Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1891
- Issue
- April
- Date
- 1891-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4864325-6028938-6029336--0149-4864337- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
BERLIN, im April 1891. Zweiter t filft) £r*äy öl '^ßMl/ill ^vmiMiUc Monats - Bericht der Grossloge für DeutscWand VIII ' -I- ■ U. '■ ■ -??•■ ' '/ ri U. O. B B ■-. ' ... , ■. * •. ' ' *; Nachdruck s ä rh m 11 i c h e r- A»r tikel aus diesen B'eri c h' t'e n -v-e r b o f e n. •■ ■:■ . . 1 s "r '■ : ■ - m>ä ' , ...... I , .;' . 1 .'V. •■• ' . - *i -.f. ~ J . . Fernsprecher: 1). Wölfl'. Vlla, Nol 3U>, Kalserstrasse 2. * .ins den Verhandlungen des Gcneral-Comites zur Handwerkerfrage. 1 t ' I Referent: Bruder Tfr. Maretzki.. . k ' T i a. Wie hat sich die Grossloge zu den Beschlüssen der Frankrnrter Conlerenz zu stellen? b. Welche Vorschläge eignen sich in erster Kcijio zur Inangriffnahme durch die Grossloge? c. Wie Rind die Vorschläge praktisch zd gestalten? d. Empfiehlt es »ich selbstständig vorzugehen, oder an bestehende Institutionen sich anzulehnen, in welcher Form und welche Institut«- werden eveafl. wrgegeschlagen? |- Die Anregungen, welche die'"westdeutschen Logen gegeben haben, sind höchst werthvoller Natur, indem sie- «len Logen einen Wirkungskreis geschaffen haben, der nicht mir dem Ordensleben reiches Arbeitsfeld .verspricht, sondern auch dem deutschen Distrikt grössere Kntfaltung und Beachtung zu schaffen berechtigt.- Wenngleich die Bestrebungen, das Handwerk unter den Juden zu fördern, schon sehr alt sind, und "fast allgemeine Zustimmung gefunden haben, bleibt das Verdienst der -westdeutschen Logen unbestritten, diese Angelegenheit mi^ grosser Energie erfasst zu haben, und vor allen Dingen in unserem eigenen Vaterlande diese nothwendigen, Bestrebungen zu fördern, und was. für uns «las schönste ist. diese Fragen recht eigentlich zur Logensache zu machen. Bei der jetzigen Ausbreitung unseres Distrikts ist gesicherte Aussicht vorhanden, die Handwerkerfrage ingünstiger» Sinne zu fördern und eine allgemeine Betheiligung dei Tochterlogen hiefür zu gewinnen. Wenn ich votir Handwerk spreche, verstehe ich darunter nicht nur das Handwerk im engeren Sinne, sondern auch 'das Kunstlfiand-- werk, ein Zweig, dessen Bedeutung für die Zukunft die Weitgehendste Aus'sicht bietet und ganz besondere Pflege verdient. Die Sache muss aber in planmässiger und systematischer Weise in Angriff genommen werden, damit die Kräfte nicht zersplittert' werden und um unangenehme Erfahrungen so viel wie möglich zu vermeiden. . Da erscheint es mir als eine unabweisliche Forderung, dass die Erziehung zum Handwerk schon im Kindesalter beginnen soll. Das so vorbereitete Kind wird das Handwerk schätzen und lieben lernettres werter1 verfolgen und diesen Beruf zu seiner Lebensaufgabe machen, sichilarin glücklich füjilen und im Ver* ein mit anderen Berufsgenossen sich fortbilden und weiter stre- . A . r..: r. - v •■; I■ ben. Denn es ist '-'nicht zu leugnen, dass sowohl die Erlernung ■*'',.' ' '4 *'■■■- •* '**-*-. \ ■* ' j des I landwerks, sowie die \ später»? selbständige Ausübung desselben für die Betreffenden mit grossen Schwierigkeiten verbunden ist. Einmal hält es. schwer, überall the passenden Lehrstellen« für die Lehrlinge zu finden, da die Lehrstellen unter den' jüdischen Handwerkern zur Zeit noch in beschränkter Anzahl vorhanden sind, und bei den nicht jüdi sehen Meistern vielfach«Abne»gung vorherrscht, jüdische Lehrlinge aufzunehmen/ .Andererseits] ist nicht zu verkennen, dass die selbständig gewordenen Handwerker einen schweren Kampf ums Dasein werden führen müssen, da sie nicht ätyem der Concurrenz. sondern auchvielfach Missgunst werden be- \ , i . - rt.' •'»••* i 1 - ' .. . i i gegnen müssen- Es wird also nothWendig werden, die in den llahdwerksbetuf eintretenden Kinder (Jdrch , ihr ganzes Leben zu begleiten, sie tüchtig vorbilden, ihre Lehrzeit zu überwachen, dass sie. ihr Handwerk" ordentlich und tüchtig erlernen: »In sittliches Verhalten 'wird Gegenstand dauernder Fürsorge sein müssen:■• die 0eselien werden in Fortbildung «»der Richschulen getöftferl Werden-müssen, und wenn sie selbständig gewordei] sind.-'dann werden sie erst recht gestützt, geführt und beleihen?Verden, müssen. I . «_ In welcher Weise ist nün die" Erziehuiig zum Händwerk . zu gestalten'.' . ': •*'•. ',.'••"•. .• ... , I . - ■ . .i In die Schule "ist .der; Beginn mit Lebüngen' ni jdet Handfertigkeit zu legen,, in die jungen Herzerici$t .der; erste Keim, .für die' Liebe zum .'Handwerk zu lehren; dirtrt-soll ihr Sinn geschärft, «li'e 'ilände' geschickt für ihren zukünftigen Beruf gemache-- weiden, .damit. die. Knaben gut vorbereitet als Lehrlinge eintrete«* könrieh,-; \fp solche Handfertigkeitsschulen schon bestehen.. sollen sie -von Logen unterstützt werden, wo solche fehlen, soll mit deieh Einrichtung v<>r- - gegangen werden. Dabei/istes unerlässlich, dass die Logen durch geeignete Mitglider in der Verwaltung vertreten werden, gleichgültig ob* solche Schulen schon bestehen oder neu eingerichtet uerd.eji. " In.'gleicher Weise ist zu verfahren, wo Schulen existiren. mit -der bestimmt 'ausgesprochenen Tendenz. Kinderfür -das: Handwerkheranzubilden, wie z. B. das ErzichungvHausin Pankow'bei Berlin. Auch da ist eine \ ertretung der-Loge ir» der Verwaltung anztistreben. ' Bestehende \ eieine. «die den Zweck verfedgen. das Handwerk unter/den-Juden zu verbreiten, deren es eine grosse Anzahl in grossen Städten^ woselbst auch unsere Tochterlogen sich befinden, sind unter denselben Bedingungen zu ^unterstützen und «leren Bestrebungen ( zu fördern. Ferner halte ich.'es für gerathen, dass" sich mehrere Logen zusam-.