwerbsunfähig darniederliegenden Bruders dieser Loge sind auch jetzt noch tieftraurige, da die DenVef-Loge ihm keine ausreichende Unterstützung gewährt. In der letzten Nummer der „Menorah" ist die Mittheilung enthalten, dass in Denver seitens des Ordens ein Kränkenasyl errichtet worden und soll die Aufnahme des betreffendea. Bruders in diese Anstalt von uns betrieben und üjisef Anspruch auf Ersatz aller unserer Auslagen für den Bruder der wohlhabenden Denver- Loge weiter verfolgt werden. . Die. dem Bruder, um aus. der Charite nicht entfernt zu -werden, fehlenden Mk. 40.— monatlich, bewilligt das General-Comite bis zur Entscheidung des Hoch. Executiv-Comik-s resp. bis zur nächsten Sitzung des General-Comitcs. - VII. Punkt der Tagesordnung:* .Soll der Beschrhissdes General-Corrrites, wonach den Logen dringend empfohlen wird, über den Zionismus keine Debatten in den Logen zuzulassen, aufgehobeh öder modifizirt werden?" Referent Br. Wisloch ^.gelangt nach einem sehr ausführlichen Referat zu dem Antrage, den' früheren. Beschluss aufzuheben und den Logen zu gestalten, über den Zionismus zu debattiren, soweit es sich, um die soziale Seite desselben handelt. ,, . Nach sehr eingehendem Ideenaustausch, in welchem von allen Rednern hervorgehoben worden, wie schwierig es sejfgerade bei dieser Materie die Grenze zwischen Politik, Religion und Sozialismus einzuhalten, wird mit 7 gegen 4 Stimmen beschlossen, .dass über den Zionismus in den Logen keine Diskussion zugelassen werden "darf."

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