Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1895
- Issue
- März
- Date
- 1895-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN, im März i8g5. Bericht der Grossloge für u. o. B. B. X a c lid r uck s äim m 11 i c Ii er A r t i k ei a u s dies e.n Ö e t i £ l.i r o n 'A.o'.tj?- Fernsprecher: I>. WotfT» IV, No. MMö, Lindenstrasse 15A " I : J Z>ÄÜ9 Pfrfojdfaf-Smr&toti tfei" OrossJoge befindet sich im Logeiihause S.W. Wilhelmstrasse No. 118W Das Wasser. , . \ Von Silberstein, Breslau.') Es maciit einen schauerlich geheimnissvollcn Eindruck auf das menschliche Gemüth. wenn wir uns-in den I'Tbeginn der Schöpfung zurückversetzen und uns das in so dunkelen Farben gemalte Bild zu veranschaulichen suchen: .Die Erde war wüste und leer., und es war finster auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte auf. dem Wasser. Denselben unergründlichen Inhalt hat aüch das W ort •„Narayana" .- der Geist (iottes. der auf dem Wasser schwebt2) —, und die Hindus glauben, dass. nachdem die Seele aller Wesen -t Gott— in Ihren Gedanken beschlossen halte, aus ihrer, Substanz die verschiedenen Geschöpfe hervorbringen zu lassen, sie zuerst das Wasser erzeugte, in welches sie einen Samen legte, aus welchem alles hervorging.1) — . . , Auch die Aegypter glauben41. dass alles untereinander vermischt war. was man jetzt Himmel und Erde nennt, und dass erst später eine Sonderüng entstand. Die Liclit- und Feuermaterie erhob sich durch ihre Leichtigkeit: "das Grobe.' Schlammige und Irdische setzte sich durch seine Schwere, dann sonderte sich das Wasser von der lüde, und die noch immer feuchte Erde wurde von der Sonne erwärmt und beschwängert. Daraus erklären sie den l'rsprung der Thiere. ebenso wie sie meinen, dass aus dem Schlamme. des ausgetretenen Xils vermittelst Wärme und Fäulniss sich Gewürm erzeuge. . Nach dem Zendawesta gehört das Wasser mit unter den Ursamen aller Wesen Das reinste Himmelswasser ist vor Ormuzd's Thron: es ist seine heilige und geliebte Tochter, es belebt die ganze Natur, reinigt die Körper der Geschöpfe, giebt ihnen Nahrungssaft, Mark und Kraft, erneuert die Wesen ') Aus oiner demnächst zu erscheinenden grosseren Arbeit des Verfawera Uber ..Die Verwandtschaft der Religionen. D. R. -) M .nn 1, 10. »> ibid. 9. —; „ 4) Philo, Leben Mosis 1; 96, und Diodorus. hlstor.Bibliothek I, "., Fernsprecher: \:Jinf 0\ Xo. 4'619. und 'giebt I eberlluss aller Ärfe' '-■■'Ks. ist also; wie Keuer und Licht, Symbol alles Gufen. :Su'w.iv das Feuer'alle Geschöpfe durchdringt und in allen'.ScIiOplungen Wirkungen des Lebeiis äussert, so auch;^das" Wässer^, wciciresden Lebenssaft allor Menschen. Thiere und i'flahzeij enthält.'). - v 1 Dieser Gedanke vniv (ler Wichtigkeit>d.es Wassers hat sich wie ein rother Fäd.en düf.ch. ilie Geschichte a%r Nationen und Zeiten gezogen': ernsle....lie(e Cenker haben sich eingehend mit demselben besclu!'ijgt.*-sup)iteti" .und ^sücherf noch zu beweisen, was man ■frühermir -geahnt.- urftl nach den Eri ' ■» ■» ■ ' ■ •* ' : - ># ■ ■ gebnissen der neuesten: Xatui f<)rschiyjgen isU die Zahl der "' ' . " *-* -^f ' ' Anhänger dieses Gedankens unbedingt; .grösser als je. Man. ist überzeugt, dass •mit de'm -Auftreten r"des Wassers . sich organisches Leben entwickelt, 4de1tfc_mit der Entstellung der einzelnen 'Erdsclrieihten.- sehen.- wir.'-eine' allmidige und langsam aufsteigende Entivickelung der. .Pllanzeri- und Thierwelt entstellen. ,Mit der Iintwickclung-der/Pflanzenwelt entstehen zuerst Pflanzenfresser,-''darin •!folgen... ifiei.sclififesser. In 3er Alluvialschicht. aufwe.lcher zuerst menschliches Leben möglich wurde, tritt erst der' McrisCh. auf.r-l' \ Das ist.die Stimmig der "Wissenschaft, die zur Vernunft spricht, aber damit hat.! die'* geösSe. Menge nichts zu schaffen, und wir müssen mit ihr dörtltin zurückkehren, wo ihr die Religion die Thore geöffnet haf. um sie'sicher durch s Leben zu führen, sie vor Straucheln m bexvah'ren. ihr ein Tröster in trüben Stunden-^zu. sejrii . mdem sieihr das verlockende Bild der Hoffnung, vor Aügeh.. hält. .1 Welches Gefühl der Yerw'ihideT.urig^und des Erstaunens muss in die Brust des. ersten Menschen eingezogen sein über den Zauber und die Gewalt'des Wasfcejcs, als'er im klaren Spiegel desselben tief .unten das-IJclit.der Sonne und nehen seinem eigenen Bilde das TUW seiner Lebensgefährtin -entdeckte! W'je wunderbar muss es ihn .berührt haben1;- in dunkler Nacht den bleichen- Mond und die Myriaden blinkender Sterne, ebenso wie' am Himmelszelt, so: auch tief' unten im Was|ser zu sehen! *'. *A '• ■?' *. ■'.. .' ' Ii M Kleuker, Lehrbegrifl' der alten P<\rs<>r 4!».. Yerdidad, "21 Fnrgard. äi Büchner. Kraft und Stoff. *:v- ... ',♦ '■ '• '-. :.• '''"'■ "' ..'. ■ -■ i.-*-.•:••:•/ . v.r. -. <;'.■ ■ '-■ . .'