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Bericht der Großloge für Deutschland · 1898-11-01 · Nr. 7 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1898
Issue
Nr. 7 - November
Date
1898-11-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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| 8. Br. Dr. Feucht wanger: Jüdische Armenkrankenpflege. Die Vorträge zeugten von einer eingehenden Vertiefung [ der Vortragenden -in die Materie, .die daran sich anschliessende I Discussion von einem lebhaften Interesse der Brüder und 1 boten eine Fülle von Anregung und Belehrung. Nachdem im ersten Au<schuss wie in offener Loge auf die Bestrebungen des Vereins Esra hingewiesen war, traten auf Beschluss der Loge mehrere Brüder zusammen, um im Verein mit Niehtangehörigen der Loge Propaganda zu machen für diesen Verein Nach vielen einberufenen Sitzungen gelang es, einen Filialverein des Vereins Esra zu begründen, welcher bereits mehr als .200 Mitglieder zählt. Die Vorstandschaft wird gebildet aus den Br. Br. Rabbiner Dr. Werner, Rechtsanwalt Beer und Bankier Auerbach. . Am 27. Dezember 1897 fand zum ersten Male seit der Installation eine Familienfeier statt, welche einen-sehr anregenden Verlanf nahm. Ernste und heitere Reden sowie ernste und heitere Vorträge trugen dazu bei; den Glanz des Festes zu erhöhen. Am 21. März 1898, genau ein Jahr nach der Installation wurde mit dem Einzug des Frühlings unser erstes Stiftungsfest begangen durch Abhaltung, einer Festloge, bei welcher zum ersten Male sich unsere Damen einfanden, mit daran sich anschliessenden Festmahl und darauffolgendem Tanz. In der Festloge hielt Br. Dr. Frankenburger die Festrede, während beim Festmahl Br. Rabbiner Dr. Werner über die Zwecke, Ziele und Erfolge der München-Loge sprach. Zum Feste war der Vicepräsident der hochwürdigen Grossloge Br. Josei Wisloch-Frankfurt. der verdienstvolle Begründer der München- Loge erschienen, um sich mit uns zu freuen. Das Fest wurde durch Reden und Vorträge ernsten uüd heiteren Inhalts auf jene Höhe gebracht, auf welcher im vorigen Jahre das Installationsfest stand, und es wird allen Theilnehmern unvergesslich sein als ein Fest der Verbrüderung. Am 5. April 1893 fand durch den von der hochwürdigen Grossloge hierzu beauftragten Vicepräsidenteu Br. Josef Wisloch in nachdrucksvoller und feierlicher Weise die Installation des neuen Beamtenrathes „des zweiten Termins statt. Da der zum Präsidenten gewählte Br. Louis Dannhauser sich auf einer längeren Reise in Amerika befand, wurde der Vicepräsident Br. Rechtsanwalt Beer als Stellvertreter des., Präsidenten verpflichtet. Br. Josef Wisloch dankte den Beamten des ersten Termines für den Eifer, mit dem sie ihres; Amtes gewaltet, dankte dem Präsidenten Br. Rechtsanwalt Dr. Kahn für die musterhafte Art und Weise, wie er die Sitzungen geleitet und dankte insbesondere im Auftrage der hochwürdigen Grossloge dem bisherigen Mentor Br. Michael Nussbaum für seine verdienstvolle Thätigkeit um das Zustandekommen der Loge und in der Loge und dem Beamtenrath. Als Br. Louis Dannhauser von seiner Reise zurückgekehrt war, wurde er In der 8itzung vom 5. September 1898 als Präsident installirt und zwar von unserem hierzu beauftragen ersten Expräsidenten und Mentor Br. Rechtsanwalt Dr. Kahn. Am 14. Mai 1898 beehrte der hoehwordige Grosspräsident Br. Rechtsanwalt Timendorfer unsere Loge mit seinem Besuche, bei welchem er sich die Sympathien aller Brüder erwarb. Dabei wurde allseitig mit Freude und Genugthuuug hervorgehoben, von wie grossem Vortheil für unsere gute Sache derartige Besuche sind. Wird doch das Gefühl der Brüderlichkeit und der Zusammengehörigkeit gestärkt und gefestigt und kommt doch dabei zum Ausdruck wie allumfassend das gemeinsame Band ist, das uns umschlingt. Leider sollten auch die diesjährigen Ferien nicht vorübergehen, ohne uns schweres Herzeleid zu hinterlassen. Am 15. August 1898 starb Br. Ludwig Steinitz nach kurzem Krankenlager in der Vollkraft, in der Blüthe seiner Jahre. Zum zweiten Male ward der Kreis der Brüder durchbrochen. In ihm haben'wir einen ebenso eifrigen als wohlthätigen und treuen Bruder und Mitarbeiter verloren, der es ernst nahm mit seinen Pflichten gegenüber der Loge. Sein Andenken bleibt bei uns erhalten. Nach Ablauf der drei Monate währenden Ferien wurden die Sitzungen am 5. September 1898 wieder aufgenommen. Auf Vortrag des Br. Dr. Feucht wanger! über jüdische Armenkrankenpflege wurde beschlossen, ein Pfleg^materialdepot anzulegen, um armen Erkrankten Verbandzeug, Pflegematerial und sonstige Utensilien zu liefern. Durch freiwillige Gaben wurde sofort ein Grundstock zu diesem Materiäldepot gelegt. Unsere Repräsentanten zur Grossloge warlen bisher die BBr. Plotke-Frankfurt-Loge und Dr. Loeb-Rhenus-Loge. Die München-Loge war ofnciell vertreten durch einen bezw. mehrere Brüder bei der Julius Bien-Feier in Berlin, beim letzten Stiftungsfest der Frankfurt-Loge, T>ei den Installationen der Franken-Loge in Wurzburg und der Carl- Friedrich-Loge in Karlsruhe, sowie bei der Hauseinweihung der August Lamey-Loge in Mannheim. Ausserdem war ein Bruder, Br. Rechtsanwalt Beer bej, der Propagandaversammlung in Würzburg thätig. Auf Beschluss der Loge werden allabendlich zwei Sammelbüchsen aufgestellt,derenlnhalt demUnterstützungsfonds zufällt.' Ausserdem AHsseH die Spenden seitens der Brüder in reichstem Maasse bei jeder Gelegenheit, mag sie freudiger, mag sie trauriger Natur sein. Die München-Loge ist Mitglied des Centraiverbandes jüdischer Wohlthätigkeits-Vereine und -Anstalten in München, des Vereins für judische Volkskunde in Hamburg und des Vereins „Freunde der Taubstummen" in Berlin geworden. Ausserdem hat sie in zahlreichen Fällen bedürftige Personen und Familien unterstützt und zahlreichen Institutionen und Instituten ihre Sympathie durch Geldzuwendungen bezeugt, und zwar ohne Rücksicht auf die Confession, der die Unterstützten angehören. Aus Vorstehendem ergiebt sich, dass die München-Loge in der kurzen Zeit ihres Bestehens das Bestreben an den Tag gelegt hat, den Hoffnungen, die auf Gründung der ersten Loge in Bayern gesetzt wurden, nach Möglichkeit gerecht zu werden. Hoffen wir, dass es uns recht oft vergönnt sein möge, zu berichten, dass auch künftighin unser Streben von Erfolg begleitet Wird. An gutem Willen soll und wird es nicht fehlen. Der nächste Bericht erscheint in den ersten Tagen des Dezember er. Buchtfruckerei Max Cohn (Inh. A. M. Brodacz), Berlin NO., Kaiserstr. 41.

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