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Bericht der Großloge für Deutschland · 1898-10-01 · Nr. 6 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1898
Issue
Nr. 6 - Oktober
Date
1898-10-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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62 — Auch das Beschenkungs-Comite hat bereits seine Arbeiten aufgenommen, im vorigen Jahre war das Comit In der glücklichen Lage, eine sehr grosse Anzahl armer .Kinder zu bekleiden und zu bewirthen, möge dies im gegen wärtigenTermine in noch grösserem Maasse geschehen können Das Kuratorium für Knaben-Handfertigkeits-Unter rieht beginnt seine Kurse am 18. October; Die günstigen in den Vorjahren erzielten Resultate liessen eine Ausdehnung wünschenswerth erscheinen! und so wurde auf Anregung unseres Br. Tuch beschlossen, als Vorstufe zur Papparbeit und Kerbschnitzarbeit noch die Thonarbeit einzuführen; auch wurde für das Frühjahr die Einrichtung von Jugendspielen vorgesehen. Zur Durchführung dieser Aufgaben bedarf es grösserer Mittel, als solche momentan dem Comite zur Ver fügung stehen und hoffen wir, dass uns von Seiten unserer und auswärtiger BBr. Spenden für diesen Zweck noch zu gehen werden. * Die Hebung des Logenbesuchs ist eine Frage, die wohl in keiner Loge von der Tages-Ordnung verschwindet dies glauben wir auch aus dem Artikel des Br. Dr. Staadecker entnehmen > zu können. Da sie nun einmal in den Monats berichten angeschnitten ist, so dürfte sie unseres Erachtens nicht wieder verschwinden, sie müsste vielmehr Gegenstand unausgesetzter Erörterung sein. Bei dieser Erörterung muss aber nicht nur in's Auge gefasst werden die Hebung des Besuches in den einzelnen Logen, sondern es muss auch der Verkehr der Logen miteinander in die Berathungen mit hineingezogen werden. Es ist seitens unserer Loge vor einigen Jahren ein gemeinschaftlicher Besuch der Zion-Loge in Hannover vorgenommen worden; wir trafen nach vorheriger Anmeldung an einem Sonntage in Hannover ein, besuchten und besichtigten die Erziehungsanstalt Ahlem und fanden uns zu einer gemeinschaftlichen Sitzungim Lokale der Zion Loge zusammen. Wohl sämmtliche Mitglieder der Zion- Loge waren anwesend und es wurde die Propagandafrage zum Gegenstand der Berathungen gemacht. Der Eindruck, den der. Besuch in Hannover auf unsere hiesigen Theilnehmer gemacht hat, wird ein unvergesslicher bleiben. Leider ist uns die Zion-Loge bis heute" den Gegenbesuch schuldig geblieben. Es kam alsdann die Institution der Districts-Deputirten, über welche seiner Zeit* Erhebungen der Grossloge stattgefunden haben. Wir waren in der Lage, aus den Erfahrungen, die wir mit dieser Einrichtung sowohl aus eigener Anschauung gelegentlich des Besuches des Br. Junkermann bei uns, als auch aus Mittheilungen unseres würd. Expräs. Br. Tuch in seiner Eigenschaft als Districtsdeputirter, gemacht haben, uns für Beibehaltung der Institution zu erklären, es "hat aber ein weiterer Besuch eines Deputirten nicht stattgefunden. Es wurde aber beschlossen, die General-Comite-Sitzungen in verschiedenen Städten stattfinden zu-lassen, das wäre eine Einrichtung, die eminent zur Hebung des Logenlebens beitragen würde. Genau wie gelegentlich des gemeinschaftlichen Besuches in Hannover müsste nach Beendigung der Sitzung des General-C01. . .-S die Loge des betreffenden Ortes eine Sitzung veranstalten, in welcher das General-Comite in corpore zu erscheinen hätte und in welcher alsdann allgemeine, das gesammte Logenleben betreffende Fragen zur Verhandlung gelangen. Solche Sitzungen werden unbedingt zur Hebung des Logenbesuches beitragen und die BBr. und Logen, einander näher bringen. . I- S ' J ' ". " Victoria-Loge in Görlitz. Mit dem Beginn des September haben wir unsere regelmässigen Sitzungen nach den Ferien wieder aufgenommen; die zumeist noch warme Witterung jedoch, sowie die Abwesenheit einiger ständiger Besucher unserer Arbeitsabende verhinderten eine lebhafte Thätigkeit. Immerhin waren 30 % unserer Brüder bei den Sitzungen anwesend. Wir bewilligten für die galizischen nothleidenden Glaubensgenossen Mk. 100,—," besprachen ferner die in die Wege zu leitende Propaganda zur Gründung einer Loge in Liegnitz, wobei sich leider die Schwierigkeit, dieses Werk zum Gelingen zu bringen, immer mehr herausstellte. Das Haupthinderniss besteht darin, dass dort die gesesellschaftlichen Rangunterschiede zu sehr in den Vordergrund gestellt werden, dieselben zu überbrücken, wäre eine dankbare Aufgabe und es wird unsererseits Alles geschehen, um eine genügende Anzahl geeigneter Herren dort zur Gründung einer Loge zu gewinnen. Zu interessanten Debatten führte in der letzten Sitzung der Antrag, die Loge möchte Vortragsabende über jüdische Litteratur veranstalten, zu diesen Schüler aus höheren Klassen, sowie junge Leute-einladen und auf diese Weise das Interesse für das Judenthum wach halten, um so den Indifferentismus, dem oft die Fahnenflucht folge, zu besiegen. Dass die Tendenz des Antrages .ein Ziel, aufs Innigste zu wünschen* sei, wurde allseitig anerkannt, bei der beschränkten Anzahl uns zur Verfügung stehender Redner wird die Ausführung aber grosse Schwierigkeiten bieten, wir wollen die Angelegenheit jedoch im Auge behalten und haben vorläufig beschlossen, so bald wie möglich einen solchen Vortragsabend versuchsweise zu veranstalten und zu diesem jüdische junge Leute und Schüler einzuladen. . <. Anhalt-Loge in Dessau eröffnete am (.1. d. Mts. ihre Sitzungen nach den Ferien und zwar in ganz be-/ sonders feierlicher Weise. Sie verband nämlich mit der Wiedereröffnung die Weihe ihrer neuen Logenhalle, sowie die Einführung zweier Kandidaten, der Rechtsanwälte Dr. Cohn und Dr. Marcus, beides Söhne von Brüdern der Anhalt-Loge. Zu dem Festakt hatten die durch die künftigen Logentage enger verbundenen Schwesterlogen Delegirte entsandt: von der Germania-Loge , war Br. Dr. Oppenheimer mit mehreren Brüdern, von der Mendelssohn-Loge Br. Steinhardt erschienen, während der Delegirte der Berend Lehmann-Loge zuletzt noch an der Theilnahme verhindert wurde. Um die Weihe noch besonders eindrucksvoll zu gestalten, hatten Brüder der Anhalt-Loge ein herrliches Bild des Landesfürsten für die neue Halle gestiftet. Der w. Präsident Br. Dr. Freudenthal führte zuerst in feierichster Weise die beiden Kandidaten ein und ergriff dann das Wort zu folgender Weiherede: Ein feierlicher Augenblick ist es, der unsere Herzen höher schlagen und unsere Empfindungen mächtiger sich regen lässt als sonst, ein Augenblick, der bedeutsam ist mehr durch das, was hinter ihm und vor ihm liegt, als durch die kurze Spanne Zeit, die ihn umschliesst. Was hinter uns liegt, rückwärts hinter dieser frohen Stunde, das ist die Geschichte weniger, aber für uns doppelt zählender Jahre, und was vor uns liegt, vorwärts in der Zukunft, es scheint uns umsäumt trotz alles Dunkels vom

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