Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 6 - Oktober
- Date
- 1898-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BERLIN, im Oktober 1898. No. 6. Bericht der Grossloge für U. O. B. B. 1 ] 1., ,——, .•...•;.;>.„•« Nachdruck sämmtlicher Artikel aus diesen Berichten, verboten. Fernsprecher: D. VVolff, VI, No. 4619, Wilhelmstrasse 118. Zum Vorschlage des Br. Dr. Staadecker die Logen-Sitzungen allgemein Sonntags abzuhalten. Hierzu wird uns geschrieben: L Auf den Vbrschlag des Br. Staadecker-einzugeben halte ich nicht für zweckmässig und glaube auch nicht, dass durch die Wahl des christlichen oder sagen wir politischen Ruhetages allein, der Besuch der Logen gesteigert würijle Ganz abgesehen davon, dass eine Reihe von BBr. (Jen Sonntag-Vormittag zu Bureau-Arbeiten benutzen müssen (z. B. alle diejenigen, welche am Sonnabend ihre Geschäfte ge schlössen haben oder, wie der Verfasser dieses, den Sonntag- Vormittag als „Amtstag" eingeführt haben, um den Sabbath frei zu haben) und den Sonntag-Nachmittag Familien-Aus flügeh und ähnlichen Erholungs- und Vergnügungszwecken zu widmen gewohnt sind, kann ich auch nicht einsehen, wfas eine solche Centralisirung der Logenfeier Gutes bewirken soll? — Br. Staadecker meint, dass die Logenabende von „festtäglicher" Stimmung beherrscht wären, wenn sie am Sonntag stattfänden, ich .finde aber, dass, wenn wirklich BBr existiren sollten, welche, trotzdem sie Juden sind und bleihen wollen, durch den Sonntag allein besonders festlich gestimmt werden, gerade die Bn.-Br.-Logen nicht berufen sein dürften, solche unjüdische Schwärmerei zu unterstützen sondern dieselbe im Gegentheil dahin zu wirken bestre bt seih sollten, in den BBr. die Fest- und Feiertags-Stimmung für den jüdischen Sabbath zu wecken. — Die Feiertagsstimmung und das Bewusstsein, dass am Sonntag auch unsere christlichen Mitbürger „feiern" (tr.fft übrigens bei Vielen derselben garnicht zu), kann unmöglich einen Bruder, werin er sonst für den Logengedanken eingenommen ist, zu fleissigerem Besuche animiren und gar der Gedanke, bei unsern christlichen Mitbürgern durch die ,Sonntags-Loge" guten Eindruck zu machen,- den halte ich geradezu für thatsächlich unrichtig und im Sinne c es Logengedankens für unzulässig. ) Die Pflege des idealen Gedankens muss in ganz anderer Weise, ich möchte beinahe sagen, in materieller Weise, d. h. durch unsere Thaten geschehen: ich würde es z. B. für viel praktischer halten, wenn ein Bruder, welcher schon jahrelang im Logenleben thätig war, für die einzelnen Logen eine detaillirte Anleitung zur praktischen Arbeit auf dorn grossen Arbeitsfeld ^der Loge, ausarbeiten würde, durch welche das Interesse und das Verständniss für die Deüil- Arbeit erweckt würde. Der Logengedanke, das Logen-Ideal ist in Wort und Schrift so oft propagirt worden,, dass die BBr. darüber nicjht mehr im Zweifel sein können, allein über die Art, wie das Ideal im Einzelnen praktisch , verwirklicht werden kann und soll, wie es theilweise schon verwirklicht wurde, ist noch viel zu wenig mitgetheilt worden. Die Phraseologie möge zurücktreten zu Gunsten der wirklichen praktischen Arbeit, dann wfrd der Besuch der Logen .sicher nicht abnehmen, weil ^der einzelne Bruder: berufen und verpflichtet ist, an dieser sogen. .Klein-Arbeit" 'Theil zu'nehmen. Ich bin also, um zu scBliessen, für „Decentralisation", halte den Gedanken, die "Logenabende alle an demselben Tage und namentlich an eirferrr Sonntag'zu feiern für unzweckmässig, ja sogar für gefährlich* und stimme nur darin mit meinem Freunde Br. St. überein, dass auch ich Logen- Brüder, welche meinen, mit der Zahlung ihrer Beiträge ihrer. Pflicht Genüge geleistet zu haben, in mehrfacher Beziehung für einen nachhaltigen Schaden für die Logen halte. 4 ', . . Dr. Friedberg, Präs. der Carl Friedrich-Loge. TL Durch die Anregung des würd. Expräsidenten Br. Dr. Staadecker und auf Wunsch des Redactions-Cömitcs fühle auch ich mich ermuthigft meine Ansicht über diesen Gegenstand zu äussern. ... Seit 11 Jahren Mitglied der Henry Jones-Loge zähle ich mich ohne Ueberhebung zu den eifrigsten Besuchern der Logensitzungen, denn während dieser Zeit fehlte ich nur, durch Krankheit verhindert, an, CkSitz!ungen. Wenn an sich dies schon ein Beweis dafür wäre, dass ich mich mit Lust und Interesse an den Arbeiten der Loge betheilige, so will ich doch hinzufügen, dass ich dem Cbmitc für innere Pro-; paganda angehöre von dem Tage an, - an welchem dieses. Comitc geschaffen,- auch dort bin ich nicht einer der Lässigen. In den ComiU'sitzungfen beschäftigte uns vorwiegend die- Frage: „Wie und auf welche; Weise'heben wir den Logen? besuch?" Manch anscheinend guter und manch undurchführbarer Antrag wurde eingebracht, und, zu den letzteren zähle ich auch den Vorschlag des Br. Dr, Staadecker im Grosslogenbericht No. 5 vom August 1898. .Alle Logen des- Districts sollen ihre Sitzungen am Sonntage abhalten!" Hat der würd. Expräsident garnicht - in Erwägung gezogen, dass die BBr. Bekannte und Freunde .haben, die nicht zur Loge gehören und mit denen sie gerne verkehren möchten, dass ihnen, dazu niir der Sonntag bleibt? Dass <