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Bericht der Großloge für Deutschland · 1895-12-01 · Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1895
Issue
Dezember
Date
1895-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 63 — vielfach diese Sehe überwog und Zauberei, Götzendienst und Wahrsagerei empor wucherten. Einen phantastischeren Character als die chinesische Reichsreligion hat der später vom Buddhismus besonders stark beeinflusste japanische Shintoismus mit seiner götterreichen Mythologie, den Gottheiten himmlischen und irdischen "Geschlechtes, den Märchen und Sagen, in denen die Phantasie zügellos sich ergeht. Reiche» Religionen von oft grossartiger Tiefe und Schönheit hat Indien hervorgebracht, das Land, das heute noch den Schauplatz imposanter Bewegung auf religiösem Gebiete abgiebt. Die indische Religionsgeschichte die sich in die Perioden des Vedismus, Brahmaismus. Buddhismus, Jainismus und Hinduismus gliedert, zeigt uns ein vielbewegJes Auf und Nieder von reifsten religionsphilosophischen Ideen und primitiver Naturanbetung, Vergöttlichung der Elemente, Naturerscheinungen und Kräfte. Der rege dem Mysteriösen geneigte Brahmanengeist spielt in geistreichem Natursinn mit Formulirung von Begriffen der Substanz, der Weltseele, des Schöpfungsprincips. In. dem Gefühle von der-Einheit der Welt nimmt er einen Anlauf zu einer, wenn auch flüssigen Vorstellung vom höchsten Gott und YVeltschöpfer im Wechsel mit allerlei anderen Gottheitsvorstellungen Neben Brahma als -das grosse Eine, das sich dann wiederum in eine dreifache Gottheit spaltet, entstehen und vergehen zwischendurch Götter und Gottheiten in reicher Fülle. Als Opposition gegen ein geistig gesunkenes in hochmüthige Priesterwirthschaft verfallendes Brahmanenthum, das schliesslich eine unerträgliche ask tische Menschenquälerei, einen menschentrennenden Kas engeist und einen ungeheueren Ceremonialdienst geschaffen hatte, erblühte im sechsten Jahrhundert vor Chr. der Buddhismus. .Ergriffen vop dem Elende der Menschen, in der Erkenntniss der Nichtigkeit und Vergänglichkeit des Lebens, hatte der indische Königssohn Buddha, wie man ihn später nannte, Krone und Prunk von sich geworfen, um als Einsiedler die Wahrheit zu ergründen, die Uebel des Daseins [zu erforschen und der Menschheit Heil und Hülfe zu suchen. Er trat der Brahmanischen Engherzigkeit entgegen machte Front gegen die Privilegien-Auswüchse der allmächtigen Priestersekte und. predigte Menschengleichheit. Er hob den ganzen Gotteshimmel Brahmas auf, an Stelle von Opfern und Dogmen trat eine dem gesammten Volke zugänglich gemachte Sittenlehre der Menschenliebe und des Wohlwollens. Die Seelenwanderung blieb als der Weg, den alles Menschenmaterial zu seiner Läuterung durchzumachen habe, bestehen. Im Gegensätze zur bisherigen Brahmanischen Selbstpeinigung und schweren Kastciunjg und Ablötung lehrte Buddha die Selbstüberwindung, die» Bändigung der Instincte an Stelle ihrer gewaltsamen Niederringung. Buddha stellte die Erlösung vom Leide des Daseins ohne Gott in Aussicht, die Erlösung aus sich selbst in der gründlichen Verneinung der Persönlichkeit, das Verlöschen und Verwehen des Ich bis zum Aufgehen in Nirwana, in den Zustand vollendeter Wunschlosigkeit. Der Buddhismus, der bald, über Indien, China und Japan hinaus an Ausbreitung gewann, zählt beute etwa den vierten Theil der ganzen Menschheit zu seilen Bekennern und spaltete sich bald in unzähligevSondersekten und Schulen, die theilweise auch schnell bei der Vergötterung des Stifters . angelangt waren. Ungefähr um /dieselbe Zeit.mit Buddha in Indien erstand in Persien der etwas legendäre Religionsstifter Zbroaster oder Zarathustra. , , ' ■ . .*. . --^ : > Die avestische Religion knüpft an den Kampf des Urbösen mit dem Urguten an Der Mensch hat sich an den Kämpfen zwischen den Reichen; ßes Lichtes und der Finsterniss zu betheiligen und .durch Erstrebung grösster Reinheit an Seele und Leib dem Principe des Güten zum, Siege zu verhelfen. Die- Ewigkeit ist als Ausgangspunkt alles Seins symbohsirt, und die vielgestaltige Schöpfungsgeschichte, die siaj^uf. irnmer neue Anfänge-der Menschheit vertheilt, reicht trotz des götterreiehen Pantheons fast an einen höchsten Schöpfer, be.ran. Dieavestische Religion rs^ ein Naturkultus ohne Tempel; : es werden die-Elemente verehrt und besonders dem -Feuer geopfert; ihre Mythologie „ erzähl* von Paradies und Hölle., kennt einen dreifachen; Messias, lässt durch Versündigung, des ersten Menschen den Tod auf die Erde kommen und lehrt die Auferstehung der Todlen. Unverkennbar haben hier semitische Elemente eine stark beeinflussende Rolle gespielt, -wie denn 'die historischen Beziehungen zwischen den'Juden und den Persern eine religiöse Wechselwirkung begreiflich: machen. Die später vom Islam aus Persien hinausgedrängte und in-tbrpfl Resten nach j Indien versprengte Religion , 2nroasters. nimmt mit ihrer ethischen Tendenz, nach1 guten Gedanken, AVorten und Thaten zu streben, eine relativ hohe Stelle ein" in der Geschichte der Religionen. . '*. >■ \ Das sind die hauptsächlichsten Religionen, | die heute noch eine grössere Gefolgenschaff an Gläubigen aufzuweisen haben, und die auch auf dem Congresse die, Führung hatten. Es giebt daneben eine Anzahl weiterer aber weniger wichtiger Glaubensbekenntnisse und die todten" Religionen der Egypter, Römer, Griechen etc. haben für uns hier kein augenblickliches Interesse. _;'• , (Schluas. folgt.) 73. Sitzung des General-Comites tter Grossloge für Deutschland VIII. Berlin, den 8. Dezember 1895. Der Präsident eröffnet bei Abwesenheit der Brüder Tiemehdorfer. Be'rgel.ETiel.Bial, Rosens'tiel. Blaschke, Dr. Wolff. Dr. Mann. Haigen-und Jbachj.m um 101/, Uhr V. M. die Sitzung; die fehlenden "Brüder Plotke, Tuch, Mayer und Stein werden enTschuldigt. * Punkt I der Tagesordnung;. Organisation unserer Gerichtsbarkeil. Der Aufforderung, an die Logen, sich über diese Frage zu äussern, sind nur drei Logen nachgekommen, dagege» hat das Appellationsgericht, vom -Präs; Br. Dr. Maretzki zur Erstattung eines . Gutachtens aufgefordert, sich wie folgt geäussert: „Es erscheint wünschensw'erth. ein Gericht zu schaffen welchem die' Entscheidung in folgenden Sachen zustehen soll: . ',

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