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Bericht der Großloge für Deutschland · 1895-05-01 · Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1895
Issue
Mai
Date
1895-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Wir dürfen wpW mit Recht voraussetzen, dass wie-in früheren Jahren' so 'auch jetzt wieder ähnliche Arrangements in Colbergr Kissingen. Norderney etc. etc. werden getroffen werden und bleiben wir diesbetreffende Mittheilungen gern erwartend. '■■ In unserem Lögenverzeichniss hat sich zu unserm Bedauern ein Irrthum eingeschlichen: Die Friedrich- Loge in Heidelberg hält ihre Sitzungen Dienstag, Abend 8" i Uhr, ab, nicht Donnerstag, wie versehendlich im Verzeichnis» angeführt. .•*** . ■ ■«■ Tür das Schaar-Zion - Hospital in Jaffa* sind folgende Spenden bei uns eingegangen: von der Allemama - Loge .... Mk. 20r— ■ r „ Frankfurtr „ . •. . . „ ">0,— „; Humanitas- „•.... „ 30,- 4 , , / Zionr ' ■ . V ...... 30,— . Rhenus- ' ■ „ .... „ 3o,— * ' C Fraternitasr . .- . . ■ „ ö<~»,— t *•"*'* fc* j „ „_ Friedrich- „ . ~>o,— 1 Berend-Lehmann-Loge . •. „ ,">o,—. „ l'nitas- .. «-.„:.; . .' „ 30,— , Victoria- , ■. . - „ 3°.- zusammen Mk. 37ü. — I >a weitere Eingänge wohl kaum zu erwarten sind, so .werden ivir diesen Itetrag nunmehr an das Hospital abführen. Es daojf nicht unerwähnt bleiben, dass eine Anzahl Logen unseres Distrikts ihre Spenden direct nach Jaffa abschickten und wir'verfehlen nicht,..alten Logen, die unserem Aufrufe zu Gunsten des Hospitals entsprochen haben, auch an dieser Stelle unseren Dank abzustatten. Freie Israelitische Vereinigung. . Hamburg. 6. Mai 1895. (Eig. Mitth.) Gestern fand hier dieterste TaguDg dey „Freien israelitischen Vereinigung ■'stau, zu welcher vor einiger Zeit durch die Herren: Dr. Paul A1 e x a n d e r - K-a t z, Dr. Gustav Karpeles, Dr. M a r e t z k i. Rechtsanwalt Timendorfer (Berlin), Dr. M. J. B o d e n h e i m e r - Köln Dr. J.» Cohen, Dr. Max Cohen, Herrn. G u m p e r t zl S. M Nathan, Jacob Reis. Dr. Hermann. S a m s o n, Gustav Tuch (Hamburg) und Rechtsanwalt Julius P1 o t k e - Frankfurt a M. die Einladungen ergangen waren In dem Einladungsschreiben, das bei dieser ersten, noch nicht ausreichend vorbereiteten Zusammenkunft nur an eine .beschränkte Anzahl von Personen ergehen konnte, hiess es: „Die freie Vereinigung *wird sich von allen politischen Bestrebungen fernhaljen. Sie soll solche Fragen in den Bereich ihrer Erörterungen ziehen, die allgemeine ethische und soziale Aufgaben, der Judenheit betreffen; sie soll wohlwollende Gesinnung fördern und sich; in den Dienst der Ideale des Menschenthums stellen. — Die freie Vereinigung soll in Zukunft eine Wanderversammlung sein, die von Jahr zu Jahr abwechselnd in verschiedenen Grossstädten sich ihren Berathungen widmen wird. Von der Pflege persönlicher Beziehungen, die dadurch unter Angehörigen aus Nord und Süd, Ost und West herbeigeführt wird, darf mit Fug die Stärkung der Widerstandskraft zum Schutze unserer höchsten sittlichen Güter, die Aufrichtung, Erziehung und Selbstbildung unserer Stammesgenossen, die gegenseitige Würdigung und Verständigung erwartet werden. — Das Etgebniss der/aurch Referenten und Correferenten vorzubereitenden, "jedesmaligen Verhandlungen soll in Form von Resolutionen zusammengefasst werden. — Auf die Tagesordnung der diesjährigen Zusammenkunft sind zurfächst; l) Jüdische Colonieen, 2) Problem der ethischen Bewegung gesetzt worden. — Die Judenheit weist jedes Machtgelüste und jede materielle Bestrebung, die in dem Zusammentritt israelitischer Männer erblickt werden könnte, von sich. Um so entschiedener darf sie sich einem Zusammenschluss widmen, der auf alfgemeine Wohlfahrtsinteres'sen und auf die höchsten idealen Güter abzielt." In Folge dieser Berufung erschienen zu der Nachmittags 4',2 Uhr im Hamburger Hof eröffneten Versammlung nich' nur eine grosse Anzahl bekannter, einflussreicher hiesiger, sondern auch sehr viele berufene, um die Judenheit hochverdiente auswärtige Herren. Die Theilnehmer," welche sich aus ganz Deutschland zusammengefunden hatten, zählten nach mehreren Hunderten. Nachdem Herr Gustav Tuch- Hamburg die Verhandlungen mit einer begrüssenden Ansprache, in welcherdasProgramm, wie es indem VorerwähntenSchreiben kurz angedeutet ist, näher ausgeführt wurde, eingeleitet hatte, wurde zur Bildung des Büreaus geschritten, welches sich aus folgenden Herren zusammensetzte: Dr. med. Piza- Hamburg, Vorsitzender, Dr. med. M a r e t z k i - Berlin, Herrn. G u m pe r t z-Hamburg, stellvertretende Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. H. S a m s o n - Hamburg, D. W o 1 ff - Berlin, Schriftführer. Aus der stattlichen Zahl von Zustimmungs- Erklärungen,Beglückwünschungs-Schreiben und-Telegrammen gelangten einige zur Verlesung. Auf Veranlassung des Vorsitzenden beschloss die Versammlung, den zweiten Punkt der Tagesordnung: „Problem der ethischen Bewegung" vorweg zu nehmen, weil der" Vortrag des Referenten über die Bedeutung der „Freien Vereinigung'' gründlich zu orientieren geeignet sei. Dieses Referitt erstattete Herr Gustav T u c h - Hamburg, welcher in fünf viertelstündiger Rede Begriff und Inhalt des Problems dy ethischen Bewegung nähe ^erläuterte, die Ethik. der verschiedenen Religionen in Theorie und Praxis geschichtlich vorführte, die Besonderheiten der jüdischen Sozial-Ethik; kennzeichnete, sodann die materialistische Weltanschauung und ihre Wirkungen im praktischen Leben, die Stellungnahme der Naturforschung, die monistischen Bestrebungen, die christlich-soziale Bewegung der Neuzeit nach ihren verschiedenen Richtungen, einschliesslich des Auftretens des Herrn v. E g i d y, und das Wesen der „Gesellschaft für ethische Kultur: schilderte, um mit einer Klarlegung der für das Judenthum bestehenden ethischen Aufgaben zu schliessen. Dem geistvollen Redner lohnte reicher Beifall Die vom Vorsitzenden hierauf eingeleitete Geschäftsordnungs - Debatte veranlasste Herrn Dr. L ei mdö r fe r - Hamburg, in längerer, sehr beifällig aufgenommener Rede, in der er „zur Ethik durch Einheit und zur Einheit durch Ethik" mahnte, zu bean-

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