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Bericht der Großloge für Deutschland · 1894-10-01 · October · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1894
Issue
October
Date
1894-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BERLIN, im October 1894 U..O. B B X a c h il r u c'k s ä m m l I i cm e r A r t ik et a)ü s <S i e? e n,' ß e r-j f' h;» y e r b.o'jscn. * ■ ✓ . _7 ,- A*; : "*!' ^> T" * ■ " . „; * ■ 1 i ' '% 1. -_ *: '. - - Fernsprecher: I). Wölfl!, IV, Na. 3035. Lindenstrasse 15. .,' Benevoleuec Der oberste Grundsatz unserer Vereinigung ist .benevolence-. Dies ist-mehr als Wohlthätigkeit. das ist Wohlrau sdii wahre wollen. Herzen stg ü t e -Setzung für \V o h 11 Ii u n. Wo Ii i w o 11 e n d u n d g ü t i gs o 11 e n wir s. ein. — Wohlwollend ist. nicht ein Ausdruck des Temperaments, sondern die Frucht eigener, verantwortlicher Erziehung, der Erfolg einer bewussten, gewollten Veredelung des Gomüths. Seinen W i l*'l e n so zu bilden, sich durch fortwährende Schulung des eigenen Wesens Zü. solcher - Höbe der Auffassung zu bringen, sein Gemüth derart zu vervollkommnen dass der W Nie stets a u f. da s. G h t e . d a s G ü t i g e gerichtet sei. das ist dasErste, was unsere Brüderschaft * von uns fordert. - Es ist keine Leistung, gütig Ai sein gegen denjenigen, 'der mir Wohlwollen zeigt oder gegen denjenigen, der mir Gutes erweist. Liebe erzeugt Gegenliebe, das W ohlwollen Anderer bringt nothwendig in unserer Brüst* die gleiche Empfindung hervor, wenn nicht Härte- und Verstocktheit darin wohnt. Wohlwollend aber zu bleiben IVrsopen oder Klassen von l'ensohen gegenüber, welche gegen uns gleichgüllig sind, oder welche uns übefwollen. oder welche noch stärkere, liässlichere liefühl.säusserungen. gar-Hass oder Verachtung uns entgegenbringen, — darin zeigt sich die Bildung des Charakters, die wir anstreben. — Das ist sieht leicht! Das erfordert zunächst Einsicht in die .Verhältnisse. Xichts. was ist, tritt ohne bewirkende Ursache ein. Nach den Ursachen müssen wir fprschen auch der Dinge, die hasslich in die Erscheinung treten.' wir müssen die Verhältnisse um uns verstehen lernen, - „Alles versfeherl. ist Alles verzeihen-. Hegreifen wir die Schwächen, die .Fehler Anderer, kennen wir deren Ursachen, so schwindet gar häutig auch der Anlass zu herbem Tadel zu harter Verurtheilung. Es war von jeher eine tiefe sittliche Forderung unserer Religion, — dasst wir bei schweren Schicksalen, welche den Einzelnen wie unsere1 Gemeinschaft trafen, zunächst zu eigener gewissenhafter Selbstprüfung kommen mussten: Wie wajr unser eigenes Verhalten, wie war unser eigenes Leben? Haben wir Gott die' Treue gehalten, haben wir den Menschen die Liebe gewährt.^ die wir ihnen schulden? Schichsateschläge führten - immer zur Läuterung, zur Vervollkommnung, sie waren Gewitter, welche die Luft reinigten, aus. welcher unsere Seele den leDenerhaltenden Athem gewonnen hat. — Dem Bedrückte Wesens., gekehrten Hasse* aber trat von unserer S.'-;V nichf-Hnss-entgegen\ Verachtung, vergalten wir nicht mit'\'oraclr.tuiig.- Das "'stille, schmerzlfclx Lächeln des "Bruders -'und. Dulders 'war auf den Lippen unsens alten Israel .gegenüber,allem Wnhn. allem Aberwitz und allen \ et folguhgen! 'W'entv die Gemeinde Israels um Vergebung für. \Vrfeh1ungyn'. gegen das, göttliche Wahre, tleiite. — jahruu-. Mlitvhi, ■ '•so erflehte s;ie«-di'e Versöhnung nicht nur für sn Ii: Aergebcn sei: der ganzen Gemeinde der Kinder Israels, w i e k e in. N i c h t j u d e n'i der mit ihnen .wohnt. dennifHV> r.V-£l-k wandelt i n ' -fr rthu m!" - Ifrthum. VWseheri.Werurungdes menschliclien las sah der-T.Vutik'r . als Ursache des gegen ihn m: '-. nicht Kochel' sondern V e 1 *g e b u h g / . i. . .';; -v erflehte er tür den ' ehelmäter:->V*■ - ' . '- ■. ,?*.■■; .{'.' °.- - ■ - ■ ■ «.- . '• vi ptl,Ist:i'el vi:b'li-in'mst-er; trübster Zeit Gemeinschaft die Tiigi-nid des-.Wohlwnlrens. — so erzog unsere Religion in dem.T'.iiv,eln'en den Sinn für Güte* . .. Als im Jiiister.sten .Uiv^dalteV. ^unr jrhy .Mitte des (dreizehnten Jahrhunderts, unsere Kehre, geschmäht wurde, wie heute, der blindestu 1 las- «CO« über unsere Vorfahren. ergnsS. wie heute gegen uns -'als .S'+.AVägeÄ '•"Inif. Exemplaren des damnls in gleicher,[Wvfse und'. Tüift ..gleichem Unrecht, wie heute verfolgten' l[.iitiuid in Tan-v Verbrannt wurden, da schrieb Mose ben jopqtj au-'.,i oticy.' d*-r Lehrer.des Talmüd aus dem Geist der t.'iUfiudise'WC'n Sittenlehre' heraus (Karpeles,' - Gesch. der jüd. Littcraiur)': '^Diejenigen, die lügenhaft sind gegen Xichtjuden nn.r die >k-. bt'stehlen,' emtweihen den Xameni-Ciot'tes. Iin Handel-jun-l Wandel -daj;f man keinem Menschen 'ofrhe J "nierschied -der Religion, betrygen .vxler mit. \V0ttei1 tauschen. . Der ' fro^hste " Ciottesdienst ist die . Liebe zum Schöpfer".^ l'nd'- etwa um, dieselbe Zeit - lehnte. Jeliuda Hacliasid - von Re.gensburg : (Karpeles, S. '«72.»; „Täusche Niemanden; auch -keinen Nichlfuden;' sei. nic!itr zänkischgegen die Lc'ute. -.\yes Glaubens' sie auch seien, Handle ehrlich in deinem: Geschäfte. .Mache-den Xichtjuden auf semen Irrthum aufmerksam." Dieses, edle Wohlwollenist unser Erbtlieil, von unseren Ahnen-hbernommen.- es soll - von,unsgeptlegt werden.. '. **: . Güte gegen Jedermann,! : '. Schmähen sie unsere Religion, '.ve'runglihypfen sie. was unserm-Herzen theuer ist. yerkümtneTn . Sie. unsere r:Rechte %als Menschen, als Bürger, graben sie . urts;- die (Juellen des Lebenserwerbes ab. messen sie utis'/nit Vielerlei .Mass, rufen sie;kauft nicht bei Juden!u ^- Wir'Iv-öllen uns mit reinen •nanständigeft Waffen des Geistes, wehren, "denn nicht ist Güte

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