K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Walter Graetzer: Zur Frage der gesellschaftlichen Stellung der Juden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 34)
- Language
- German
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BOV -- Waltei Ovaetwrr stürmt werden. Nicht wir sind die Angegriffenen, sondern die Angreifer und drüben ist die passive Resistenz. Es ist ähnlich wie mit den Auffassungen über Kunst. Drüben ist die große Masse, die nichts versteht und nichts verstehen will, man muß ihr erst langsam das Verständnis für das andere beibringen. Das ist sehr schön, wenn wissenschaftliche und geistreiche Abende über die Bedeutung der Juden veranstaltet werden, es ist recht nett, wenn auf Mittel gesonnen wird, wonach man dieses und jenes verbessern solle, es ist sehr schön, wenn wohlwollende Psychologen sich bemühen, irgendwelche beondere Fähigkeit der — gar nicht mehr vorhandenen — jüdischen Rasse nachzuweisen, mit solch geistigem Sport kommen wir nicht weiter in dieser Frage. Daß der deutsche Jude wissenschaftlich fähig ist, in alle Aemter einzurücken, ist unbestritten. Da müssen wir versuchen, auf gesellschaftlichem Wege, durch unsere Person und durch unser Benehmen die Fabel von dem unfertig erzogenen Juden zu widerlegen. Menschlich muß der Jude dem Nichtjuden näher kommen. Dann erst kann sich die Ueberzeugung Bahn brechen, welch furchtbares Unrecht den Juden in staatsbürgerlicher und in gesellschaftlicher Hinsicht geschehen ist. Ein „patenter Kerl“ kann mehr erreichen durch zuvorkommendes Wesen, als ein wissenschaftlich gebildeter Mensch, der im