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Bericht der Großloge für Deutschland · 1898-12-01 · Nr. 8 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1898
Issue
Nr. 8 - Dezember
Date
1898-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BERLIN, im Dezember 1898. No. 8. Bericht der Grossloge für Deutschland u. o. b. e. Nachdruck sämmtlicher Artik el'aus diesen Berichten verboten. Fernsprecher: D. Wolff, VI, No. 4619, Wilhelmstrasse 118. Festrede gehalten am 16. Oktober 1898 anlässlicli der Einweihung < es eigenen Hauses der Lessing-Loge vom Präs. Br. Dr. Gröps Hochwürdige Grosspräsidenten des deutschen und österreichischen Distrikts, würdige Präsidenten und Expräsidenten, werthe und liebe Brüder! Wenn es wahr ist, dass es in unserem Leben Stunden giebt, die uns durch die Grösse ihres Inhalts und ihrer Bedeutung über des Tages Noth und Mühsal hinausheben in eine höhere und edlere Gedankensphäre, in welcher keine selbstsüchtige Regung mehr Platz hat, wenn - es wahr ist, dass solche Stunden uns mit ehrfurchtsvollem Schauer erfüll »n, so ist wahrlich eine solche Stunde die, welche uns heute h ier zusammengeführt hat, in festlichem Gewände, die Briist geschwellt in freudigem und selbstbewußtem Stolze. B<ut uns doch diese Stunde die Verwirklichung eines Zieles, so gross und schön, so edel und erhaben, wie es die muthlosen und dürftigen Anfänge einer so jungen Vereinigung kaum erwarten Hessen, wie es aber auch noch vor verhältnismässig kurzer Zeit die kühnste Phantasie uns nicht vorzuspieg iln gewagt hätte. Und nun ist es erreicht, das Idol ungestill;er Sehnsucht, das Beispiellose in der Geschichte so junger Vereine: Mächtig, und doch voller Ebenmass, ein stolzer Bau u nd doch so harmonisch, eine Zierde unserer Stadt, ragt es in lie Lüfte, das eigene Heim. Erbaut auf den drei mächtigen Grandpfeilern, der Wohlthätigkeit, prüderlichkeit und Eintracht— ein Triumph der Jdee, die unserer Vereinigung (as Leben gab, der Idee unseres geliebten Ordens, ein neues und unzerstörbares Band für unsere Einheit, versammelt es ins heut zum ersten Mate unter seinem Dache. Noch einmal tritt vor unser geistiges Auge die Vergangenheit mit all' ihren Kämpfen und Mühen, mit den sch er unüberwindlichen Hindernissen, die sich dem Geliugen (68 stolzen Werkes entgegenstellten, und in dem heute um so mächtiger in uns aufsteigenden Glücksgefühl drängt sich, fromm und gut, nach alter Väter Sitte, aus Brust und Htn der Dank auf unsere Lippen zum Allerhöchsten empor, mit all' der Andacht und Inbrunst, wie sie ihm Ausdruck zu geben pflegten in jenem Segensspruch: ^Gepriesen seist I ii, 0 König der Welt, der Du uns hast lebeH lassen, der Du uns aufrecht hast erhalten, und der Du* uns an dieses Ziel gelangen fressest!" Dank sei aber auch allen Ihnen, meine Brüder, die Sie durch IhreOpterwilligkeit und Ihren Brudersii n, die Sie mittelbar oder unmittelbar, sei es durch Sachkenutni ss, sei es durch Opfer an Zeit und Beruf, sei es durch Unterstützung mit materiellen Mitteln, sei es auch nur durch llir Wohlwollen, das schöne Werk haben fördern helfen und »zu seinem endlichen Gelingen beigetragen haoen. Dank aber sei ganz besonders noch einmal dem Mann» unter uns, dessen aus der ganzen Lauterkeit- und Güte seines Kinderherzeus stammende Begeisterung uns mit unwiderstehlicher Gewalt über alle Bedenken mitgerissen halte,'und-dem wir am meisten diese Stunde zu danken haben! Ehre aber und Dank auch jenen, deren wohlmeinender und wägender Sinn, deren Vorsicht und Klugheit uns vor Schäden bewahren wbllte? und. Dank sei auch zuletzt noch dem jungen Künstler dargebracht, der schon so früh durch dieses Werk den Lorbeer um die junge Stirn sich flocht. — v Haben wir, meine Bi üder, in so glänzender Weise wie durch den heutigen Tag die Kxistenzberechtigung unserer spezifischen Gemeinsamkeit erwiesen, sind wir nicht die schlechteste Blüthe des Baumes, den der Orden Bne Brith In Deutschland gepflanzt hat, so lassen JSie uns auch nicht stehen bleiben in der Zukunft; lassen Sie mich in Ihre freudei füllten Herzen die Mahnung werfen,' dsss noch Grösseres zu tinin uns übrig bleibt; lassen Sie uns daran-»denken, dem Gewände, das, wir heute angelegt, den wahren Werth zu geben, dadurch, dass wir. ihm einen entsprechenden Inhalt verleihen, lassen Sie uns dem schönen Körper*die edle Seele geben! Und um dieses hohe Ideal zu erreichen, ist uns die Richtschnur gegeben durchdas stolze Programm unseres Ordens, dessen Geburtsfest wir heute in der Anwesenheit seiues ersten Beamten, unseres hochwürdigen Grosspräsidenten und so vieler würdiger Gäste '.mit. diesem Weihefeste zu verknüpfen die Ehre haben. Dieses Ihnen so wohlbekannte Programm, „das uns Israeliten zu vereinigen strebt zur Förderung der höchsten und idealsten Interessen der Menschheit, die reiusten Grundsätze der Menschenliebe, der Ehre und des Patriotismus ihnen einzuprägen", dieses Programm — sage ich — giebt uns die beste Richtschnur für unser Handeln,, wollen wir anders» unserer auf unseren Prinzipien aufgebauten neuen Heinistätte einen .Inhalt allgemeiner Menschenideale geben. . . .. Was uns aber einzig und allein befähigt, dieses stoUe Programm in die That umzusetzen,: m. Br., das ist — und darüber gestatten Siemir am - heutigen Tage, einigen bescheidenen Gedanken ''.Raum geben «u dürfen — das ist allein die Zeit, in welcher wir leben, und in der echten und rechten Würdigung unserer Zeit finden wy; die ganz besonderen Forderungen, die unser Ordensprograiimi uns im Allgemeinen giebt: Wenn es leider nur "zu wahr ist, dass eiu krasser Materialismus auf der eiuep; Seite und eiu Rückfall in

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